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Internet-Autobahn durch ein Neubaugebiet Glasfaser für regionale Netzbetreiber in Sindelfingen/Böblingen

Redakteur: Ulrike Ostler

Die Stadtwerke Sindelfingen und Böblingen nehmen im Neubaugebiet „Flugfeld Sindelfingen/Böblingen“ eines der modernsten Glasfasernetze Deutschlands in Betrieb. Es basiert auf einem Gigabit-Passive-Optical-Network (GPON). Alcatel-Lucent installierte die durchgehend auf IP basierende Multiservice-Netzwerkinfrastruktur.

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Das „Flugfeld“: rote Punkte sind bestehende Industrieansiedlungen in der Nachbarschaft, blaue Punkte neue, Bild: Zweckverband Flugfeld
Das „Flugfeld“: rote Punkte sind bestehende Industrieansiedlungen in der Nachbarschaft, blaue Punkte neue, Bild: Zweckverband Flugfeld
( Archiv: Vogel Business Media )

Am vergangenen Donnertag drückte man bei den Stadtwerken Sindelfingen und Böblingen im Beisein von Günther Oettinger, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, und den Oberbürgermeistern der Städte Sindelfingen und Böblingen auf den symbolischen roten Knopf. Damit ging ein Glasfasernetz für private und gewerbliche Mieter des Neubaugebiets Flugfeld in Betrieb, Diese haben nun ein superschnelles Internet sowie Telefon und Fernsehen über eine einzige Glasfaser, die bis in die jeweiligen Wohnungen beziehungsweise Gewerberäume reicht.

Das Netz der Stadtwerke Sindelfingen und Böblingen nimmt damit sicher eine Vorreiterrolle in Deutschland ein, die insbesondere vor dem Hintergrund des Konjunkturpaketes II der Bundesregierung Bedeutung hat.

Denn das in Sindelfingen praktizierte „Open Access“-Modell zeigt eine Möglichkeit zur wirtschaftlichen Realisierung auf: Die Stadtwerke haben bei der ohnehin notwendigen Erschließung des Neubaugebiets die Glasfaserleitungen direkt mit verlegt. Sie sind nun Eigentümer der Telekommunikationsinfrastruktur. Alcatel-Lucent lieferte und installierte die Netztechnik. Doch die Dienste für das Netz liefert der regionale Netzbetreiber VSE Net, der das Netz auch betreibt.

Vorbildfunktion

Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender von Alcatel-Lucent in Deutschland, erläutert: „Aufgrund ihrer bereits vorhandenen Geschäftsbeziehung zu vielen Kunden durch die Bereitstellung von Gas, Wasser und Elektrizität, können Versorger jetzt mit Hochgeschwindigkeits-Internet eine vierte Versorgungsleistung neben den klassischen Produkten anbieten.“

Auf Basis solcher Glasfaser-Infrastrukturen sind die Versorger auch in der Lage, zusätzliche Dienste anzubieten, sei es Gebäudemanagement, Dienste zur Energieeinsparung wie zum Beispiel Smart Metering (automatische und regelmäßige Erfassung von Zählerständen) oder Sicherheitssysteme.

Technische Ausstattung

Alcatel-Lucent installierte im Flugfeld Böblingen/Sindelfingen die IP basierende Multiservice-Netzwerkinfrastruktur „Triple Play Service Delivery Architecture“ (TPSDA). Sie basiert auf dem passiven Glasfasernetz „7342 Intelligent Services Access Manager Fiber-to-the-User“ (ISAM FTTU), auf Metro-Ethernet-Technik wie dem „7450“ Ethernet Service Switch und betriebsunterstützende Software wie „Vital Suite AAA“ und „Net Admin“.

Außerdem gibt es ein optisches Übertragungssystem, mit dem sich das traditionelle Fernsehsignal in die Glasfaser einspeisen lässt (Radio Frequency Overlay). Zudem übernimmt Alcatel-Lucent die Wartung und das Ersatzteil-Management.

Das Netz reicht bis in die Wohnungen oder Betriebstätten und erlaubt ein „Open Access“-Modell. Somit können verschiedene Service Provider darauf ihre Dienste anbieten.

Die Kunden haben am Fernseher oder PC eine große Auswahl an unterschiedlichen Diensten und Anwendungen, lediglich abhängig davon, was sie nutzen und dafür bezahlen möchten.

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