Suchen

Reibungslose Zusammenarbeit ist und bleibt von größter Bedeutung Corona, Mitel und die Cloud

| Autor / Redakteur: Ann-Marie Struck / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

In den letzten Monaten haben die Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus viele Dinge ins Rollen gebracht, die vorher eher schwer umsetzbar waren. Darunter auch das Vertrauen in UCC-Tools und die Cloud. Für Mitel ist der Virus Kursgeber und Beschleuniger der Produktentwicklung.

Firmen zum Thema

Beim Weg in die Cloud brauchen Partner oft Unterstützung – vor allem in Krisensituationen.
Beim Weg in die Cloud brauchen Partner oft Unterstützung – vor allem in Krisensituationen.
(Bild: emerald_media - stock.adobe.com)

Die komplette Belegschaft arbeitet aus dem Homeoffice, Messen werden bequem vom heimischen Laptop aus besucht und sogar die Eltern starten Videoanrufe – was Kommunikation angeht, hat sich seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie einiges geändert. Und der moderne Arbeitsplatz sowie die dazugehörige Ausstattung haben sich schlagartig etabliert. Doch nicht jedes Unternehmen war gleich gut auf die Umstellung auf das Homeoffice vorbereitet, wie Jürgen Engelhard, Business Development Cloud Solutions bei Mitel berichtet.

Jürgen Engelhard, Business Development Cloud Solutions bei Mitel.
Jürgen Engelhard, Business Development Cloud Solutions bei Mitel.
(Bild: Mitel)

„Große Kunden haben oft ein gutes Grundsetting an Ausstattung für ihre Mitarbeiter, wohingegen in kleineren Unternehmen eher selten die IT-Rahmenbedingungen vorhanden sind, um schnell Lösungen zu implementieren.“ Als UC-Anbieter hat Mitel daher kurzum beschlossen, eine Video-, Chat-, Kollaborationslösung auf den Markt zu bringen: MiTeam Meetings.

MiTeam Meetings

„Mit MiTeam Meetings stellen wir unseren Kunden eine cloudbasierte Videokonferenz-Lösung zur Verfügung, mit der sich Nutzer individuelle virtuelle Co-Working-, Konferenz- und Meetingräume einrichten können“, erklärt Manuel Ferre-Hernandez, Geschäftsführer von Mitel Deutschland. „Eine reibungslose Zusammenarbeit ist insbesondere in der aktuellen Situation, in der viele Menschen von Zuhause aus arbeiten, von großer Bedeutung und kann Unternehmen dabei unterstützen, ihre Geschäftskontinuität zu sichern.“

Eigentlich war das UCC-Tool als Erweiterung der bisherigen Produktpalette geplant, doch aufgrund der aktuellen Krisensituation hat sich das TK-Unternehmen dazu entschlossen es innerhalb von 10 Tagen als Stand-alone-Version raus zubringen. Zusätzlich stellt Mitel die Lizenzen für die Lösung die nächsten sechs Monate kostenlos zur Verfügung.

Grundsätzlich ist MiTeams Meetings „ein Baby der Mitel Cloud-Strategie“, denn der Hersteller setzt seit acht Jahren auf die Cloud. Rückblickend erzählt Engelhard, dass nach zwei Jahren Do-it-yourself mit eigenen Rechenzentren und circa 5 Millionen kommerziellen Cloud-Usern feststellen musste, dass man es immer schwerer wird, mit den Angeboten der Hyperscaler mitzuhalten. „Wir konnten nicht alles alleine machen," ergänzt der Manager. Deswegen hat sich Mitel entschlossen, auf die Cloud-Plattformen der großen Anbieter zurückzugreifen. Nun wird sowohl die eigene Cloud-Plattform als auch die neue Videolösung auf einer AWS-Infrastruktur betrieben. Der Anbieter setzt bei seinen Produkten auch auf Microsoft Azure oder die Google Cloud Plattform (GCP).

An Mitels Ziel, alles „cloudfähig“ zu machen, hat sich jedoch nichts geändert. Der UC-Anbieter ist weiterhin der Ansicht, die Zukunft der Unternehmen läge in der Cloud, ob private, public oder hybrid. Um die Kunden langfristig in die Cloud zu bringen, umfasst Mitels Strategie drei Schwerpunkte: die richtigen Tools, strategische Partnerschaften sowie ein Umdenken bei den Menschen.

Kundenzufriedenheit als Treiber

Bei dem Telekommunikationsausrüster wird Kundenzufriedenheit groß geschrieben und diese liegt seiner Ansicht zufolge in der Cloud. Denn in der automatisierten Bereitstellung sieht Engelhard einen der größten Vorteile von Cloud-Lösungen. Zudem setzt Mitel auf Managed Services, um das Kundenerlebnis erfolgreich zu gestalten. Demnach ist ein zentraler Bestandteil der Cloud-Strategie des Unternehmens, gezielt mit Managed Service Providern zusammen zu arbeiten, um die Kunden in die Cloud zu bringen. Kunden sind oft von Cloud-Angeboten von Anbietern überfordert und brauchen Lösungen, die voll gemanaged sind.

Hier kommen die MSPs ins Spiel und Mitel stellt ihnen die entsprechenden Tools zur Verfügung. Im Zentrum steht die Cloud-Telefonanlage MiCloud Flex, die ein automatisiertes Geschäftsmodell beinhaltet. Mit der dazugehörigen MiCloud Flex Google-Cloud-Plattform bietet Mitel Cloud-Infrastruktur und Hosting von UC/CC-Diensten für Partner an. Diese wiederum können dann ihren Kunden in Zusammenarbeit mit Netzbetreibern, Kunden-Interconnect und Cloud-UC/CC-Dienste als Komplett-Lösung zur Verfügung stellen. MiCloud Flex ist eine gehostete UCaaS-Umgebung für Kunden von Mitel, die dann als MSP ihre Kunden wiederum die Services zur Verfügung stellen können. Speziell für Service Provider gibt es MiCloud Telepo, die damit ihren Kunden mobile Unified Communications Dienste anbieten können.

Hierfür ist die strategische Partnerschaft mit HFO Telecom ausschlaggebend. Denn für einen langfristigen Erfolg in der Cloud wird nicht nur das richtige Tool, sondern auch die passende Infrastruktur benötigt. Durch die Kooperation können Vertriebspartner ihren Kunden „alle Leistungen aus einer Hand“ anbieten. Die Bestandteile des HFO Komplett-Service-Angebots für die Vertriebspartner von Mitel bestehen aus der Mitel Cloud Carrier Plattform MiCloud Telepo sowie HFO MSP- Cloud-Services. Davon unabhängig unterstützen die Mitel-Distributoren Also, Komsa und Westcon die Partner mit Value Added Services.

Neue Tools, neues Mindset

Doch neben den Produkten, wird auch eine eigene Denk- und Umgangsweise benötigt. „Im Gegensatz zu anderen Ländern herrscht in Deutschland eine spezielle Haltung gegenüber der Cloud und UCC-Angeboten, insbesondere ist man hierzulande eher zurückhaltend, was Kommunikationsdienste angeht“, sagt Engelhard. Deshalb setzt Mitel auf Use Cases und vor allem das eigene „Vorleben“ von cloudbasierten Arbeitsweisen. So muss laut Engelhard zuerst der Channel agiles Arbeiten umsetzen, um es dann an den Kunden zu bringen. „Alles hat zwei Seiten: Kunden erkennen den Nutzen und Mehrwert von UCC, doch der Fachhandel muss die Lösungen auch selbst implementieren und ein Gefühl davon vermitteln, wie zum Beispiel seine Techniker anstelle von Vordrucken als Tätigkeitsbeleg mit einer digitalen Version auf Basis von Apps auf Smartphones oder Tablets auszustatten.“

Für die Zukunft ist der Manager optimistisch und prognostiziert für Post-Covid-19 einen Aufschwung für die Cloud, auch bei den Skeptikern, die in den letzten Wochen am eigenen Leib die Vorteile von Cloud-Lösungen erfahren haben. „Die Coronakrise hat die Rahmenbedingungen für eine Veränderung des Mindsets geschaffen, denn nicht nur die Tools sind notwendig für agiles Arbeiten, jetzt wurden auch die mentalen Hürden durchbrochen.“

Rückblick

Seit 2014 hat Mitel hohe Investitionen in seine Architektur investiert und seine Partnerlandschaft weiter ausgebaut. 2018 hat der UC-Anbieter im Zuge seiner Cloud-Strategie neben seinem Partnerprogramm auch seine Distributionslandschaft konsolidiert. Der damalige CEO Richard McBee, hat damals einen Drei-Schritte-Plan verkündet. Im letzten Strategiepunkt „Enable Digital Transformation“, der die Applikationen des Anbieters von Unternehmenskommunikation betrifft, scheint Mitel nun angekommen zu sein.

(ID:46633289)