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„State of Connectivity“-Report von Ericsson Deutschlands digitale Ambitionen scheitern an schlechter Netzqualität

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Schlechte Leitungen kosten Geld: Laut Ericssons „State of Connectivity“-Report stiegen bei 45 Prozent der deutschen Unternehmen die Betriebsausgaben aufgrund schlechter Netze. Fast ebenso viele Entscheider halten 5G für den Schlüssel, um künstliche Intelligenz produktiv zu nutzen – doch Budget, Komplexität und fehlende Fachkräfte bremsen den Ausbau. Die Folge: Deutschland drohe, seinen Tech-Anspruch zu verspielen.

Jeder zweite Betrieb zahlt extra für schwache Netze. Ericssons Report nennt 5G als Ausweg, doch Kosten, Komplexität und Fachkräftemangel bremsen.(Bild:  Ericsson)
Jeder zweite Betrieb zahlt extra für schwache Netze. Ericssons Report nennt 5G als Ausweg, doch Kosten, Komplexität und Fachkräftemangel bremsen.
(Bild: Ericsson)

Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen beklagt steigende Betriebskosten infolge mangelhafter Netzverbindungen. Das geht aus dem Report „State of Enterprise Connectivity in Europe“ des Netzwerkausrüsters Ericsson hervor. In der von Censuswide durchgeführten Studie wurden 2.500 Technologieentscheider aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich befragt. Das Ergebnis: Veraltete Konnektivität ist in Deutschland nicht nur ein Wachstumshemmnis – sie wird zunehmend zum wirtschaftlichen Risiko.

Bereits 45 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland geben an, durch unzuverlässige Verbindungen mit höheren Betriebskosten konfrontiert zu sein – ein Anstieg um zehn Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. 27 Prozent berichten sogar von direkten Umsatzeinbußen.

5G als Hoffnungsträger

Gleichzeitig sehen 82 Prozent der deutschen Entscheider moderne Mobilfunklösungen wie 5G als Schlüsseltechnologie, um den Einsatz künstlicher Intelligenz im Unternehmen voranzubringen.

85 Prozent sagen, KI könne heute schon helfen, Netzwerke durch automatisierte Analysen effizienter zu steuern. Und 87 Prozent erwarten von leistungsfähigeren, sicheren Netzwerken wie 5G nicht weniger als einen Innovationsschub – auch im Hinblick auf Deutschlands Position als führende Industrienation.

Modernisierungswille trifft auf Hürden

77 Prozent der Befragten planen bereits für dieses Jahr konkrete Maßnahmen zur Modernisierung ihrer Infrastruktur. Doch drei Stolpersteine bleiben: Kosten (43 Prozent), technische Komplexität (39 Prozent) und fehlende Fachkräfte (36 Prozent) bremsen den Fortschritt. Gerade in der Fläche fehlen oft Know-how, Ressourcen und verlässliche Partner für den Aufbau und Betrieb neuer Netze.

Politischer Rückenwind?

Hoffnung setzen Unternehmen in politische Initiativen wie die Gigabit-Strategie der Bundesregierung: 44 Prozent halten sie für realistisch, weitere 35 Prozent für ambitioniert, aber umsetzbar.

Die gelockerte Schuldenbremse könnte zudem neue Investitionsspielräume eröffnen. Entscheidend sei nun, so die Autoren der Studie, die Rahmenbedingungen auch konkret zu nutzen – etwa durch regulatorische Vereinfachungen, öffentliche Investitionsprogramme und sektorübergreifende Partnerschaften.

Die Studie zeigt: Der Wille zur digitalen Transformation ist da – aber ohne moderne Konnektivität bleibt er Stückwerk. Unternehmen, die auf 5G setzen, erwarten zu Recht Fortschritte bei KI und Automatisierung. Doch ohne politische Impulse und gezielte Investitionen dürfte der Wandel in vielen Fällen nur schleppend vorankommen.

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