Unterschiede bei der Client- und Servervirtualisierung

Lizenzierungsfallen bei virtuellen Anwendungen

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Lizenzen – nach Erfahrungen des IT-Dienstleisters MSG Services offenbaren viele Unternehmen hier Managementschwächen.
Lizenzen – nach Erfahrungen des IT-Dienstleisters MSG Services offenbaren viele Unternehmen hier Managementschwächen. (Bild: Goss Vitalij – Fotolia)

Nach den Erfahrungen des IT-Dienstleisters MSG Services haben viele Unternehmen, obwohl sie verstärkt ihre Aufmerksamkeit auf dieses Thema lenken, Schwächen beim Lizenzmanagement, z.B. bei der Lizenzierung der in steigendem Maß genutzten virtuellen Lösungen.

Nach den Erfahrungen von MSG Services setzen die Hersteller bei virtuellen Anwendungen üblicherweise andere Lizenzmetriken ein, als bei herkömmlichen Softwareinstallationen. Zu unterscheiden sei dabei zwischen der Client- und Servervirtualisierung. Im Falle der Servervirtualisierung sei die Lizenzmobilität von wesentlicher Bedeutung. Der große Nutzenvorteil einer virtuellen Serverumgebung bestehe darin, dass die einzelnen Server zur Lastverteilung und Performancesteigerung zwischen mehreren Hosts hin- und hergeschoben werden können.

Doch Bianca Ferber, Abteilungsleiterin Software Asset Management bei MSG Services, warnt: „Je nach Lizenzmetrik oder Produktedition mancher Hersteller wie etwa im Falle von Microsoft ist diese Flexibilität nicht immer gegeben. Die Hersteller haben hierfür bestimmte Regelungen eingeführt, sodass das Recht der Lizenzmobilität bei manchen Produkten beispielsweise nur mit aktiver Software Assurance besteht.“

Als weitere Lizenzfalle führt sie die Lizenzeditionen bei der Servervirtualisierung an und erläutert dies am Beispiel von Microsoft: „Hatte man in der Vergangenheit lediglich physische Server im Einsatz und die Lizenzen in der Standard- oder Enterprise-Version erworben, wird dies in einer virtuellen Serverumgebung zur Tücke. Wichtig ist hier, dass man lediglich bei der Datacenter-Lizenz das Recht auf eine unbegrenzte Virtualisierung hat. Die Virtualisierungsrechte unterscheiden sich innerhalb der Produktedition als auch in der Produktversion.“

Auch bei der Clientvirtualisierung könnten Fehler in der Lizenzierung auftreten, vor allem weil die Notwendigkeit mehrerer Lizenzen übersehen werde. So seien etwa für die Lizenzierung von virtuellen Desktopumgebungen von Microsoft neben der eigentlich eingesetzten Softwarelizenz auch sogenannte Virtual-Desktop-Access-Lizenzen (VDA) notwendig, welche alternativ durch Software Assurance (SA) abgedeckt werden könnten. Zudem könnten Lizenzen zusätzlicher Hersteller erforderlich sein, etwa von Citrix oder VMware.

„Es sollte darauf geachtet werden, dass Hersteller unterschiedliche Lizenzmetriken in virtuellen Umgebungen gegenüber der herkömmlichen Softwareinstallation verwenden“, betont Ferber. So sei beispielsweise festzustellen, dass sie zunehmend von der devicebezogenen zu einer benutzerbasierten Lizenzierung wechseln. „Bei der sogenannten „Concurrent-use“-Lizenzierung wird in den meisten Fällen ein spezieller Lizenzserver eingesetzt, der die vorhandenen Lizenzzahlen verwaltet“, erläutert die Abteilungsleiterin der MSG Services.

Die dargestellten und weiteren Stolperfallen bei der Softwarevirtualisierung können ihrer Ansicht nach nur durch ein umfassend strukturiertes Lizenzmanagement vermieden werden. „Eine Virtualisierung reduziert zwar die Kosten und steigert die IT-Flexibilität, aber diese Vorteile gibt es nicht völlig umsonst, da zur Vermeidung von Lizenzierungsproblemen Veränderungen in den Prozessen und Strukturen vorgenommen werden müssen.“

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