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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 37

ISDN – Digitale Verschmelzung von Telefon- und WAN-Diensten

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Der ISDN-Basisanschluss S0

Der ISDN-Basisanschluss S0 ist eine Vierdrahtschnittstelle und sieht zwei Nutzkanäle von jeweils 64 kBit/s und einen Signalisierungs bzw. Steuerungs-Kanal von 16 kBit/s Breite vor. Durch die zwei Nutz- und den Steuerungskanal, der den Namen D-Kanal trägt, kommt man auf eine Netto-Datenrate von 144 kbit/s. Hierzu kommen noch Synchronisierungsinformationen, so dass sich eine gesamte Übertragungsrate von 192 kbit/s ergibt.

Die Beschränkung auf die Basisschnittstellen mit 2 X 64 kBit/sec. Basisdatenrate und 16 kBit/sec. Signalisierung zieht eine Beschränkung auf schmalbandige Dienste nach sich.

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Für höhere Anforderungen, und besonders für die Anschaltung digitaler Nebenstellenanlagen, gibt es noch den Primärmultiplexanschluss mit der Schnittstelle S2M Er hat 30 Kanäle mit je 64 kbit/s als Nutzkanäle und einen D-Kanal mit 64 kbit/s als Steuerungskanal. Der Primärmultiplexanschluss lässt allerdings nur Punkt-zu-Punkt-Verbindungen zu. Für die Realisierung werden PCM30-Multiplexsysteme eingesetzt.

Die Diensteklassen des ISDN

Wie bereits mehrfach gezeigt, stellt ISDN vormehmlich Wählverbindungen zur Verfügung, die mittels ISDN-Geräten, aber auch über X.- oder V.-Schnittstellen mit Terminaladaptern genutzt werden können. Darüber hinaus stellt ISDN natürlich Verbindungen zu analogen Anschlüssen im Fernsprechnetz her. Die ISDN-Festverbindungen sind den Hauptanschlüssen für Direktruf ähnlich.

Im ISDN sind für die Benutzer verschiedene Klassen von Diensten vorgesehen:

  • Transportdienste: Dem Anwender steht unter Beachtung von Protokollen für die ISO-Schichten 1 bis 3 ein 64 kBit/s-Kanal zur Verfügung, bei dem er Dienste, Übertragungsverfahren und Endeinrichtungen unter Berücksichtigung von gewissen Randbedingungen frei wählen kann. Es gibt fest geschaltete Verbindungen und Wählverbindungen.
  • Standarddienste: Abgeschlossene Anwendungsdienste, die durch alle sieben Schichten des ISO-Referenzmodells durchstrukturiert sind. Übertragungsverfahren, Endgeräte und Schnittstellen der Wählverbindungen sind fest vorgegeben.
  • Informationsdienste: Wie Auskunfts- und Ansagedienste, Btx, usw., die je nach geforderter Struktur und dem Stand der Normung ausgeprägt sind.
  • Zusatzdienste: Besondere Verbindungsarten wie Konferenzschaltung, Verteil- und Speicherdienste sowie besondere Komfortmerkmale können als Zusatz zu bestehenden Diensten angeboten werden und die Attraktivität des Gesamtsystems erhöhen.

weiter mit: Die Kommunikationssteuerung bei ISDN

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