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Brother PoE-Multifunktionsgerät Der Strom kommt aus der Netzwerkdose

| Autor / Redakteur: Thomas Jungbluth / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Brother stellte in der letzten Woche den Prototypen eines Multifunktionsgeräts vor, das seine Energie nicht über ein Netzteil, sondern mittels „Power over Ethernet“ (PoE) aus dem Netzwerkkabel bezieht.

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Noch ist der PoE-Drucker ein Prototyp mit einem Adapter unter dem Gerät
Noch ist der PoE-Drucker ein Prototyp mit einem Adapter unter dem Gerät
( Archiv: Vogel Business Media )

Um die Kabelflut in den Unternehmen zu minimieren, zeigt Brother jetzt einen Weg, wie auch Peripheriegeräte über das Netzwerkkabel mit Strom versorgt werden können. Das entsprechende Verfahren, „Power over Ethernet“ (PoE) ist nicht neu, die entsprechende Norm IEEE 802.3af wurde bereits im Jahr 2003 verabschiedet. Bisher jedoch benutzten hauptsächlich so genannte „Kleinverbraucher“ diese Technik, also bspw. Telefone, Router, Switches oder Netzwerkkameras.

Die Stromversorgung erfolgt bei PoE über unbenutzte Leitungen im Netzwerkkabel oder wird (bei Gigabit-Ethernet) dem Nutzsignal überlagert. Die maximale Stromaufnahme eines Gerätes darf laut Norm dabei maximal 400 Milliampere betragen.

Dicke Dinger

Brother hängt an die „Strippe“ jedoch ein Multifunktionsgerät, das – vor allem wenn gescannt wird – sehr viel mehr Strom verbraucht, nämlich je nach Funktion zwischen 600 und 1.500 mA. Derzeitige PoE-Einspeisungen können im Schnitt bis zu 1.200 mA bereitstellen. Soll der Drucker also in allen Netzen mit PoE arbeiten, müsste sein Verbrauch noch gesenkt oder die Norm angepasst werden.

Das Gerät, das Brother vorstellt, ist ein voll funktionsfähiger Prototyp, mit dem man im nächsten Jahr erst einmal die Marktchancen in den einzelnen Ländern ausloten möchte. Nur wenn die Ergebnisse positiv sind, wird es das vorgestellte Gerät in dieser Form überhaupt geben. Brother geht davon aus, das frühestens in drei Jahren mit der Markteinführung zu rechnen ist.

Bis dahin ist vielleicht auch das Stromproblem gelöst – entweder durch eine Ausweitung der Normen oder durch Strom sparendere Techniken für die Komponenten des Multifunktionsgeräts. Auf jeden Fall lohnt es sich, nach weiteren Geräten mit PoE Ausschau zu halten, um die Kabelflut im Büro so weit wie möglich einzudämmen.

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