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Definition Was ist robocopy?

Bei robocopy handelt es sich um ein Kommandozeilenprogramm zum Kopieren und Sichern von Daten. Es besitzt wesentlich mehr Funktionen als copy oder xcopy und beherrscht beispielsweise die inkrementelle Sicherung. Seit Windows Vista ist der Befehl fester Bestandteil des Microsoft-Betriebssystems.

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
(Bild: © aga7ta - Fotolia)

Mithilfe von robocopy lassen sich Daten, Verzeichnisse und Verzeichnisstrukturen kopieren, synchronisieren und sichern. Das Kommandozeilenprogramm ist sehr mächtig und hat über 70 verschiedene Parameter. Es lässt sich beispielsweise für das inkrementelle Backup von Daten einsetzen. Über die Aufgabenplanung und den Task-Manager ist die Automatisierung von Sicherungsaufgaben möglich.

Während Befehle wie xcopy oder copy bereits in MS-DOS vorhanden waren, ist robocopy erst ab Windows Vista und Windows Server 2007 fester Bestandteil des Microsoft-Betriebssystems. Zuvor musste es als Teil des Windows Resource Kits nachinstalliert werden. Ausführbar ist der Befehl unter Windows in der DOS-Eingabeaufforderung und in der PowerShell. Darüber hinaus existieren grafische Benutzeroberflächen für den Befehl, die separat zu installieren sind. Vorteile von robocopy sind die große Flexibilität und der riesige Funktionsumfang des Kommandos.

Die Syntax und Optionen des Befehls

Die Syntax des Befehls lautet: "robocopy Quellverzeichnis Zielverzeichnis [Dateien...] [Optionen]"

Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen Optionen in Kopier-Optionen, Quell-Optionen und Ziel-Optionen unterscheiden. Aufgrund der großen Anzahl verschiedener Optionen im Folgenden nur ein Auszug und einige Beispiele wichtiger und oft verwendeter Optionen.

Zum Synchronisieren von Verzeichnissen verwendet man die Option /MIR. Sie entspricht den Einzeloptionen /E sowie /PURGE und sorgt dafür, dass die Inhalte der beiden Verzeichnisse auf dem gleichen Stand gehalten werden.

Option /R:n - bestimmt die Anzahl an Wiederholungen, die robocopy durchführt, falls ein Kopiervorgang keinen Erfolg hatte

Option /W:n - bestimmt die Wartezeit in Sekunden, die bei einem nicht erfolgreichen Kopiervorgang zu pausieren ist

Option /XF - ermöglicht es, Dateitypen auszuschließen

Option /XD - ermöglicht es, Verzeichnisse auszuschließen

Option /COPY:copyflags - bestimmt die zu kopierenden Inhalte (DAT bedeutet Daten, Attribute und Zeitstempel)

Option /LOG - Anlegen einer neuen Logdatei bei jedem Synchronisationsvorgang

Option /NP -- Fortschrittsinformationen nicht anzeigen

Option /TEE - Informationen auf dem Bildschirm und in der Logdatei ausgeben

Option /S - Verzeichnisse und Unterverzeichnisse kopieren

Option /P - das Anlegen jeder Datei einzeln bestätigen

Option/C - bei Fehlern den Kopiervorgang fortsetzen

Gegenüberstellung von copy, xcopy und robocopy

Mit den Befehlen copy, xcopy und robocopy lassen sich Dateien kopieren. Der einfachste Befehl lautet copy und ist für das Kopieren von einzelnen Dateien vorgesehen. xcopy beherrscht das Kopieren vieler Dateien und kompletter Verzeichnisstrukturen. Das Kommando kann zu Backup-Zwecken eingesetzt werden. Die umfangreichsten Möglichkeiten bietet jedoch robocopy. Der Befehl ist in der Lage, Verzeichnisse zu synchronisieren, inkrementelle Sicherungen zu erstellen und die Kopiervorgänge zu automatisieren. Über die zahlreichen Optionen ist fast jede Sicherungs- und Kopieraufgabe per Kommandozeilenbefehl realisierbar. Administratoren machen von dem Befehl regen Gebrauch, da mit relativ kurzen Befehlsketten komplexe Sicherungsaufgaben ausführbar sind.

Einsatz von robocopy für Sicherungs- und Backup-Funktionen

Die wichtigste und am häufigsten verwendete Option zum Anlegen einer Sicherung ist /MIR (Mirror). Prinzipiell sind Backups mit nur einem einzigen Parameter durchführbar. Beispielsweise kann der Befehl lauten:

robocopy "C:\Meine Dateien" "D:\Backup\Meine Dateien" /MIR

Die Option /MIR sorgt dafür, dass im Zielverzeichnis eine Spiegelung der Daten und der Struktur der Quelle angelegt wird. /MIR entspricht den beiden Optionen /E und /PURGE. Während /E dafür vorgesehen ist, volle und leere Unterverzeichnisse zu kopieren, löscht /PURGE alle Dateien im Zielverzeichnis, die im Quellverzeichnis nicht mehr vorhanden sind.

Der Befehl führt sowohl die erstmalige Sicherung als auch alle weiteren Aktualisierungen der Sicherung durch. Bei der erstmaligen Sicherung kopiert der Befehl sämtliche Daten des Quellverzeichnisses in das Zielverzeichnis, da dieses noch vollständig leer ist. Bei der erneuten Eingabe des Befehls findet die Aktualisierung statt, die neue, veränderte oder gelöschte Daten des Quellverzeichnisses berücksichtigt. Im Gegensatz zu den Befehlen xcopy oder copy vergleicht robocopy die zu kopierenden Dateien mit dem Inhalt des Zielverzeichnisses. Existiert die Datei mit gleichem Inhalt und Zeitstempel am Ziel, muss sie nicht erneut kopiert werden. Daraus ergibt sich eine beträchtliche Zeitersparnis beim Sicherungsvorgang. Im Quellverzeichnis gelöschte Dateien löscht die Option /MIR auch im Zielverzeichnis. Ergebnis sind identische Quell- und Zielverzeichnisse. Praktisch für das Backup ist die Möglichkeit, bei einer Unterbrechung der Übertragung den Kopiervorgang an der Unterbrechungsstelle wieder aufzunehmen.

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