Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 37

ISDN – Digitale Verschmelzung von Telefon- und WAN-Diensten

14.09.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Mit ISDN wachsen klassische Telekommunikations- und Wide-Area-Netzwerkdienste erstmals zusammen.
Mit ISDN wachsen klassische Telekommunikations- und Wide-Area-Netzwerkdienste erstmals zusammen.

WAN-Datendienste nach X.25 und Frame Relay existierten lange Zeit neben den konventionellen Telefondiensten. Das Integrated Services Digital Network ISDN hat diese beiden Welten zum ersten Male vollständig integriert. Ein Kunde hatte dadurch eine Reihe von Vorteilen. Diese waren aber gering gegenüber den enormen Vorteilen, die die Provider durch die vollständige Digitalisierung ihrer WAN-Kernnetze erzielen konnten. ISDN läutete den vollständigen Abschied von der bis dahin vorherrschenden analogen Vermittlungstechnik ein.

Wenn ein Anwender sich heute überlegt, auf welche Art und Weise er eine Kommunikation zu einem entfernten Partner, der sich nicht mehr auf dem Gelände des Anwenders befindet, durchführen kann, ergeben sich eine Reihe unterschiedlicher Alternativen, die sich alle in Leistung, Kosten und Komplexität der Lösung unterscheiden.

Dies ist vor allem aus der Entwicklung der öffentlichen Netze zu erklären. Das Fernsprechnetz charakterisiert den Anfang dieser Entwicklung und ist auch heute noch für gelegentliche, langsame Verbindungen interessant. Ein anderes älteres Netz war das TELEX-Netz, welches ebenfalls eine langsame Datenübertragung von nur 50 Bit/s ermöglichte. DATEX-L-, DATEX-P- und HfD-Netze traten mit der Zeit hinzu. Jedes Netz hatte dabei jeweils eigene Hauptanschlussarten

  • für unterschiedliche Dienste
  • mit individuellen internationalen Nummerierungsplänen
  • mit individuellen Tarifierungen
  • mit individuellen Anschlussbedingungen
  • mit Netz- und Dienstübergängen unter bestimmten technischen und betrieblichen Bedingungen und einer
  • Vielzahl unterschiedlicher genormter Teilnehmerschnittstellen
  • einer Vielzahl unterschiedlicher Prozeduren für die Benutzung
  • und einer Vielzahl von Endgeräte-Typen.

Dies hat zu zunehmender Unzufriedenheit bei den Benutzern geführt, da immer mehr Zeit dafür aufgewendet werden musste, eine sinnvolle und wirtschaftliche Lösung zu finden. Darüber hinaus führte dieser Dschungel an Möglichkeiten verbunden mit teutonischer Gründlichkeit zu einem wunderbaren Tarifgestrüpp, welches für den Teilnehmer erst recht nicht mehr zu durchschauen ist.

Aber es gibt noch andere Probleme: Provider wie die Telekom mussten unterschiedliche Netze warten und betreuen. Dies führte in einem ersten Schritt zur Zusammenlegung der HfD-, DATEX- und TELEX-Netze zum IDN, dem Integrierten Text- und Datennetz, und zu einer weitgehenden Digitalisierung der gesamten Nachrichtentechnik.

Integrated Services Digital Network

Das ISDN (Integrated Services Digital Network) ist ein weiterer Schritt zur Integration aller schmalbandigen Dienste (Sprach-, Daten-, Fax-, Tex-Dienste) und bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten.

Das Schmalband-ISDN, hier im Folgenden als ISDN bezeichnet, ist das erste wirklich dienstintegrierende Digitalnetz auf Basis der Digitalisierung des Fernsprechnetzes. Es stellt jedem Benutzer eine einheitliche Schnittstelle mit dem Namen S0-Schnittstelle an einer einheitlichen Steckdose, in Deutschland TAE(D), zur Verfügung, über die er völlig transparent seine Kommunikation abwickeln kann.

Dem Netz ist es dabei völlig gleichgültig, ob es sich um digitalisierte Sprache oder Datensignale handelt. Man kann die Informationsströme sogar mischen, d.h. telefonieren und in den Sprechpausen Daten übertragen. Außerdem kann man gleichzeitig Verbindungen mit mehreren ISDN-Gegenstellen haben. Insgesamt benötigt man natürlich entsprechende Endgeräte.

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weiter mit: Der ISDN-Basisanschluss S0

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