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Windows Admin Center 2410 Moderne VM-Verwaltung und Hyper-V Management für IT-Admins

Von Thomas Joos 6 min Lesedauer

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Windows Admin Center 2410 konsolidiert klassische Verwaltungswerkzeuge und moderne Hybridfunktionen zu einer zentralen Plattform für die Administration von Windows Server, Azure Local/Stack HCI und Arc-Umgebungen. Die aktuelle Version bietet deutliche technische Fortschritte.

Das Windows Admin Center reagiert in der neuen Version schneller und bietet mehr Funktionen.(Bild:  Microsoft | Joos)
Das Windows Admin Center reagiert in der neuen Version schneller und bietet mehr Funktionen.
(Bild: Microsoft | Joos)

Windows Admin Center 2410 richtet sich an IT-Administratoren, die lokale und hybride Windows-Infrastrukturen zentral, konsistent und sicher verwalten möchten. Die aktuelle Version vereint Verwaltungsfunktionen mit klaren Performance- und Sicherheitsverbesserungen. Sie ersetzt dabei nicht klassische Werkzeuge wie den Server Manager oder den Failover Cluster Manager, sondern ergänzt sie durch ein modernes, webbasiertes Bedienkonzept mit wachsendem Funktionsumfang.

VM-Verwaltung revolutioniert: Neue Workflows und Performance-Steigerungen

Die Verwaltung virtueller Maschinen zählt zu den am häufigsten genutzten Funktionen im Windows Admin Center. Mit Version 2410 hat Microsoft die Prozesse für das Importieren und Verschieben von VMs grundlegend überarbeitet. Der neue Import-Workflow ermöglicht es, Speicherorte und virtuelle Netzwerkkarten gezielt zuzuweisen und bietet über Inline-Validierung frühzeitig Hinweise auf Konflikte, etwa bei doppelten VM-Namen. Die Migration wurde um Optionen für Speicher- und Cluster-Umzüge erweitert. Administratoren wählen zwischen Live- und Quick-Migration, erhalten Kompatibilitätswarnungen in Echtzeit und profitieren von einem deutlich optimierten Ablauf.

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Die neue VM-Inventory-Ansicht steigert die Übersichtlichkeit und Geschwindigkeit spürbar. VMs lassen sich nach Zustand oder Name gruppieren, Suchvorgänge liefern nahezu verzögerungsfrei Ergebnisse. In der Detailansicht zeigt das Admin Center zusätzliche Informationen wie Betriebssysteme und FQDNs. Wer die klassische Darstellung bevorzugt, kann jederzeit zurückschalten. Ein neuer Umschalter ermöglicht zudem den Wechsel zwischen komprimierter und detaillierter Darstellung mit erweiterten Metriken wie CPU-Auslastung oder Memory Pressure.

Erweiterte Sicherheitsfeatures: LAPS, Baseline-Management und Silicon-Assisted Security

Im Bereich Sicherheit zieht das Admin Center mit systemnahen Tools gleich. Die neue Sicherheitsbasislinien-Funktion basiert auf Microsofts empfohlenem Baseline-Modell und wird über OSConfig durchgehend überwacht. Policies lassen sich gezielt auswählen und anwenden, die Drift-Kontrolle sorgt für Konformität über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Mit der Komponente „Silicon-Assisted Security“ bietet Microsoft eine zentrale Oberfläche zur Verwaltung hardwaregestützter Sicherheitsfunktionen. Die Darstellung unterscheidet konfigurierbare und informative Merkmale und zeigt unmittelbar, welche Anforderungen erfüllt oder welche Maßnahmen ausstehend sind.

Ein weiteres Highlight ist die Integration von Windows LAPS. Passwörter lokaler Administratorkonten lassen sich anzeigen, zurücksetzen und ihre Ablaufzeit verwalten, auch für mehrere Maschinen gleichzeitig. Die Verwaltung der DSRM-Konten von Domänencontrollern ist ebenfalls möglich. Microsoft positioniert die Sicherheitskomponente mit Blick auf Active Directory-Umgebungen und hybride Modelle gleichermaßen und erlaubt so einen vollständigen LAPS-Workflow direkt im Tool.

Storage Replica GUI-Management: Replikation ohne PowerShell konfigurieren

Das Admin Center erlaubt eine vollständige GUI-basierte Einrichtung von Storage Replica. Administratoren definieren Replikationsgruppen, wählen Quell- und Zielserver, konfigurieren Daten- und Log-Volumes und starten die synchrone oder asynchrone Replikation. Bereits bestehende Partnerschaften lassen sich anpassen, zusätzliche Volumes integrieren oder die Replikationsrichtung wechseln.

Die grafische Oberfläche zeigt Statusinformationen, Protokollgrößen und Recovery-Werte auf einen Blick, ohne Wechsel in die PowerShell. Auch mehrere Volumes lassen sich parallel in einer Partnerschaft verwalten, abhängig von der eingesetzten Windows-Edition.

Installation und Sicherheit: Zertifikate, Authentifizierung und Best Practices

Das Admin Center lässt sich lokal als Einzelplatzinstallation oder im Gateway-Modus betreiben. Die aktuelle Version nutzt standardmäßig Port 6600 für HTTPS-Kommunikation. Zertifikate können manuell eingebunden oder automatisch als selbstsignierte Variante erstellt werden, mit einem Gültigkeitszeitraum von 60 Tagen. In produktiven Umgebungen empfiehlt sich der Einsatz von Zertifikaten einer internen PKI. Selbstsignierte Zertifikate erzeugen eine Browserwarnung, die beim ersten Zugriff manuell bestätigt werden muss.

Zur Authentifizierung bietet das Setup wahlweise HTML-Formular-Login oder Windows-Authentifizierung via Kerberos. Die Zugriffskontrolle kann auf vertrauenswürdige Domänenrechner beschränkt oder für alle Computer geöffnet werden. Für die Verwaltung nicht-domänengebundener Systeme muss die TrustedHosts-Liste angepasst werden. Die Wahl zwischen lokalem Zugriff oder Gateway-Modus erfolgt ebenfalls bereits im Installationsprozess, der über eine benutzerdefinierte Konfiguration mit vollständiger Sicht auf alle Optionen erfolgt.

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.NET 8 Upgrade: Performance-Boost und Plugin-Kompatibilität

Mit der Umstellung auf .NET 8 wurden wesentliche Grundlagen überarbeitet. Das Backend ersetzt .NET Framework 4.6.2 vollständig. Daraus ergeben sich kürzere Ladezeiten, verbesserte Kryptografie und HTTP/2-Unterstützung. Gateway-Plugins, die auf der alten .NET-Version basieren, funktionieren nicht mehr. Entwickler müssen ihre Erweiterungen migrieren und neue Anforderungen erfüllen. NuGet-Paket-Signierung ist nun verpflichtend, auch JavaScript- und DLL-Dateien müssen signiert sein. Microsoft stellt dazu aktualisierte SDKs und Migrationshilfen bereit.

Für Erweiterungsentwickler ist außerdem ein Angular-Upgrade auf Version 18 angekündigt. Das Admin Center-Team wird die Plattform und das SDK gleichzeitig aktualisieren und ein Migrationstool bereitstellen. Auch die Dokumentation zu Gateway-Plug-ins, Zertifikatsverwaltung und Troubleshooting wird derzeit überarbeitet.

Azure-Integration: Hybride Verwaltung mit Arc und Cloud-Services

Das Admin Center lässt sich vollständig in Microsoft Azure integrieren. Die Verwaltung von Azure-IaaS-VMs ist GA, Arc-fähige Ressourcen lassen sich ebenfalls anbinden. Die Plattform bietet Azure-RBAC, Entra ID-Authentifizierung, monatliche Updates und schnellere Ladezeiten durch CDN-Nutzung. Eine Besonderheit der Azure-Variante: Bestimmte Funktionen wie die One-Click-VM-Erstellung in Azure stehen nur dort zur Verfügung.

Mit Windows Server 2025 rücken neue Hybrid-Modelle in den Fokus. Azure Update Manager, LAPS-Integration und weitere Services lassen sich direkt aus dem Admin Center nutzen, vorausgesetzt, der Server ist Azure Arc-fähig angebunden und nutzt Software Assurance oder ein Pay-as-you-go-Modell.

Das Admin Center ermöglicht zudem den vollständigen Verzicht auf RDP und VPN für den Remotezugriff. Die Verwaltung erfolgt browserbasiert direkt über das Azure-Portal, inklusive Support für Arc-aktivierte On-Premises-Server.

Hyper-V Optimierungen: Network ATC, Thin Provisioning und Live Migration

Version 2410 behebt Einschränkungen bei der Extension-Verwaltung. Netzwerkfunktionen wie Network ATC sind nun wieder nachinstallierbar. Die Integration erlaubt es, Traffic-Klassen wie SMB oder Live-Migration granular zu steuern. Microsoft reduziert bei aktivem ATC standardmäßig die Bandbreite für Live-Migrationen auf etwa 15 Prozent, was zu Performance-Einbußen führen kann, diese Vorgaben lassen sich jedoch über das Admin Center anpassen. Auch die Zahl gleichzeitiger Live-Migrationen wird durch ATC begrenzt und muss gegebenenfalls manuell hochgesetzt werden.

Storage Spaces Direct unterstützt jetzt Thin Provisioning nativ auch im Admin Center. Volumes lassen sich im gewünschten Modus erstellen und verwalten. Eine Kapazitätswarnung ab 70 Prozent Füllstand hilft, rechtzeitig zu reagieren, die tatsächliche Speicherreserve muss jedoch separat eingeplant werden. Die standardmäßige Aktivierung von Thin Provisioning kann in den Storage-Einstellungen konfiguriert werden. Fehlerhafte Volumengrößenberechnungen bei automatisch erstellten Clustern in Azure Local, ehemals Azure Stack HCI führen allerdings teils zu überprovisionierten Disks, die nicht mehr verkleinert werden können.

Cluster-Management: Netzwerkeinstellungen und Failover-Konfiguration

Das Admin Center bündelt Cluster-, Speicher- und Netzwerkkonfigurationen an zentraler Stelle. Dazu zählen auch Affinity- und Anti-Affinity-Rules, NUMA-Zonen, Balancing-Intervalle für VMs sowie das Shutdown-Verhalten bei geplanten Wartungen. Der Failover Cluster Manager bleibt in bestimmten Fällen dennoch schneller, etwa bei spontanen Volume-Ownership-Änderungen nach einem Node-Reboot.

Virtuelle Switches können im Admin Center als SET-Switch konfiguriert werden, sofern zwei oder mehr physische Netzwerkkarten vorhanden sind. Die klassische Hyper-V-Switch-Konfiguration wird bei Einzeladaptern weiterhin verwendet, kann aber durch Powershell in ein Embedded Teaming überführt werden.

Remote-Zugriff: VMConnect im Browser und Kubernetes-Integration

Das Admin Center erlaubt den direkten Zugriff auf VMs per RDP im Browser. Bei der Verbindung lassen sich in 2410 Tastaturlayouts auswählen. Zertifikatswarnungen bei selbstsignierten Zertifikaten müssen einmalig bestätigt werden. Die Remote Desktop-Funktion kann auf dem Zielsystem direkt über das Admin Center aktiviert werden. Kubernetes-Cluster, die über Azure Local bereitgestellt wurden, werden automatisch erkannt. Eine vollständige Verwaltung ist nicht möglich, das Admin Center verweist auf die Azure-native Oberfläche. Auch diese Erkennung wurde gegenüber früheren Versionen verbessert.

Import und Export von Verbindungen

Für Szenarien mit mehreren Admin Center-Installationen auf unterschiedlichen Maschinen bietet Version 2410 eine neue Import- und Exportfunktion. Verbindungen lassen sich inklusive Tags und Gruppenzuordnungen als CSV-Datei speichern und über ein überarbeitetes UI wiederherstellen. Damit erleichtert Microsoft die Migration von Gateways oder parallele Verwaltungsumgebungen.

Architektur und Deployment: Gateway-Modus vs. lokale Installation

Windows Admin Center besteht aus einem Gateway-Dienst, der über PowerShell und WMI per WinRM mit Zielsystemen kommuniziert, und einem Webserver, der das Frontend über HTTPS bereitstellt. Beide Komponenten werden über ein einzelnes MSI-Paket installiert. Die Veröffentlichung des Webservers im Internet erlaubt ortsunabhängigen Zugriff, etwa bei gehosteten Szenarien oder im Supporteinsatz.

Windows Admin Center 2410 etabliert sich als zentrales Verwaltungswerkzeug für moderne Windows-Infrastrukturen. Mit tiefgreifender Azure-Integration, vollständiger Steuerung von Clustern, VMs und Sicherheitsfunktionen sowie kontinuierlichen Performance- und Plattformverbesserungen bietet es eine konsolidierte, zukunftsfähige Lösung für heterogene IT-Umgebungen.

Die Kombination aus lokalem Betrieb und cloudbasierten Erweiterungen macht das Tool zur verbindenden Schicht zwischen klassischen Rechenzentren und hybriden Betriebsmodellen.

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