Arbeit der technischen Arbeitsgruppen von TACNET 4.0 startet

Grundlagen für industrielle 5G-Netze

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit 6,3 Millionen Euro.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit 6,3 Millionen Euro. (Bild: © mhp - stock.adobe.com)

Wie passen 5G und industrielle Kommunikationsnetze zusammen? Dieser Frage geht das von DFKI und Nokia Bell Labs koordinierte Projekt „TACNET 4.0 - Tactile Internet“ nach.

Seinen ersten Meilenstein hat das Projekt „TACNET 4.0 – Tactile Internet“ bereits erreicht: Anwendungsfälle und Anforderungen für 5G-Netze in der Industrie wurden analysiert und in die 3GPP-Standardisierung eingebracht. Nach einem Konsortialtreffen am 30. November in München geht es nun an die eigentliche Arbeit in den technischen Arbeitsgruppen, die schließlich auch Demonstratoren vorbereiten sollen.

Entwickelt werden sollen Infrastrukturen, die lokale und standortübergreifende Daten mit minimaler Verzögerung übertragen. Die Anforderungen ähneln nur auf den ersten Blick denen autonom fahrender, vernetzter Autos. Während diese ausschließlich in Weitverkehrsnetzen kommunizieren, widmet sich TACNET 4.0 auch privaten Netzen – sprich: Infrastrukturen die auf 5G-Technologie aufbauen aber nicht mehr zwingend von Telkos betrieben werden müssen.

Derlei lokale Netze könnten in einem reservierten Bereich des 3,5-GHz-Bandes (3,7 bis 3,8 GHz) funken, müssten aber Störungen mit möglicherweise angrenzenden Infrastrukturen ausschließen. Hierfür bedürfe es einer offenen, standardisierten Schnittstelle für die effiziente Synchronisation unterschiedlicher Funknetze. Überdies soll das Projekt klären, wie sich lokale Funknetze sowie bestehende Feldbussysteme per Gateway in 5G-Weitverkehrsnetze integrieren lassen.

Prof. Dr.-Ing. Hans Schotten, Leiter des Forschungsbereichs Intelligente Netze am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kaiserslautern und Koordinator von TACNET 4.0 erläutert: „Durch innovative 5G Technologien können anspruchsvolle und bisher nicht realisierbare Szenarien in der Prozess- und Fertigungsautomatisierung unterstützt werden. Ein solches Szenario ist zum Beispiel die Fernsteuerung von mobilen Maschinen oder Robotern, die in gefährlichen Arbeitsumgebungen im Einsatz sind oder die Bedienung durch lokal nicht verfügbares Fachpersonal erfordern. Hierzu werden im Projekt auch neue Ansätze, wie Big Data-Analytics, Edge-Cloud-unterstützte Echtzeitsteuerung und Ferndienste, untersucht.“

TACNET 4.0 wurde bereits im April 2017 offiziell gestartet und läuft drei Jahre. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das von Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und Nokia Bell Labs koordinierte Projekt mit 6,3 Millionen Euro.

Zum Konsortium gehören neben DFKI und Nokia Bell Labs: Das ABB Forschungszentrum, die Ascora GmbH, Robert Bosch GmbH, CommSolid GmbH, Götting KG, Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule OWL, MECSware GmbH, NXP Semiconductors Germany GmbH, OTARIS Interactive Services GmbH, Technische Universität Dresden mit dem Vodafone Lehrstuhl Mobile Communications Systems sowie mit dem Deutsche Telekom Lehrstuhl für Kommunikationsnetze, die Universität Bremen sowie die assoziierten und kooperierenden Partner BASF, Busch-Jaeger, Hirschmann Automation and Control GmbH, Innoroute GmbH, Phoenix Contact Electronics GmbH, Vodafone Germany, it’s OWL Spitzencluster, owl Maschinenbau e.V. und der VDMA an.

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