Studie von New Relic

Die Treiber der Digitalen Transformation

| Autor / Redakteur: Heidemarie Schuster / Andreas Donner

Damit die Digitale Transformation klappt, müssen viele Zahnräder ineinander laufen.
Damit die Digitale Transformation klappt, müssen viele Zahnräder ineinander laufen. (Bild: beermedia - stock.adobe.com)

Die internationale Studie von New Relic zeigt die zentralen Herausforderungen und Technologien auf, die die Digitale Transformation vorantreiben. Laut den Ergebnissen machen internationale Unternehmen bei Projekten zur Digitalen Transformation deutliche Fortschritte.

New Relic, Anbieter einer cloudbasierten Observability-Plattform, hat eine weltweite Studie zum Erfolg von digitalen Transformationsprojekten durchgeführt. Demnach gab es trotz einiger Hürden auch viele Fortschritte. Dennoch stellen die Technologieverantwortlichen fest, dass der Betrieb ihrer digital transformierten Unternehmen herausfordernd ist und sie unter zunehmendem Druck stehen, den Geschäftswert zu belegen.

Die Umfrage wurde von New Relic in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne durchgeführt. Insgesamt wurden 750 international erfahrene IT-Entscheider in Unternehmen mit mindestens 500 bis zu über 5.000 Beschäftigten befragt. Die Befragten stammen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Australien und den Vereinigten Staaten.

IDC schätzt, dass bis 2020 etwa 30 Prozent der G2000-Unternehmen ein Budget von mindestens 10 Prozent des Umsatzes zur Verfügung stellen werden, um ihre digitalen Strategien zu fördern. Diese Entwicklung hin zu größeren Investitionen ist von großer Bedeutung, da Führungskräfte die Digitale Transformation als Langzeitverpflichtung anerkennen. Nach bereits getätigten Investments in Milliardenhöhe in digitale Transformationsinitiativen, befassen sich Führungskräfte nun mit den Ergebnissen ihrer Investitionen und evaluieren, was die nächsten Schritte in diesem Prozess sind.

„Der Fokus der nächsten Phase der Digitalen Transformation liegt darauf, die aus den Datenmassen gewonnenen Informationen zu nutzen, um Unternehmen agiler zu gestalten, bessere Entscheidungen zu treffen und erstklassige digitale Nutzererfahrungen zu schaffen“, sagt Buddy Brewer, General Vice President und General Manager Client Side Monitoring bei New Relic. „Wie die Umfrage zeigt, haben datenbasierte Erkenntnisse eine entscheidende Bedeutung für die Digitale Transformation von Unternehmen. Die Analyse und Einbeziehung dieser Informationen in Entscheidungen helfen Unternehmen dabei, die Vorteile moderner Technologien zu skalieren und zu nutzen.“

Die Herausforderungen

Global aktive Unternehmen geben an, ihre Projekte zur Digitalen Transformation signifikant voranzutreiben. Dabei sagen 39 Prozent der weltweit Befragten, dass diese bereits abgeschlossen sind oder kurz vor dem Abschluss stehen. 91 Prozent erklären, dass die gewünschten Ergebnisse erreicht oder die Erwartungen sogar übertroffen wurden.

Die fünf größten Herausforderungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Digitalen Transformation sind aber bei allen Befragten identisch:

  • Verschiedene Bereiche des Unternehmens setzen die digitale Transformation unterschiedlich schnell um, was den kollektiven Fortschritt bremst;
  • Fachkräftemangel;
  • begrenzte Budgets;
  • Definition und Messung des Geschäftsnutzens;
  • anhaltender Widerstand gegen das Abschalten von veralteten Systemen.

Faktoren, die zu diesen Herausforderungen beitragen:

  • Gesteigerte Komplexität: Über 50 Prozent der Befragten sehen Herausforderungen darin, komplexe neue Software-Lösungen und Infrastrukturen zu verwalten und Performance-Probleme zu monitoren. Etwa zwei Drittel (67 %) stellen eine Verlängerung der Arbeitszeit fest, um die Software-Performance zu überwachen und sicherzustellen. Dies ist bedingt durch den Druck, auf Unternehmensbedürfnisse reagieren zu müssen.
  • Höhere Erwartungen: Drei von vier Befragten stimmen zu, dass der Rest des Unternehmens höhere Erwartungen daran hat, wie digitale Systeme funktionieren sollten. 72 Prozent erwarten vom Technologie-Team immer mehr Innovationen und Updates.
  • Mangel an Sichtbarkeit: Fast jeder Zweite (48 %) gibt an, dass Endnutzer oder Kunden ihn über ein Problem mit digitalen Apps benachrichtigen, bevor das Unternehmen selbst davon weiß. 46 Prozent sagen darüber hinaus, dass sie informiert werden, bevor sie eine mögliche Lösung für das Problem kennen.
  • Rechenschaftspflicht: 46 Prozent der Führungskräfte wünschen tägliche Updates, wie leistungsstark Software-Systeme für Mitarbeiter und Kunden sind. 40 Prozent der CEOs wollen detaillierte Informationen zu Ausfällen oder Performance-Problemen.
  • Herausforderungen bei der Datenanalyse: Eine große Herausforderung für Teams beim Management moderner Software liegt im rapiden Wachstum maschinengenerierter Daten. Über die Hälfte der Befragten (56 %) gaben an, dass es unmöglich ist, diese Daten ausführlich zu bewerten. Insbesondere größere Organisationen sehen darin ein Problem: 58 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit 3.000 bis 4.999 Beschäftigten und 55 Prozent der Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern sehen sich mit dieser Herausforderung konfrontiert.
  • Bestimmung von Geschäftskennzahlen: Einer von drei Befragten berichtet, dass sie bei Projekten zur Digitalen Transformation bei den Geschäftskennzahlen vor Herausforderungen stehen.

Die Tücken der Digitalen Transformation

Die Mehrheit der Befragten stimmt zu, dass die Migration zur Public Cloud (z.B. Amazon Web Services, Azure, Google) ein zentrales Element der Digitalen Transformation ist: 63 Prozent in Deutschland, 67 Prozent in Frankreich, 75 Prozent in Australien und Großbritannien und 82 Prozent in den Vereinigten Staaten teilen diese Ansicht.

46 Prozent bestätigen, dass obwohl die Migration in die Cloud ein guter Weg ist, sie keinen Überblick über die Kosten haben. Mehr als die Hälfte (54 %) geben zusätzlich an, dass Cloud Computing zwar eine effizientere Ressourcennutzung verspricht, aber eine bessere Kontrolle nicht gegeben ist.

Insgesamt ein Drittel der weltweit Befragten (37 %) sind der Meinung, dass KI und ML ihren Job innerhalb eines Jahrzehnts übernehmen werden – 41 Prozent sind anderer Meinung. In Frankreich sehen sogar 55 Prozent ihren Arbeitsplatz durch den technologischen Fortschritt als gefährdet an. Ganz anders in den USA und in Großbritannien: Dort waren die Zahlen mit 31,6 und 23,2 Prozent am niedrigsten.

Auffällig ist bei der Umfrage, dass 92,4 Prozent der US-amerikanischen Befragten der Annahme sind, dass Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen wesentlich für den Betrieb ihrer digitalen Systeme werden. Global gesehen, denken fast 84 Prozent der Befragten, dass KI und ML ihre Aufgaben vereinfacht.

Digitalisierungsstand

Knapp die Hälfte der deutschen Befragten (48,8 %) identifiziert sich stark mit dem Unternehmen als vollständig digital veränderte Organisation. Das heißt, die Unternehmen sind auf sich rapide wandelnde digitale Technologien angewiesen. Im Vergleich dazu denkt in Großbritannien nur etwa jeder Zehnte (12 %) so. Auch auf der Führungsebene ist dieser Trend angekommen: 52 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass Führungskräfte die Relevanz verstehen und unterstützend tätig werden.

Fast drei Viertel der Befragten (72,8 %) geben an, dass die bisher durchgeführten oder abgeschlossenen digitalen Transformationsprojekte die Erwartungen erfüllt haben. Nur acht Prozent räumen ein, dass die Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. Die Deutschen erkennen auch die Wichtigkeit von DevOps für die unternehmenseigene Digitale Transformation immer mehr an. Mit 53,66 Prozent liegen sie gemeinsam mit den USA (57,2 %) und Australien (58,82 %) über dem internationalen Durchschnitt von 52,74 Prozent.

Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen sind für die Mehrheit der in Deutschland Befragten (88,8 %) wichtig bis sehr wichtig. Im Vergleich dazu sind in Großbritannien fast 13 Prozent weniger davon überzeugt. Darüber hinaus sind 87,2 Prozent der Befragten hierzulande der Meinung, dass KI und ML ihre Jobs in Zukunft vereinfachen könnten, in Großbritannien denkt das nicht einmal die Hälfte der Befragten.

Mehr als ein Drittel der Deutschen (35,2 %) ist sich über den Begriff AIOps im Klaren. Auch hier bleibt Großbritannien hinter Deutschland zurück: Nur etwas mehr als jeder Zehnte (11,2 %) gab an, den Begriff AIOps gut zu kennen. Im internationalen Vergleich müssen die Deutschen am ehesten davon überzeugt werden, dass AIOps langfristig sinnvoll ist (50 %), wohingegen keiner der französischen Befragten diese Zurückhaltung teilt.

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