Forscher: 345 Mio. LPWAN-Verbindungen bis 2020

M2M-/IoT-Markt: Konkurrenz für Mobilfunknetze

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Mobilfunknetze und LPWANs werden Beecham Research zufolge um Anteile im M2M/IoT-Konnektivitätsmarkt konkurrieren.
Mobilfunknetze und LPWANs werden Beecham Research zufolge um Anteile im M2M/IoT-Konnektivitätsmarkt konkurrieren. (Bild: BillionPhotos.com – Fotolia.com)

Beecham Research prognostiziert in einem Forschungsbericht, dass LPWANs bis 2020 mit rund 345 Mio. Verbindungen einen Anteil von 26 Prozent am M2M-/IoT-Konnektivitätsmarkt bereitstellen werden. Mobilfunknetze müssten sich demnach auf Konkurrenz einstellen.

Das nahezu ausschließliche Monopol der traditionellen Mobilfunknetze für Verbindungen zwischen Mobilgeräten wird laut einem Bericht von Beecham Research mit dem Titel Low Power Wide Area Networks for IoT Applications Market Report & Forecast nicht mehr lange fortbestehen. Wachsende Konkurrenz sehen die Marktforscher in LPWANs (Low Power Wide Area Networks), die eine Datenübertragung über große Entfernungen bei geringerer Sendeleistung und zu geringeren Kosten bieten könnten und somit ein breiteres Sortiment an M2M- und IoT-Anwendungen ermöglichten.

Weniger Sendeleistung, weniger Rolloutkosten

„LPWANs stellen die dynamischste Entwicklung mit dem höchsten Marktumwälzungspotenzial im M2M-/IoT-Markt dar“, bemerkt David Parker, Senior Analyst bei Beecham Research und Autor des Berichts. „Für eine größere Reichweite muss man die geringere Geschwindigkeit der LPWANs in Kauf nehmen. Sie bieten uns jedoch Netzwerke, die mit viel geringeren Rolloutkosten als die traditionellen Mobilfunknetze auf die Konnektivität von Maschinen untereinander optimal ausgelegt sind. LPWANs werden mit anderen Netzwerktechnologien sowohl kooperieren als auch konkurrieren, um ein Marktwachstum mit mehr Konnektivitätsmöglichkeiten für die Endnutzer zu stimulieren.“

Der Bericht warnt vor dem Presserummel rund um Big-Data-Anwendungen, bei dem sich alles um die drei Vs drehe: Velocity, Volume und Variety (Datenrate, Datenkapazität und Funktionsvielfalt). „Unsere Untersuchung der LPWANs hob hervor, dass es viele Anwendungen gibt, die nichts mit Big Data zu tun haben und auch nicht notwendigerweise Echtzeit, Interaktivität oder Immersion verlangen“, fügt Robin Duke-Woolley, CEO von Beecham Research, hinzu. „Vom Standpunkt der Konnektivität aus gesehen wird sich der Markt zu den 4G- und 5G-Netzen hin verschieben, um die Forderungen des Big-Data-IoT zu erfüllen, während LPWANs und gleichwertige Netzwerke sich den IoT-Anwendungen mit geringerem Datenaufkommen widmen werden.“

Lösungen für ISM- und TVWS-Frequenzen

Der Bericht von Beecham Research untersucht die wachsende Fülle an LPWAN-Technologien, einschließlich Sigfox und ähnlicher Konzepte, sowie von Mitgliedsunternehmen der LoRa Alliance, die derzeit, so die Marktforscher, im Hinblick auf Netzwerkbereitstellung, Industriesupport, Investitionen und Kundenzahlen führend im LPWAN-Bereich sind. Bei den meisten dieser LPWAN-Lösungen komme das ISM-Frequenzband (Industrial Scientific and Medical Band) zum Einsatz, das eher für seine Verwendung bei Drahtlostechnologien mit kurzen Reichweiten wie Zigbee, WiFi und 6LoWPAN bekannt sei. Jüngste Entwicklungsfortschritte hätten es jedoch ermöglicht, LPWANs unter Nutzung des ISM-Bandes über größere Entfernungen – bis zu 50 Kilometer in ländlichen Gebieten und fünf bis zehn Kilometer in Stadtgebieten – aufzubauen.

Eine weitere als TV White Spaces (TVWS) bekannte LPWAN-Technologie mit hohen Reichweiten und geringer Sendeleistung könne die Lücken zwischen den VHF- und UHF-Bereichen des Spektrums ausnutzen, die früher für Fernsehsendungen verwendet wurden. TVWS verspreche Internetverbindungen über Entfernungen von zehn Kilometern und mit einer im Vergleich zu 3G und 4G besseren Netzversorgung im Innern von Gebäuden.

„Die neuen Marktteilnehmer, die in den ISM- und TVWS-Bändern arbeiten, fördern das Gesamtmarktwachstum und fordern die GSMA-Welt zum Handeln heraus“, merkt Parker hierzu an. „Die Entwicklung von Normen für die Gemeinschaft der Mobilfunknetzbetreiber ist ein langsamerer Prozess, aber das Aufkommen des LTE-M- und Narrowband-IoTs (NB-IOT) wird es den Mobilfunknetzbetreibern erlauben, im Wettbewerb gegen diese neuen Marktteilnehmer auf demselben Niveau hinsichtlich Reichweite, Akkulebensdauer und Kosten antreten zu können.“ Der Bericht untersuche die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich.

Obwohl diese Marktverschiebung rasch vonstattengehe, hat Duke-Woolley gegenüber überoptimistischen Prognosen einige Bedenken: „Wir sind einigen schwindelerregenden Prognosen über die Anzahl der verbundenen Geräte innerhalb der nächsten fünf bzw. zehn Jahre begegnet, die einfach unrealistisch sind. Es besteht die Gefahr, dass etablierte wie auch neue Unternehmen ihre Geschäftspläne auf Basis dieser Prognosen erstellen und ihre finanziellen Mittel verbrauchen, bevor sie sich im Markt etablieren können und eine Anlagenrendite erzielen. Beecham Research beschäftigt sich hauptsächlich mit der Bereitstellung einer kundenspezifischen Unterstützung bei der Entwicklung von Geschäftsplänen, für die eine Bereitstellung realistischer Umsatzprognosen unerlässlich ist.“

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