Information und Telekommunikation richten sich an Nachhaltigkeitszielen aus

Der deutsche Bell-Labs-Chef sagt: „Neue Netzstrukturen müssen her!“

03.12.2010 | Autor / Redakteur: Hadi Stiehl / Ulrike Ostler

Rainer Fechner, Vorstandsmitglied von Alcatel-Lucent Deutschland und Leiter der hiesigen Bell Labs: Flache Netzstrukturen, weniger aktive komponenten eine besseres Management sparen Strom und Kosten im Netz. Bild: Hadi Stiehl
Rainer Fechner, Vorstandsmitglied von Alcatel-Lucent Deutschland und Leiter der hiesigen Bell Labs: Flache Netzstrukturen, weniger aktive komponenten eine besseres Management sparen Strom und Kosten im Netz. Bild: Hadi Stiehl

Welchen Beitrag kann die Informations- und Kommunikations-Technik in Form von Software-Tools, Systemlösungen und neuen Technologien leisten, um den Energieverbrauch zu drosseln und dadurch Kosten einzusparen? Der freie Autor Hadi Stiehl ist im Auftrag von IP-Insider im Interview mit Rainer Fechner, Vorstandsmitglied von Alcatel-Lucent Deutschland und Leiter der hiesigen Bell Labs, den Fragen nachgegangen.

Der weltweite Datenverkehr verdoppelt sich alle 18 Monate. Würde der Energieverbrauch von Netzen und Computertechnik in Rechenzentren, Unternehmen und beim Endverbraucher in gleicher Weise steigen, hätte die Menschheit ein ernsthaftes Problem.

Außerdem kostet Strom – Netzbetreiber und Unternehmen wollen die Kosten für den Betrieb ihrer ITK-Technik senken, in jedem Fall aber einen Anstieg vermeiden. Denn der Dreh an der Betriebskostenschraube erscheint in gesättigten Märkten, die wenig Spielraum für Wachstum lassen, oft als Ausweg, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Jetzt soll die IT-und Kommunikations-Branche (ITK) Energiesparer und Retter der Umwelt sein. Doch war eine leistungsfähigere ITK-Technik nicht eher ein Faktor, der den Energiebedarf von Netzen und Rechenzentren nach oben getrieben und die Umwelt durch CO2 belastet hat?

Rainer Fechner: Die Informations- und Kommunikationsbranche ist zugleich Teil des Problems wie auch Teil der Lösung. Auf ihr Konto gehen schätzungsweise zwei Prozent der CO2-Emissionen weltweit. Angesichts des exponentiell ansteigenden Datenverkehrs, wird sich das Problem weiter verschärfen.

Deswegen sind wir gefordert, Innovationen auf den Markt zu bringen, die verhindern, dass der Stromverbrauch parallel zum Datenverkehr steigt. Das ist nicht einfach, weil wir gleichzeitig immer leistungsfähigere Systeme entwickeln, um den Marktanforderungen gerecht zu werden.

Der Trend geht klar dahin, dass ökologische Kriterien an die Seite von leistungsbezogenen Kriterien treten. Sie bestimmen die Zielsetzung von Forschung und Entwicklung. Die ITK-Branche ist aber nicht nur gefordert, ihren eigenen Energieverbrauch zu reduzieren. Innovative Entwicklungen aus der ITK versetzen Unternehmen aller Branchen in die Lage, Energie einzusparen.

weiter mit: Welche Ansatzpunkte zur Reduzierung des Energieverbrauchs in der Informations- und Kommunikationstechnik sehen Sie?

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