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Infonetics Research liefert Zahlen zur VoIP und Unified Communications Die größten Märkte, Hersteller und Chancen für IP-Telefonie

| Redakteur: Ulrike Ostler

So langsam zieht der Markt für manged VoIP-Dienste und IP PBX an. Das zeigen die jüngsten Zahlen des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Infonetics Research. Demnach ist der Umsatz in diesem Bereich innerhalb eines Jahres von 2006 auf 2007 um 52 Prozent auf rund 24 Milliarden Euro gestiegen. Bis 2011 soll er pro Jahr weiterhin mindestens zweistellige Wachstumszahlen aufweisen.

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Der Communicator-Anteil am UM-Markt ist klein, aber wächst rasant.
Der Communicator-Anteil am UM-Markt ist klein, aber wächst rasant.
( Archiv: Vogel Business Media )

Weltweit begrüßen die Endanwender, beziehungsweise Konsumenten Voice-over IP-Services schon lange, sagt Analyst Matthias Machowinski von Infonetics Research. Doch die Unternehmen seien bislang zurückhaltend gewesen.

Doch nun schienen bald alle Steine aus dem Weg geräumt zu sein. So hätten die meisten PBX-Anbieter ihre Anlagen bereits mit einem SIP-Trunking ausgestattet. Außerdem stiege nun endlich die Zahl der zertifizierten Service-Provider, die sich in Sachen VoIP auskennen. „Das wiederum spendet dem VoIP, beziehungsweise SIP-Trunking-Geschäft das notwendige Schmieröl“, so der Marktbeobachter.

Hosted VoIP – Vergleich Geschäft- und Privat-Kunden, Quelle: Infonetics Research (Archiv: Vogel Business Media)

Insgesamt werde der Umsatzanteil an den hosted VoIP-Services, den Geschäftskunden generieren, von rund 26 Prozent im Jahr 2007 auf 41 Prozent im Jahr 2011 steigen.

Die Untersuchung „VoIP Services and Subscribers“ fördert im Einzelnen folgende Ergebnisse zutage:

  • Die Zahl der VoIP-Service-Konsumenten beziehungsweise der Heimanwender und der Kleinunternehmen stieg im Jahr 2007 weltweit um 60 Prozent auf 74 Millionen.
  • Der größte Zugewinn ist in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika zu verzeichnen. Lange Zeit lag die Adaptionsrate im asiatisch-pazifischen Raum vorne. In diesem Jahr werde die Region Europa/Naher Osten/Afrika den Spitzenplatz erobern und bis 2011 halten.
  • In Amerika kann Comcast die meisten Kunden zählen und in Europa führt France Télécom den Markt an.
  • Insgesamt in der Unified-Communications-Markt, inklusive Unified Messaging und Communicator-Software, im vergangenen Jahr um rund 20 Prozent gewachsen. Der Umsatz mit IP-Kontakt-Zentren stieg im gleichen Zeitraum um 24 Prozent.

Die Marktführer

Nach Angaben von Infonetics trieb vor allem die Nortel-Microsoft-Allianz das Geschäft mit der Communicator-Client-Software. Laut Machowinski, ist es jedoch wahrscheinlich, dass sich die jetzigen Marktanteile der UC-Spieler erheblich verschieben, da Hersteller mit sehr unterschiedlichen Backgrounds auf den noch immer sehr jungen UC-Markt drängen und aggressiv bewerben werden.

  • Der Verkauf von Communicator-Clients brachte dem vergleichsweise kleinen Marktsegment eine Wachstumsrate von 164 Prozent ein.
  • Microsoft ist in diesem Bereich der Marktführer
  • Unified Messaging stellt den größten Marktanteil, Marktführer ist nach Infonetics-Angaben hier Avaya. Der Anbieter kommt auf einen Marktanteil von einem Drittel.
  • Avaya führt ebenso den Markt mit IP-Kontakt-Zentren an. Die Hälfte des weltweiten Umsatzes geht auf das Konto. Cisco ist in diesem Segment lediglich die Nummer zwei.
  • Nach Evaluierungen aus dem Frühjahr dieses Jahres jedoch ist abzulesen, dass Cisco seinen PBX-Marktanteil ausbaut, offenbar zu Lasten von Avaya, Nortel, und Siemens. Diese Unternehmen büßten leicht Marktanteile ein.
  • Insgesamt können die sechs Top-Anbieter Nortel, Cisco, Avaya, NEC, Alcatel-Lucent und Siemens für sich drei Viertel den PBX-Marktes für sich beanspruchen
  • Als Triebfeder für IP-Kontakt-Zentren nennt Infonetics die Umstellung der traditionellen Telefonvermittlung Time Division Multiplex (TDM) auf IP.
  • Weltweit stieg der Absatz von IP-Softphones im ersten Quartal dieses Jahres um 76 Prozent.
  • Das TDM-Segment im Geschäftskunden-Telefoniemarkt dürfte in diesem Jahr das erste Mal unter die Marke von 1 Milliarde Dollar fallen.

Der interessanteste Markt

IP- versus TDM-Nebenstellenanlagen, Quelle: Infonetics (Archiv: Vogel Business Media)

Die größten Chancen Geld mit TDM- und vor allem IP-Telefonanlagen zu verdienen böten die mittelständischen Unternehmen, sagt Infonetics-Research-Analyst Machowinski. Die Gründe liegen auf der Hand.

Denn in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum überwiegen die kleinen und mittelständischen Firmen. Lediglich in Amerika dominieren große Organisationen. Im Schnitt sind sie dreimal so groß wie europäische. Demnach verdienen die Anbieter von IP- und TDM-Anlagen in Amerika zirka ein Drittel mit Konzernen; das ist weltweit der höchste derartige Prozentsatz.

Auch bei den Kleinunternehmen schwindet die Nachfrage nach TDM-Anlagen. Quelle: Infonetics Research (Archiv: Vogel Business Media)

Die kleinen und mittelständischen Firmen setzen bislang jedoch in einem größeren Umfang TDM-Anlagen ein.

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