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Pseudowire- und Leitungsemulation
Mehr oder weniger aus dem eigenen Haue stammt die Pseudowire-Technik „TDMoIP“. Sie wurde unter der Federführung von RAD Data Communications entwickelt und als Implementierungsvereinbarung vom MFA Forum (MPLS - Frame Relay ATM) sowie in Empfehlungen der ITU-T und der IETF PWE3-Arbeitsgruppe ratifiziert.
TDMoIP dient der Übertragung von TDM-Verbindungen wie E1/T1 oder E3/T3 über IP- oder MPLS-Netze. Seit der Implementierung entsprechender Funktionen unterstützt TDMoIP mittlerweile auch die Nutzung von Ethernet-Netzwerken gemäß der Implementierungsvereinbarung MEF 8. TDMoIP ist insofern mit ATM AAL1 vergleichbar, als beide Verfahren für die Emulation von Leitungen über paketvermittelte Netze eingesetzt werden.
Im Unterschied zu ATM-Netzen gibt es bei Ethernet-Netzwerken jedoch keinen eigenen Mechanismus zur Taktwiederherstellung. Ein weiteres Problem stellen Paketverzögerungen, Paketverzögerungsschwankungen („Jitter“) und Paketverluste dar, die die Übertragung von synchronem TDM-Verkehr erheblich erschweren.
TDMoIP verfügt über eine Reihe von Funktionen, mit denen diese Probleme umgangen werden. Der synchrone TDM-Rahmen wird grundsätzlich zuerst segmentiert, anschließend werden den einzelnen Segmenten entsprechende Header hinzugefügt. Die Header enthalten MAC-, IP- oder MPLS-Adressen und Angaben zum VLAN und zur Dienstklasse. Die Pakete werden über die Ethernet-Verbindung übertragen. Auf der Empfangsseite wird der ursprüngliche Bitstrom wiederhergestellt, indem die Header entfernt, die Segmente wieder verkettet und der Takt regeneriert wird.

Die Datenratenbegrenzungs- und Priorisierungsfunktionen von NTUs spielen hier eine wichtige Rolle. Denn Leitungsemulation erfordert eine jederzeit verfügbare, breitbandige Leitung, in der Regel mit einer Datenrate von 2 oder 1,5 Megabit pro Sekunde per E1/T1. Da die Mindestbandbreite der heute über Glasfaser angebotenen Ethernet-Dienste 5 Megabit pro Sekunde beträgt, muss die Leitungsemulation Vorrang vor allen anderen Diensten haben, und die Ethernet-NTU muss gewährleisten, dass dies auch der Fall ist.
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