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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 41 Optische Lichtwellenleiter revolutionieren die Netzwerktechnik

| Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Auch wenn man sich noch so bemüht: Datennetze auf kupferbasierten Leitungen haben enge Grenzen in Übertragungsgeschwindigkeit und Ausdehnung. Schneller und weiter geht es nur mit Lichtwellenleitern. Solange man diese aber nur als Punkt-zu-Punkt-Verbindungen benutzt, entfalten sie nicht ihr wahres Potential. Optische Netze zeichnen sich dadurch aus, dass auch Schalt- und Vermittlungsfunktionen nicht mehr elektrisch, sondern soweit wie möglich optisch ausgeführt werden. Dadurch werden Netze völlig revolutioniert.

So arbeitet das Internet; Bild Nortel Networks
So arbeitet das Internet; Bild Nortel Networks
( Archiv: Vogel Business Media )

Optische Netze sind die Zukunft der Datenverarbeitung. Sie stellen bisher ungeahnte Bandbreiten im Terabit- Bereich zu einem enorm günstigen Preis pro Bit zur Verfügung. Sie übertreffen die kühnsten Visionen hinsichtlich der Verteilbarkeit von Anwendungen.

Der Kapazitätsbedarf des Internets verdoppelt sich je nach geographischer Sichtweise alle sechs bis zwölf Monate. Eine Sättigung der Teilnehmerzahlen ist höchstens in Nordamerika zu erarten, in allen anderen Teilen der Welt steht das größte Wachstum erst noch bevor. Insgesamt besitzen noch keine 10 Prozent der Weltbevölkerung einen Internet-Anschluss.

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Die Internet-Bewegung würde völlig ins Leere laufen, wenn man sich bei der Übertragungstechnik auf die bekannten konventionellen Systeme verlassen müsste. Die elektronischen Switches können ihre Übertragungsleistung nämlich nur in etwa entlang des Moore´schen Gesetzes erhöhen, was in etwa eine Verdoppelung der Möglichkeiten ca. 18 Monate erlaubt. Die Schere zwischen Anforderungen und Möglichkeiten geht also immer weiter auseinander.

Optische Technologien im Umbruch

Optische Datenübertragung gibt es theoretisch schon seit mehreren Jahrzehnten. Die Technologie hat aber grade in den letzten Jahren erhebliche Umbrüche mitgemacht und speziell für die optischen Netze bedeuten diese Umbrüche, dass man nicht wie bisher lediglich die Übertragung als solche auf optischen Medien vornehmen kann, sondern zunehmend auch die Funktionen des Kernnetzes, wie Routing und Switching, durch rein optische Technologie realisieren kann.

Bei den Fernnetzen ist der SONET-Standard allgegenwärtig. Er hat durch seine Eigenschaften dazu beigetragen, dass sich die weltweite Kommunikation im letzten Jahrzehnt so enorm entwickeln konnte. Sein wichtigster Beitrag liegt dabei sicher in der Herstellung der Interoperabilität der Lösungen unterschiedlicher Hersteller.

SONET ist eine Entwicklung aus den USA und Kanada, die aber letztlich auch in ITU-Standards im Rahmen der synchronen optischen Netzwerkhierarchie eingebettet wurde. Ein weiterer Vorteil von SONET ist die enorme erreichbare Stabilität der nach dem Standard aufgebauten Netze und das schnelle Wiederaufsetzen nach Fehlern.

weiter mit: SONET: komplexer „Telefonie“-Standard

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