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Zuverlässigkeit, Leistung und Sicherheit sind entscheidend Das „New Normal“ startet beim Netz

Videokonferenzen oder einfaches Streaming – die Herausforderungen an Netzwerke sind hoch. Durch die Coronakrise haben sich diese noch einmal erhöht. Dabei waren Unternehmensnetze nur bedingt auf die hohe Auslastung vorbereitet – weitere Maßnahmen sind nun unerlässlich.

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Wir sind weltweit miteinander vernetzt. Auch Covid-19 hatte Auswirkungen auf die Netzwerkwelt.
Wir sind weltweit miteinander vernetzt. Auch Covid-19 hatte Auswirkungen auf die Netzwerkwelt.
(Bild: Sergey Nivens - stock.adobe.com)

Die Coronakrise hat die Welt auf eine Bewährungsprobe gestellt. Mitunter waren Netzwerke von einer erhöhten Auslastung durch den Umzug von tausenden von Mitarbeitern in das Homeoffice sowie die vermehrte virtuelle Kommunikation ausgelastet. Dabei gilt die Pandemie bereits als Katalysator für die Digitalisierung in Unternehmen. Doch die digitale Transformation beginnt mit dem Netzwerk, denn ohne eine flexible, sichere und starke Infrastruktur sind moderne Arbeitsmodelle sowie Technologien nicht umzusetzen.

Wie wichtig Netzwerke sind, haben viele Unternehmen in den letzten Monaten deutlich bemerkt. Auf den Umzug von mehreren tausend Mitarbeitern an den heimischen Schreibtisch, waren nämlich die wenigsten Unternehmen vorbereitet, wie Sascha Korten, Head of Sales Specialist Germany bei Avaya berichtet: „Viele Unternehmen, vor allem die mit weniger flexiblen Arbeitsplatzmodellen, wurden von der Umstellung auf das Homeoffice völlig unvorbereitet getroffen. Das führte vielerorts zu vermeidbaren Verlusten.“ Auch Falko Binder, Head of Enterprise Networking Architecture Sales Germany bei Cisco sieht in dem kurzfristigen Umzug von 90 Prozent der Belegschaft an den Arbeitsplatz zuhause und dabei die Arbeitsprozesse ohne Produktivitätsverluste fortzuführen sowie die Security zu gewährleisten eine „Mammutaufgabe“, die eine massive Kapazitätserweiterung bestehender VPN-Zugänge oder das komplette Aufsetzten von Zugängen erforderte.

Laut Korten war die größte Herausforderung für Unternehmensnetze durch die Coronakrise der sprunghafte Bedarf an Bandbreite. Daher empfiehlt er diese kurzfristig mit flexiblen SD-WAN-Verbindungen anzupassen. Auch Binder bestätigt, dass herkömmliche WLAN-Architekturen mit den schnellen Entwicklung nicht Schritt halten können, weil sie zu wenig Bandbreite und nur begrenzte Sicherheitsfunktionen bieten. Zudem seien sie zu komplex, dass die IT nicht schnell genug auf die geschäftlichen Anforderungen reagieren kann.

Marcus Ulonska Area Partner Director Central Europe bei Juniper Networks ist der Meinung: „Die Zuverlässigkeit und Leistung der Netzwerke sowie die Security sind die größten Anforderungen an Unternehmensnetze. Das hat sich durch die Pandemie noch verstärkt.“

Das „New Normal“

Ein Zurück an den Schreibtisch im Großraumbüro hat in vielen Unternehmen noch nicht stattgefunden. Ferner haben die Vorteile von modernen Arbeitskonzepten allmählich anklang bei den Mitarbeitern gefunden. „Hybride Arbeitsmodelle haben sich als überaus funktional erwiesen und werden sie langfristig durchsetzen“, prognostiziert Binder. Insofern Remote-Work sich etabliert, hat es weitere Konsequenzen auf die Netzwerke, wie Binder erklärt: „Sie werden dadurch immer komplexer und es ist nötig, manuelle Prozesse zunehmend abzuschaffen. Neue Kernanforderungen an Netzwerke sind Netzwerkautomatisierung, eine zentralisierte Steuerung der Security-Infrastruktur sowie die Erweiterung von Kapazitäten für Video- und Collaboration-Lösungen.“ Um laut ihm fit für die „neue Normalität“ zu sein, benötigen laut Binder neben Netzwerken, eine gute IT-Security und Collaboration-Lösungen.

Diese Ansicht teilt Ulonska und sieht in der Netzwerksicherheit ein wichtige Thema, insbesondere wenn die Mitarbeiter aus dem Homeoffice arbeiten. „Jedoch sehen viele Unternehmen in Security als einen reinen Kostenfaktor“, berichtet der Juniper-Manager. „Vielmehr sollten Unternehmen Security als Unterstützung ansehen, die den Betrieb gewährleistet. Homeoffice und Remote-Working verstärkt diese Herausforderung weiter, da sich die Mitarbeiter nicht innerhalb des Security-Perimeters des Unternehmens befinden. Dies erschwert es, den Zugriff ihrer Geräte auf Anwendungen und Daten zu verwalten.“

Gleichzeitig zeigt eine von Juniper durchgeführte Studie, dass neben der Security auch die Zuverlässigkeit der Netzwerke verbessert werden muss. 61 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, dass die schlechte Netzwerkleistung die meisten ihrer Mitarbeiter im letzten Jahr am meisten beeinträchtigt hat. Ulonksa rät deshalb dazu, das Problem schnell anzugehen, da sonst der Geschäftsbetrieb erheblich beeinträchtigt werden könnte.

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin