Von IPv4 zu IPv6 – Status quo eines dringend erforderlichen Wechsels

Die Migration auf das neue Internetprotokoll IPv6 erfordert eine Punktlandung

04.06.2008 | Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Andreas Donner

Von IPv4 zu IPv6 – wie wichtig ist der Wechsel wirklich? Bild: Microsoft
Von IPv4 zu IPv6 – wie wichtig ist der Wechsel wirklich? Bild: Microsoft

Seit Jahren betont die IT-Industrie, der Wandel in Richtung IPv6 stünde unmittelbar bevor. Doch gut Ding dauert eben eine Weile. Jetzt endlich soll bis in drei Jahren der IPv6-Zug mit Höchstgeschwindigkeit durch die Internetgemeinde rollen. Doch ganz so einfach ist es auch dieses Mal nicht, denn die Umstellung erfordert seitens der Spezialisten gleichsam ein sauberes technisches Vorgehen wie organisatorisches Timing.

Mit seinem Anteil von 13 Prozent an den zugeteilten neuen Anschlussnummern ist Deutschland nach Angaben des Internationalen IPv6-Forums hinter den USA mit 20 Prozent die Nummer Zwei in dieser Technologie und liegt noch vor Frankreich und Japan (je 11 Prozent). Der Kern der seit Jahren in der Fachgemeinschaft postulierten Botschaften hat sich indes kaum geändert.

Die Initiatoren diverser Gremien aus der Industrie machen für den Wandel in die beschleunigte zweite Generation der Adressverwaltung vor allem Argumente wie mehr Sicherheit, höhere Leistung, leichtere Erweiterbarkeit und bessere Anpassbarkeit an neue Anforderungen als Geschäftstreiber für die Umstellung von IPv4 auf IPv6 aus. Der alte Standard IPv4 gilt immerhin seit 1981 und Branchenbeobachter fragen sich gelegentlich, warum die Einführung so schleppend vorwärts gegangen ist.

Laut Definition steht das Kürzel IP zwar fürs „Internet-Protokoll“ und bezeichnet ein Verfahren, mit dem sich Computer und Geräte im weltweiten Netz besser verknüpfen lassen. Vielleicht stellt jedoch gerade diese formale Definition sowohl in der Unternehmenswelt als auch beim Endkonsumenten die zentrale Eingangshürde dar, warum sich der neue Standard in den letzten Jahren derart zögerlich in der angeblich doch so konvergenten IT-Welt verbreitet hat. Die Diskussion ist vor allem von Standardisierungsfragen geprägt, weniger von konkreten Anwendungen.

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