Effiziente und zielgerichtete Batchdatei-Datensicherung für Admins

One-Click-Backup mit Robocopy

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Das Befehlszeilentool Robocopy hilft Administratoren beim schnellen und gezielten Kopieren und Sichern von Dateien und Verzeichnissen.
Das Befehlszeilentool Robocopy hilft Administratoren beim schnellen und gezielten Kopieren und Sichern von Dateien und Verzeichnissen. (Bild: Modella - Fotolia.com)

Robocopy ist ein Windows-Befehlszeilentool. Wir zeigen einige Tricks und die wichtigsten Optionen des Werkzeugs, mit denen Administratoren eine effiziente und zielgerichtete Datensicherung in Windows 7/8/8.1 und Windows Server 2008 R2/2012/2012 R2 durchführen können.

Mit Robocopy können Administratoren nicht nur schnelle Datenkopiervorgänge zwischen Festplatten und Servern vornehmen, sondern auch Verzeichnisse spiegeln. Auch inkrementelle Backups bzw. Kopiervorgänge veränderter Dateien sind mit dem mächtigen Werkzeug machbar. Nicht umsonst zählt Robocopy zu den beliebtesten und meistverwendeten Befehlszeilentools in Windows.

Mit dem Befehl "robocopy /?" listet die Command-Befehlszeile alle verfügbaren Parameter von Robocopy auf. Bereits auf den ersten Blick wird hier klar, welche vielfältigen Einsatzmöglichkeiten – auch in Verbindung mit Stapelverarbeitungs- bzw. Batchdateien – das Werkzeug bietet.

Mit der Option "/mir" fertigt Robocopy eine Kopie eines Verzeichnisses an, auch über das Netzwerk. Der Vorteil der Option "/mir" ist, dass der Kopiervorgang bei weiteren Läufen, nur neue und geänderte Dateien kopiert. Werden Dateien oder Unterverzeichnisses des gespiegelten Quell-Verzeichnisses gelöscht, dann löscht robocopy die entsprechenden Dateien auch auf dem Ziel-Laufwerk.

Verzeichnisse schnell und einfach spiegeln

Das heißt, mit einer einzelnen Befehlszeile besteht die Möglichkeit ein 1:1-Abbild eines Laufwerks zu erstellen. Über eine Batchdatei lassen sich auch mehrere Sicherungsaufgaben von Robocopy parallel ausführen. Ein Beispielbefehl sieht folgendermaßen aus:

robocopy C:\Users\thomas\Documents x:\backup\dokumente /mir /r:5 /log+:C:\Users\thomas\Desktop\backup.log

Bei diesem Befehl wird das Verzeichnis "C:\Users\thomas\Documents" in das Verzeichnis "x:\backup\dokumente" gespiegelt, inklusive aller Unterordner. Werden im Quell-Verzeichnis "C:\Users\thomas\Documents" Dateien und Verzeichnisse gelöscht, dann löscht der Befehl die Daten auch im Verzeichnis "x:\backup\dokumente". Sobald das Verzeichnis das erste Mal gespiegelt wurde, läuft der Vorgang beim nächsten Mal deutlich schneller ab, da nur geänderte Dateien abgeglichen werden. Der Parameter "/r:5" reduziert die Anzahl der Wiederholungen bei fehlerhaften kopierversuchen von einer Million (Default) auf hier fünf Retries. Die Pause zwischen zwei Retries beträgt 30 Sekunden. "/log+" erweitert die bestehende bzw. erzeugt eine Log-Datei und gibt deren Status aus.

Abbildung 1: Robocopy kann auch eine Protokolldatei führen, in der Fehler aufgezeichnet werden.
Abbildung 1: Robocopy kann auch eine Protokolldatei führen, in der Fehler aufgezeichnet werden. (Bild: Joos)

Kopier- und Löschvorgänge protokollieren

Die Spiegelung übernimmt die Option "/mir". Mit der Option "/r:5" wird festgelegt, dass Robocopy 5 Versuche unternimmt eine Datei zu kopieren, bei der es Probleme gibt. Gelingt das nicht, wird die Datei übersprungen und mit der nächsten weitergemacht.

Ebenfalls wichtig ist die Option "/log+". Mit dieser wird festgelegt, dass die Kopier- und Löschvorgänge in einer Logdatei festgehalten werden. Den Pfad und Namen der Datei legen Sie hinter der Option fest. Durch das "+" wird sichergestellt, dass die Logdatei nicht überschrieben wird, sondern dass die Informationen an die Datei angefügt werden (siehe Abbildung 1). Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Administratoren mehrere Robocopy-Befehle in eine Batchdatei schreiben und alle Vorgänge in eine Protokolldatei überführen wollen.

Batchdateien mit Robocopy und Sicherung in die Cloud

Steuert man den Kopiervorgang über eine Batchdatei, dann schreibt man einfach in jede Zeile einen Robocopy-Befehl:

robocopy C:\Users\thomas\Documents x:\backup\dokumente /mir /r:5 /log+:C:\Users\thomas\Desktop\backup.log

robocopy C:\Users\thomas\Pictures x:\backup\Pictures /mir /r:5 /log+:C:\Users\thomas\Desktop\backup.log

robocopy C:\Users\thomas\Documents d:\backup\dokumente /mir /r:5 /log+:C:\Users\thomas\Desktop\backup.log

Mit einem Doppelklick wird die Batchdatei und damit die Sicherung gestartet. Werden auf dem Rechner auch Verzeichnisse in der Cloud gespeichert, dann lassen sich die entsprechenden Verzeichnisse mit Robocopy einfach synchronisieren und der Cloud-Agent auf dem Rechner synchronisiert die Daten wiederum mit der Cloud:

robocopy C:\Users\Thomas\Documents\archiv\zeitungen\2011 D:\SkyDrivePro\SkyDrive Pro 1\Archiv\2011 /mir /r:5 /log+:C:\Users\thomas\Desktop\backup.log

Abbildung 2: Über eine Verknüpfung lassen sich auch Rechte anpassen und ein Icon zuweisen.
Abbildung 2: Über eine Verknüpfung lassen sich auch Rechte anpassen und ein Icon zuweisen. (Bild: Joos)

Natürlich lassen sich in der Batchdatei auch weitere Befehle ausführen. Soll der Rechner zum Beispiel nach dem Vorgang herunter gefahren werden, muss am Ende des Befehls nur noch der Befehl "shutdown /s /t 600" geschrieben werden. Bei diesem Beispiel dauert das Herunterfahren noch 10 Minuten, damit der Cloud-Agent auch Zeit hat, die synchronisierten Daten mit der Cloud zu synchronisieren. Diese Vorgänge lassen sich übrigens auch mit Office 365 und OneDrive nutzen.

Wird die Batchdatei in einem Systemverzeichnis gespeichert, können Administratoren auch eine Verknüpfung auf dem Desktop anlegen. Bei einer Verknüpfung besteht zudem auch noch die Möglichkeit, die Datei mit Administratorrechten zu starten und ein Icon zuzuweisen (siehe Abbildung 2).

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