VoIP-Probleme und wie man sie los wird

Diese Faktoren verantworten schlechte Qualität von Voice over IP

06.07.2009 | Autor / Redakteur: Marco Speckert / Ulrike Ostler

Offenbar finden viele die VoIP-Qualität zum Heulen. Das aber muss nicht so sein.
Offenbar finden viele die VoIP-Qualität zum Heulen. Das aber muss nicht so sein.

Entscheidend für die Qualität von Voice-over-IP-Telefonaten ist letztlich die Qualität der beteiligten Netzwerkkomponenten und Endgeräte. Denn diese haben maßgeblich Einfluss auf Störfaktoren wie Latenz, Jitter oder Paketverlust. Unternehmen sollten dies bei der Auswahl ihrer Netzwerkkomponenten berücksichtigen. Doch zuerst muss jeder wissen, worauf es tatsächlich ankommt.

Die Anfangszeit von Voice over IP ist vor allem mit zwei Eindrücken verknüpft: die Faszination, über ein Datennetz „kostenlos“ zu telefonieren, und die schlechte Qualität der Verbindung, die viel Ähnlichkeit mit Überseetelefonaten via Satellit aufwies. Seither jedoch hatte der Voice-over-IP-Markt viel Zeit, die Kinderkrankheiten auszukurieren und eine einsatzfähige Technik heranzuziehen.

Heute empfiehlt sie sich sowohl Privatanwendern als auch Geschäftskunden als kostensparende Alternative zur leitungsgebundenen Festnetztelefonie. Doch während in den digitalisierten leitungsgebundenen Telefonnetzen die Qualität der Sprachübertragung konstant auf einem hohen Niveau liegt – entsprechend auch der Ausdruck „ISDN-Qualität“ – ist die Telefonie über das Internet noch nicht ganz so weit.

Doch: Qualität ist relativ. Maßstäbe für Qualität sind von Person zu Person unterschiedlich und auch die Wahrnehmung von Qualität unterscheidet sich zwischen verschiedenen Menschen deutlich. Während für den ernsthaften Geländewagenfahrer beispielsweise eine robuste Konstruktion die Qualität eines Fahrzeugs ausmacht, legt der Sportwagenfahrer eher Wert auf geringe Spaltmaße, saubere Nähte an den Ledersitzen und eine makellose Lackierung. Die wahrgenommene Qualität ergibt sich in beiden Beispielen aus komplett unterschiedlichen Werten. Und dies ist auch bei der Wahrnehmung von Sprachqualität so.

Im Folgenden werden die Merkmale genannt, an denen sich die Qualität von Voice over IP festmachen lässt. Nicht alle sind gleichermaßen relevant. Einige aber müssen die VoIP-Anbieter unbedingt im Griff haben.

Mean Opinion Score

Zur Messung der Qualität von Sprachtelefonaten dient heute der so genannte Mean Opinion Score (MOS), den die ITU-T in der Recommendation P.800 „Methods for subjective determination of transmission quality“ spezifiziert. Dieser stellt das arithmetische Mittel einzelner subjektiver Bewertungen dar und umfasst einen Wertebereich zwischen 1 und 5.

Tabelle 1 zeigt die verschiedenen Ausprägungen und ihre Bedeutung. Der MOS ermöglicht es, die Qualität unterschiedlicher Sprachkodierungen (Codecs), Sprachverbindungen und Echokompensatoren miteinander zu vergleichen.

Durchsucht man das Internet nach MOS-Tabellen für verschiedenen Codecs, ein Beispiel findet sich in Tabelle 2, so wird man für ein und denselben Codec unterschiedlichste Werte finden. Dies unterstreicht einmal mehr die Subjektivität der Messung und vor allem des Empfindens von Qualität an sich.

Doch unabhängig davon, wie unterschiedliche Testgruppen die Qualität einer Sprachübertragung beurteilen, gibt es verschiedene objektiv messbare Faktoren, die die Qualität einer Sprachverbindung in einem Datennetz beeinflussen. Dabei ist es wichtig, die Parameter einer Sprachverbindung immer von einem Ende zum anderen Ende zu betrachten und zu messen. Denn verschiedene Teilstrecken tragen unterschiedlich stark zu einzelnen Störfaktoren bei, so dass nur eine Gesamtbetrachtung ein vollständiges Bild ergibt.

wweiter mit: Bandbreite

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