Autonomous Networking mit Extreme Elements

Extreme Networks Baukasten für das autonome Netzwerk

| Autor / Redakteur: Bernd Reder / Andreas Donner

Extreme Elements ist ein Baukastensystem, aus dem Nutzer entsprechend ihren Anforderungen wählen können.
Extreme Elements ist ein Baukastensystem, aus dem Nutzer entsprechend ihren Anforderungen wählen können. (Bild: Reder / Extreme NW)

Nach dem Motto "Man nehme …" werden Unternehmen künftig eine maßgeschneiderte IT-Infrastruktur zusammenstellen können. Das verspricht Extrems Networks. Das Unternehmen hat mit Extreme Elements eine Art Baukasten vorgestellt, der alle erforderlichen Komponenten für ein autonomes Netzwerk enthält.

Kein Einheitsessen aus der Kantine, sondern ein individuelles Menü offeriert der Netzwerkspezialist Extreme Networks mit Extreme Elements. Nutzer können entsprechend ihren Anforderungen die Komponenten für ein autonomes Unternehmens-Netzwerk auswählen und miteinander kombinieren. Die Basis bildet ein Baukasten mit Hard- und Software sowie Services.

"Das Netzwerk ist nach wie vor das Nervensystem jedes Unternehmen", sagt Abby Strong, Vice President of Product Marketing bei Extreme Networks, im Gespräch mit IP-Insider.de. "Doch Netzwerkspezialisten benötigen mehr denn je Lösungen, die ihnen das Leben leichter machen, etwa durch einen hohen Automatisierungsgrad." Diesen Ansatz will Extreme Networks mit Elements forcieren.

Das Paket besteht aus mehreren Komponenten. Eine ist eine softwarebasierte Infrastruktur. Sie umfasst Netzwerk-Switches und Cloud-Appliances. Hinzu kommt die WAN-Access-Plattform ExtremeAccess. Diese stellt eine VPN-Software und "Secure Fabric Services" bereit. Damit lässt sich eine Mikrosegmentierung des Netzes vom Campus bis hin zu den Niederlassungen eines Unternehmens durchführen.

Analyse- und Automatisierungsfunktionen

Besonderen Wert legt Extreme Elements auf detaillierte Analysefunktionen. Sie ermitteln, welche Endgeräte, IoT-Systeme (Internet of Things), Anwendungen und Nutzer auf das Netz zugreifen und in welchem Maße sie Netzwerkressourcen beanspruchen. Als Ergänzung stellt Extreme Elements eine KI- und Machine-Learning-Software (ML) zur Verfügung. "Sie lässt sich auf Systemen von Extreme Network betreiben", so Abby Strong. "Unternehmen können die Lösung aber auch auf eigener Hardware installieren."

Die KI-/ML-Software ist in zwei Varianten verfügbar. ExtremeAI RF ist für das WLAN-Management zuständig; ExtremeAI Security dient zum Schutz von IoT-Komponenten vor Cyber-Angriffen. Um Angriffe möglichst frühzeitig zu erkennen, ermittelt die Software den "Normalzustand" einer IoT-Infrastruktur. Bei Abweichungen, die auf einen Angriff hindeuten könnten, schlägt das System Alarm. Zu den Branchen, in denen ExtremeAI Security zum Einsatz kommen kann, zählen beispielweise der Einzelhandel, das Gesundheitswesen und der Hospitality-Bereich (Hotels, Gaststätten). Dort sind vernetzte "Dinge" wie Kassensysteme und Verkaufsterminals im Einsatz.

Abby Strong, Vice President of Product Marketing bei Extreme Networks: "Das Netzwerk ist nach wie vor das Nervensystem jedes Unternehmens. Doch Netzwerkspezialisten benötigen mehr denn je Lösungen, die ihnen das Leben leichter machen, etwa durch einen hohen Automatisierungsgrad."
Abby Strong, Vice President of Product Marketing bei Extreme Networks: "Das Netzwerk ist nach wie vor das Nervensystem jedes Unternehmens. Doch Netzwerkspezialisten benötigen mehr denn je Lösungen, die ihnen das Leben leichter machen, etwa durch einen hohen Automatisierungsgrad." (Bild: Reder / A. Strong)

Zu den wichtigsten Bestandteilen von Extreme Elements zählen Automatisierungsfunktionen. Dies ist keine Überraschung, propagiert Extrems Networks doch seit geraumer Zeit das "autonome Netzwerk", in dem die Konfiguration und das Management weitgehend automatisch ablaufen. Kernelemente sind Extremes Network Fabrics für Rechenzentren und Campus-Netze. Mit einer solche Fabric lassen sich Netzwerk-Infrastrukturen einrichten. Das gilt auch für komplexe Netze, die WLANs, Multi-Cloud-Umgebungen, Rechenzentren und Campus-Netze umfassen. Hinzu kommt mit Workflow Composer ein Tool, mit dem IT-Administratoren Workflows automatisieren können.

Administrator bleibt der "Chef"

Allerdings nimmt Extreme Elements dem IT-Fachmann nicht komplett das Heft aus der Hand: "Administratoren können selbst entscheiden, welche Funktionen im Netzwerk sie automatisieren möchten und welche nicht. Das gilt beispielsweise für die Reaktion auf sicherheitsrelevante Vorkommnisse", betont Strong.

Damit trägt Extreme Networks der Tatsache Rechnung, dass zwar ein Großteil der IT-Fachleute einer Automatisierung von Konfigurations- und Managementaufgaben positiv gegenübersteht. Dennoch wollen sie die Kontrolle über das Netzwerk und die darin befindlichen Systeme behalten. Dies gilt auch für die Entscheidungen, die KI- und Machine-Learning-Algorithmen treffen, die in Security- und Managementlösungen Einzug halten.

Ergänzend zu Hard- und Software stellt Extreme Elements Service- und Supportleistungen zur Verfügung.

Hintergrund: Komplexität nimmt zu – Budget nicht

Extreme Elements soll ein Problem lösen, mit dem sich nach Angaben von Zeus Kerravala, Inhaber des Beratungshauses ZK Research, immer mehr IT-Abteilungen konfrontiert sehen: Die Komplexität des Unternehmensnetzes nimmt stetig zu, das IT-Budget aber (leider) nicht. So muss das Netzwerk immer mehr Technologien unterstützen, etwa Container, das Internet der Dinge und Netzwerktechniken wie Wi-Fi 6. Hinzu kommen wachsende Anforderungen an die IT-Infrastruktur durch Ansätze wie DevOps und andere agile Methoden. Mit ihnen wollen Unternehmen Prozesse in Bereichen wie Netzwerkverwaltung und Software-Entwicklung beschleunigen.

Eine Folge ist laut Kerravala, dass der Aufwand immer höher wird, um ein Netzwerk am Laufen zu halten. Ein Beispiel: Laut ZK Research wenden 45 Prozent der Netzwerkfachleute zwischen 25 und 50 Prozent ihrer Arbeitszeit dafür auf, um Probleme mit Wireless LANs zu lösen. Daher sei es nötig, eine Art "selbstfahrendes Netzwerk" zu etablieren, das sich weitgehend automatisch verwaltet.

Einsatzbeispiel: Einzelhandel

In einem "Solution Brief" führt Extreme Networks mehrere Beispiele auf, wie Anwender aus unterschiedlichen Branchen Extreme Elements einsetzen können. So hat ein Einzelhändler die Möglichkeit, von Extreme WLAN-Systeme und die dazugehörige Management- und Sicherheitssoftware zu beziehen. Hinzu kommen mobile Applikationen und Verkaufsterminals (Points of Sales), die in das Netzwerk eingebunden werden.

Eine Analysesoftware aus der Cloud wiederum gibt Aufschluss darüber, in welchen Bereichen eines Ladengeschäfts sich Kunden besonders lange aufhalten und welche Waren stark nachgefragt werden. Auf Wunsch erhalten Besucher zudem auf ihrem mobilen Endgerät personalisierte Informationen, etwa über Sonderangebote von Produkten und spezielle Verkaufsaktionen.

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