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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 85 Planungshilfen für ein Elektrosmog-armes WLAN

Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die meisten Netzwerk-Planer, würden vermutlich lieber eine Adapterkarte mit Senf verspeisen, als sich mit Elektrosmog-Belastungen auseinanderzusetzen. Das ist unkreativ, weil man ausgerechnet aus diesem ach so unbeliebten Bereich sehr deutliche Ergebnisse und Planungshilfen ableiten kann.

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Aufwendige Berechnungen zeigen: gut geplante WLANS stellen heute und in Zukunft ein akzeptables Strahlenrisiko dar
Aufwendige Berechnungen zeigen: gut geplante WLANS stellen heute und in Zukunft ein akzeptables Strahlenrisiko dar
( Archiv: Vogel Business Media )

So kann man z.B. zeigen, dass die Verwendung von VoWLAN-Telefonen die RF-EMF-Belastung gegenüber GSM um den Faktor 100-200 senken kann.

Durch die Aktivitäten der EU-Kommission und der Regulierungsbehörden kann man sicher sein, dass alle zugelassenen Funksysteme und die dazu gehörigen Einrichtungen, die, damit man sie in Betrieb nehmen darf, das CE-Zeichen tragen müssen, die allgemein definierten Grenzwerte einhalten.

Man kann natürlich darüber diskutieren, ob die die Einhaltung der bestehenden Grenzwerte genügt, um eine Schädigung der Benutzer durch RF-EMF auszuschließen.

Vorsorglich könnte man eine Planung so durchführen, dass die installierten Systeme weit unter den angegebenen Grenzwerten bleiben. Damit erhöht man vor allem die Sicherheit, dass man das ganze System nicht neu installieren muss, wenn die Grenzwerte geändert werden.

Die neuen Wireless-Technologien bieten vielfältige wirtschaftliche Vorteile. Diese könnten aber z.B. teilweise zunichte gemacht werden, wenn größere Installationen hinsichtlich geänderter Grenzwerte redesignt werden müssen.

Für eine solche Änderung müssten noch nicht einmal die Absolutwerte der Grenzwerte geändert werden, sondern es würde bereits ausreichen, wenn man den Standpunkt ändert. Und so etwas kann relativ schnell passieren.

Zurzeit haben wir einen Grenzwert von SAR = 2 W/kg für die gelegentliche Belastung der Öffentlichkeit mit RF-EMF definiert über eine mittlere Nutzungsdauer von 6 Minuten und einen Grenzwert von SAR = 0,08 W/kg für die dauerhafte Ganzkörperbelastung.

Momentan werden WLANs und WiMAX-Systeme wie UMTS und GSM-Systeme als Systeme mit gelegentlicher Belastung klassifiziert. Würde man sie gemäß der tatsächlichen Nutzungssituation als Systeme klassifizieren, die eine dauerhafte Ganzkörperbelastung darstellen, würde für sie der niedrigere Grenzwert gelten.

Dies wäre auch ein möglicher Kompromiss zur Aufnahme der Ergebnisse der REFLEX-Studie in die Grenzwertdiskussion, weil sich bei einem SAR-Wert von 0,2 W/kg in den aufwändigen Experimenten auch bei Belastung über längere Zeiträume, z.B. 24 Stunden, keine relevanten Effekte gegenüber Proben, die keiner Belastung ausgesetzt waren, ergeben haben. Dieser Kompromiss würde es nämlich der gesamten Mobilfunkindustrie ermöglichen, bei ihren bisherigen Grenzwertannahmen zu bleiben und gleichzeitig einen besseren Schutz der Menschen vor WLAN und BRAN/WiMAX-RF-EMF vorzunehmen. Eine solche Änderung kann sehr schnell geschehen. Es kann sogar sein, dass sie zwischen der Erstellung und Veröffentlichung dieses Manuskriptes passiert.

Eine vergleichsweise rabitate Herabsetzung der bislang bestehenden Grenzwerte wäre auch deshalb politisch problematisch, weil man dann ja zugeben würde, dass die Öffentlichkeit in der Vergangenheit unangemessen hohen Belastungen ausgesetzt worden wäre.

Ein dauerhafter Site Survey der NRPB, der die Belastungen an vorher nicht bekannten Installationsorten stichprobenartig beobachtet, zeigt übrigens, dass auch bestehende Mobilfunkbasisstationen Belastungen erzeugen, die meist weit unter den definierten Grenzwerten liegen.

Angesichts dieser Ausführungen kommen wir nun zur ersten Planungsrichtlinie:

weiter mit: Die Planungsrichtlinien

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