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Es ist (höchste) Zeit für den Wechsel auf IPv6 So gehen Sie die IPv6-Migration an

Autor / Redakteur: Amy Pace / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die Frage, ob man auf IPv6 umrüsten soll, ist längst beantwortet – nun geht es nur noch um das Wann. Und nachdem wohl in sehr absehbarer Zeit auch über die regionalen Internetregistraturen (RIR) keine IPv4-Adressen mehr zu bekommen sein werden, ist auch die Frage nach dem Wann bald Makulatur und wird zum Jetzt!

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Der IP Adress Manager von SolarWinds erspart den Excel-Einsatz zur Adressverwaltung und kann bei der Umstellung auf IPv6 helfen.
Der IP Adress Manager von SolarWinds erspart den Excel-Einsatz zur Adressverwaltung und kann bei der Umstellung auf IPv6 helfen.
(Bild: SolarWinds)

Es ist eine Tatsache: IPv4-Adressen sind fast vollständig vergeben. Am 3. Februar 2011 war der globale freie IANA-Pool von IPv4-Adressen vollständig aufgebraucht und die letzten fünf /8-Adressblöcke wurden gleichzeitig an die fünf regionalen Internetregistraturen (RIR) herausgegeben.

Im April 2011 war APNIC die erste RIR, die keine frei zuweisbaren IPv4-Adressen mehr besaß. Im September 2012 war die RIPE NCC (http://www.ripe.net/internet-coordination/ipv4-exhaustion) die zweite regionale Internetregistratur, die keinen zuweisbaren IPv4-Adressraum mehr besaß. ARIN und LACNIC werden wohl die nächsten sein (Überblick: voraussichtliche Daten aufgebrauchter RIR-Adresspools; http://www.potaroo.net/tools/ipv4/index.html).

Was bedeutet dies für das Netzwerk Ihres Unternehmens? Bei der Migration zu IPv6 ist die Frage nicht mehr ob, sondern wann. Und dieses Wann kommt schneller, als Sie denken. Unternehmen müssen also darauf vorbereitet sein.

Überblick zur IPv6-Migrationsplanung

Die Internet-"Wachablösung" von IPv4 zu IPv6 wird direkte Auswirkungen auf Unternehmen haben, da die Kommunikation mit Kunden, Partnern und Zulieferern dann über ein IPv6-Netzwerk erfolgen muss. Daher ist es enorm wichtig, dass Unternehmen verstehen, welche Folgen ein Wechsel zu IPv6 hat und wie sich die Umstellung auf das Unternehmen auswirkt. Folgendes ist dabei besonders wichtig:

  • Die Aktivierung von IPv6 im Netzwerk ist nötig, um die unterbrechungsfreie Kommunikation des Unternehmens aufrechtzuerhalten. Externe Webseiten und andere webbasierte Anwendungen müssen ebenfalls für IPv6 aktiviert werden.
  • In Zukunft sind neue Netzwerke möglicherweise nur über IPv6 verfügbar, da der verbleibende IPv4-Adressraum in den letzten /8 irgendwann verbraucht sein wird.
  • Die Umstellung auf v6 lässt sich nicht über Nacht erledigen. Viel Zeit und Ressourcen werden für eine erfolgreiche Migration benötigt.

Migrationsstrategie

Beginnen wir mit einigen interessanten, wenn nicht sogar alarmierenden Fakten zur IPv6-Einführung, die kürzlich im Rahmen einer Studie von SolarWinds aufgedeckt wurden. 47% der Befragten gaben darin an, sie seien „überhaupt nicht sicher“, ob ihr Unternehmen über einen umsetzbaren Plan zur IPv6-Einführung verfügt und weniger als 3% haben die IPv6-Einführung bereits abgeschlossen.

Egal, ob Sie zu den ersten IPv6-Benutzern gehören oder den Wechsel erst später vollziehen möchten, eine gut durchdachte Migrationsstrategie ist definitiv ein Muss. Daher ist es ratsam, sofort damit zu beginnen, IPv6 in Ihren Netzwerk-Architekturplan einzubinden. Dafür müssen Sie mehrere wichtige Faktoren berücksichtigen, unter anderem die aktuelle Netzwerkumgebung, die prognostizierte Menge an IPv6-Verkehr und die Verfügbarkeit von IPv6-Anwendungen auf Endsystemen und Appliances.

Wie zu erwarten ist, besteht die beste Herangehensweise für eine erfolgreiche IPv6-Migration aus mehreren Stufen, wobei während des Übergangs eine hybride Netzwerkumgebung für die IPv4/IPv6-Kompatibilität verwaltet wird. Für die Kompatibilität zwischen IPv4- und IPv6-Netzwerken gibt es drei hauptsächliche Übergangsstrategien: Dual-Stack, Tunneling und Translation. Die Dual-Stack-Strategie empfiehlt sich dabei für die meisten Netzwerke.

Die Dual-Stack-Umgebung

In Dual-Stack-Umgebungen können Geräte IPv4 und IPv6 parallel nutzen. Somit können Hosts gleichzeitig auf IPv4- und IPv6-Inhalte zugreifen. Dies ermöglicht die größte Flexibilität bei der Unterstützung von Anwendungen, die über IPv4 und/oder IPv6 ausgeführt werden.

Die Dual-Stack-Umgebung erfordert, dass alle Netzwerkinfrastrukturgeräte sowohl IPv4- als auch IPv6-Protokollstacks und die spezifischen Routing-Protokolle des jeweiligen Stacks verwenden.

Zu den Vorteilen der Dual-Stack-Umgebung gehört eine leichte Bereitstellung, da beide Protokolle zusammen betrieben werden können, dabei aber voneinander unabhängig bleiben. Somit wird eine schrittweise Migration von Endpunktgeräten und Anwendungen ermöglicht, damit Unternehmen die Geschwindigkeit des Wechsels selbst bestimmen können.

Da die meisten Unternehmensnetzwerke private IPv4-Adressen auf ihrem internen LAN verwenden und keine öffentlichen, routingfähigen Adressen, können Unternehmen die Dual-Stack-Umgebung nutzen, um lediglich ihr nach außen gewandtes Netzwerk auf IPv6 umzustellen, während intern weiterhin IPv4 verwendet wird. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Dual-Stack-Umgebung von allen großen Betriebssystem- und Netzwerkherstellern unterstützt wird.

Bedenken Sie dabei jedoch, dass die Dual-Stack-Umgebung den parallelen Betrieb zweier Netzwerke erfordert. Dies bedeutet, dass sich Ihre IP-Verwaltungsaufgaben verdoppeln und damit auch die IT-Ausgaben steigen!

Um das maximale Potenzial einer Dual-Stack-Herangehensweise zu erzielen, sollten Unternehmen damit beginnen, das nach außen gewandte Netzwerk zur Dual-Stack-Umgebung zu migrieren. Zudem sollten Bereiche oder Geräte identifiziert werden, die aus der Dual-Stack-Umgebung herauszuhalten sind, damit keine Zeit und Ressourcen verschwendet werden. Unerlässlich ist darüber hinaus ein klar definierter Übergangsplan, dem ein realistischer Zeitrahmen für die Umstellung zugrunde liegt.

Fazit

IPv6 hat sich durchgesetzt. Daher müssen Unternehmen verstehen, wie der Übergang von IPv4 zu IPv6 ihr Geschäft beeinflussen wird, und sie müssen die richtigen Schritte vollziehen, um ihre Netzwerke auf diesen Übergang vorzubereiten. Um dabei erfolgreich zu sein, ist es wichtig,

  • dass Unternehmen die IPv6-Einführung stufenweise vornehmen
  • die wichtigsten, von IPv6 abhängigen Netzwerkbereiche identifizieren, um den Umfang der IPv6-Einführung festzustellen
  • ein Konzept entwickeln, mit dem IPv6 ohne Unterbrechung des IPv4-Netzwerkes eingeführt werden kann
  • IPv6 im Pilotmodus testen und es dann schrittweise produktivnehmen

Amy Pace, Product Marketing Manager
Amy Pace, Product Marketing Manager
(Bild: SolarWinds)

Aufgrund ihrer Beschaffenheit können IPv4 und IPv6 nicht direkt miteinander kommunizieren. Netzwerkbetreiber müssen IPv4- und IPv6-Netzwerke daher parallel verwalten, um sicherzustellen, dass alle Teile des Internets für alle erreichbar bleiben. Eine effektive IP-Adressverwaltung wird damit noch wichtiger. Hier können IPAM-Tool wie der SolarWinds IP Address Manager (http://www.solarwinds.com/de/ip-address-manager.aspx) helfen, den Übergang von IP4 zu IPv6 zu vereinfachen.

Über die Autorin

Amy Pace ist Product Marketing Manager bei Solarwinds

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