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VoIP-Probleme und wie man sie los wird

Diese Faktoren verantworten schlechte Qualität von Voice over IP

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Jitter

In der Netzwerktechnik bezeichnet Jitter die Varianz der Laufzeit von Datenpaketen vom Sender zum Empfänger aus Sicht der Anwendung. Jitter von mehr als 20 Millisekunden kann bei einer angenommen Paketnutzlast von 20 Millisekunden an Sprachdaten zu Qualitätsproblemen bei der Sprachübertragung führen.

Um die Folgen von Jitter abzuschwächen, haben viele Hersteller Jitter-Puffer in ihre Sprachanwendungen integriert. Jitter-Puffer speichern eingehende Pakete für eine bestimmte Zeit, bevor sie diese an den Dekompressionsprozess weiterleiten. Jitter-Puffer glätten also den Paketfluss, fügen aber selbst der Verbindung Latenz hinzu.

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Zu hoher Jitter äußert sich in der Praxis ähnlich wie Latenz, da in beiden Fällen Pakete verworfen werden, wenn die Latenz größer ist als die Hälfte des Jitter-Puffers. In einem komplett geswitchten Netzwerk tritt dabei immer weniger Jitter auf als in einem Netzwerk mit Hubs, da dort Kollisionen zu erneuten Übertragungen und somit zu unterschiedlichen Paketlaufzeiten führen.

Paketverlust

Paketverlust bedeutet, dass ein Sender Pakete auf ihren Weg schickt, die auf Grund von Netzwerkproblemen nicht beim Empfänger ankommen. In der Praxis ist es dabei schwierig, Paketverlust als Ursache eines Problems zu erkennen. Denn jeder Codec geht mit Paketverlusten anders um. Beispielsweise könnte bei identischer Verlustrate die wahrgenommene Sprachqualität eines Codecs mit Datenkompression besser sein als bei einem Codec, der die komplette Bandbreite belegt.

Paketverluste werden zudem von Menschen unterschiedlich wahrgenommen. So kann das Ohr Paketverluste während eines normalen Gesprächs beispielsweise schwerer wahrnehmen als während der Übertragung eines Dauertons. Zudem macht es einen Unterschied, ob beispielsweise zehn aufeinanderfolgende Pakete verloren gehen oder zehn Pakete, die sich über einen längeren Zeitraum zufällig verteilen. Haben die Datenpakete eine größere Sprachnutzlast, ist der Effekt von Paketverlusten wiederum größer als bei kleinen Datenpaketen.

Da Sprachdaten bei Verlust nicht noch mal übertragen werden, äußert sich dies durch Unterbrechungen, Verzögerungen oder Störgeräusche während eines Telefonats. Bei Signalisierungen hingegen steigt der Datenverkehr bei einem Paketverlust über drei Prozent deutlich an, da diese bei Verlust erneut übermittelt werden.

Für die Praxis bedeutet dies, dass zwischen zwei Endpunkten der Paketverlust maximal ein Prozent für ISDN-Qualität betragen sollte. Weniger als drei Prozent ist für normale Geschäftsgespräche noch ausreichend und immer noch besser als Handyqualität. Mehr als drei Prozent Paketverlust kann für Sprachverkehr immer noch akzeptabel sein, führt aber wie erwähnt bei der Übertragung der Signalisierungsdaten zu Problemen.

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