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Tools mit Management beseitigen Bremsen im Netzverkehr LAN/WAN-Beschleuniger bringen Applikationen auf Touren

| Autor / Redakteur: Andreas Beuthner / Ulrike Ostler

Es ist nicht einfach, nervige Wartezeiten am Schreibtischcomputer einzudämmen. Denn hinter überlasteten Routern, langen Latenzzeiten oder Qualitätsschwankungen der gerade offenen Verbindungen stecken viele Ursachen. Die LAN- und WAN-Tools sind häufig zu speziell, um Applikations-Performance zu gewährleisten.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Oftmals ist es ein Herumstochern im Nebel. Das Netz geht in die Knie und eine Suche per Trial and Error beginnt. Denn zumeist kann niemand im Unternehmen genau vorhersagen, wie sich das Netzwerk verhalten wird, wenn ein Update der Applikationslandschaft stattfindet, einige Server umziehen oder neue Dienste wie Voice over Internet Protocol (VoIP) im Unternehmensnetz Einzug halten.

Nur eines scheint sicher: Der Bandbreitenbedarf im Netz nimmt tendenziell zu und die Lasten sowie Latenzzeiten im Transportnetz verändern sich.

Schon die Frage, welche Applikation wie viel Bandbreite zu welchem Zeitpunkt belegt, gerät in verteilten Netzumgebungen schnell zur Herkulesaufgabe. Web-basierte Applikationen oder der Browser-Zugriff auf umfangreiche Homepages erhöhen den Traffic im Netz erheblich. Kommen dann noch datenintensive Downloads aus dem Grafik- und Videobereich dazu, haben andere, geschäftskritische Anwendungen das Nachsehen.

Herkömmliche Tools sind zu ungenau

Als Gegenmaßnahme fällt Systembetreibern an erster Stelle das Netz-Monitoring und -Testing ein. Überwachungs-Tools durchleuchten die Qualität der Benutzertransaktionen ebenso wie das Synchronisieren von Datenbanken oder andere Aktionen der Backend-Systeme.

Der Blick auf das Gesamtsystem kümmert sich allerdings nicht vorrangig um die Applikationslandschaft, sondern verfolgt die End-to-End-Verfügbarkeit der gesamten IT. So kommt kein Administrator durch einfaches Beobachten von Netzwerkaktivitäten einer fehlerhaften Konfiguration von Routern und Switches auf die Spur.

Zudem steigt die Komplexität der Anwendungssysteme. Multi-Tier-Lösungen, gepaart mit Anforderungen an schnellen Datenzugriff sowie der Einbezug zentraler Services wie Single Sign-On oder Storage Area Networks machen die Applikationslandschaft komplex und für den allgemeinen Systemadministrator schwer durchschaubar.

Außerdem nehmen Applikationen immer häufiger den Weg über Wide Aerea Networks (WAN). Die Monitoring-Daten geben dann kaum Aufschluss darüber, welche Ressourcen wie häufig ausgelastet sind und ob die vorhandenen Kapazitätsreserven beim Applikationszugriff optimal genutzt werden.

Spezielle Fragen verlangen besondere Antworten

Aus Sicht des Application Layer geht es mehr um Antworten auf die Frage, welche Komponenten einen Transaktions-Request annehmen, welche Wege die Transaktionen innerhalb der lokalen Netzumgebung nehmen, welche Backend-Systeme mit welchen Transaktionen und Ausführungsszeiten angesprochen werden und wo Probleme, Engpässe oder Fehler im Bereich der öffentlichen Übertragungswege auftreten. Wichtig für den lokalen Admin ist auch die Frage, ob der Service Provider zugesicherten Quality of Services einhält.

Ein leistungsfähiges Application Performance Management (APM) dringt folglich tiefer in die Verkehrs- und Übertragungstechnik von Netzwerken ein und untersucht das Verhalten von Benutzertransaktionen. Dabei kommt es auf das sichtbare Zusammenspiel der einzelnen Stationen zwischen Absender und Empfänger der Datenpakete ebenso an, wie auf die Hilfestellung bei der Zuweisung von Netzwerkressourcen oder beim Eindämmen des übermäßigen Session-Aufbaus einzelner Anwendungen.

Eigene Geräteklasse soll Limits aufheben

Hersteller wie Packeteer, Redline, F5 Networks, Citrix oder Symantec gehen dazu über, ihre Überwachungs- und Acceleration-Tools in eigenen Geräten zu integrieren oder in einer Softwareplattform mit Dashboard-Funktionen einzubetten.

Beispielsweise bietet Packeteer eine eigene Appliance an, die an diversen Netzstellen eingeklinkt wird. Dabei soll es sich nach Firmenangaben um ein Verkehrsleitsystem für Applikationen handeln, das den Datenverkehr einer Layer-7-Klassifikation unterzieht und Netzzugriffe anhand von Bandbreitenrichtlinien kontrolliert.

Die neueste Version 8.0 der APM-Lösung von Symantec beobachtet und analysiert Performance-Probleme mit Transaktionsdaten, die innerhalb komplexer Multi-Tier-Anwendungen auftauchen. Bei Symantec geht man davon aus, dass durch die Zunahme von Web-Applikationen und service-basierten Applikationsarchitekturen (SOA) zusätzliche Engpässe an den Netzwerkknoten auftreten, die sich nicht einfach durch teure Bandbreiten-Upgrades ausschalten lassen.

Mehr Kontrolle

Bessere Methoden, um den ansteigenden Daten-Traffic zu optimieren, bieten auch so genannte Application Delivery Controllers (ADC). Dabei handelt es sich um eigenständige Geräte, die auf Load Balancing, Multiplexing, Kompressionstechniken, Caching und Security spezialisiert sind und deutlich mehr Management-Funktionen aufweisen als herkömmliche APM-Tools.

Im Gegensatz zu den synchronen WAN-Accelerators zum Beispiel von Packeteer und F5 Networks arbeiten ADCs asynchron als so genannte Application Frontends (AFE) mit den Servern zusammen. Synchrone Geräten müssen an beiden Enden der Netzwerkverbindung vorhanden.

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(ID:2007252)