Fernwartung und Remote Access

Cloud-basierte Fernwartung im Anlagenbau

| Autor / Redakteur: Torsten Rössel / Andreas Donner

Die Stopa Anlagenbau GmbH ist Anbieter von automatischen Lager- und Bereitstellungssystemen. Der zentrale Geschäftsbereich Lagersysteme wird synergetisch von den Sparten Maschinenbau und Stahlbau sowie der Konzeption und Realisierung von Parksystemen flankiert.
Die Stopa Anlagenbau GmbH ist Anbieter von automatischen Lager- und Bereitstellungssystemen. Der zentrale Geschäftsbereich Lagersysteme wird synergetisch von den Sparten Maschinenbau und Stahlbau sowie der Konzeption und Realisierung von Parksystemen flankiert. (Bild: Stopa)

Anlagen müssen möglichst ununterbrochen verfügbar sein. Treten Störungen auf, ist eine schnelle Hilfe per Fernwartung nötig. Das Dilemma: Anlagenbetreiber möchten solche Zugriffe möglichst vermeiden, Hersteller scheuen Investitionen für eine Security-Infrastruktur. Eine sichere Cloud-Plattform greift diesen Konflikt auf.

Ettore Caurla aus dem Customer Service der Stopa Anlagenbau GmbH sagt:„Als Anlagenhersteller liegt unsere Kernkompetenz nicht im Aufbau komplexer IT-Infrastrukturen, sondern in servicefreundlichen Anlagen für unsere Kunden.“ Der mittelständische Anlagenbauer Stopa gehört mit 200 Mitarbeitern europaweit zu den führenden Anbietern bei der Entwicklung und Produktion von automatischen Lager- und Bereitstellungssystemen. Die Lagersysteme von Stopa sollen bei den Betreibern einen effizienten und schnellen Materialfluss sicherstellen. Ist das Lagersystem gestört, kann schnell der gesamte Fertigungsablauf gefährdet werden. Zu den typischen Störungsursachen gehören Anlagen- oder Bedienungsprobleme wie das richtige Handling unter Windows oder die Konfiguration von Interbus- oder Profibus-Applikationen. Viele der Probleme können online und per Telefon schnell gelöst werden.

Remote Service sorgt bei rund 80 % der Störungen für eine schnelle Lösung

Service und Anlagenverfügbarkeit waren im Anlagenbau schon immer wettbewerbsentscheidende Themen. So ist der Teleservice bei Stopa bereits seit 20 Jahren ein gängiges Mittel des Supports. Zunächst erfolgte der Fernzugriff auf die Kundenanlagen noch mit analogen Modems. Mit zunehmendem Leistungsumfang der Automatisierungstechnik und steigenden Datenmengen reichte das allerdings nicht mehr aus. Bei langsamen Verbindungen änderte sich beispielsweise der Status von Sensordaten noch während der Übertragung. So wurden die Modems durch breitbandige IP-Verbindungen abgelöst. „Wir haben 1.000 unserer 1.600 Anlagen per Teleservice angeschlossen. Lediglich Klein- und Altanlagen wurden in der Vergangenheit nicht berücksichtigt. Neue Anlagen werden aber komplett mit Teleservice-Ausstattung ausgeliefert“, berichtet Caurla.

Der Kundenservice von Stopa wertet die Dauer und die Erfolgsquote des Teleservice systematisch aus. So erhielt der Kundenservice im letzten Jahr insgesamt 5.000 Anrufe. Dabei ging es um Termine, Unterlagen oder um andere Service-Informationen. Bei 600 der Anrufe wurde ein Remote-Support eingeleitet, um Störungen zu beseitigen. In 78 % dieser Fälle konnte das Problem innerhalb von 24 Stunden abschließend gelöst werden. Nur bei den restlichen 22 % waren längere Bearbeitungszeiten erforderlich, weil beispielsweise Ersatzteile für defekte Geräte nicht direkt vor Ort verfügbar waren.

Neue Technik reduziert die Entstörungszeit um 50 %

Früher setzte Stopa beim Remote-Support eine Modem VPN-Teleservice-Lösung (Virtual Private Network) ein. Die durchschnittliche Verbindungszeit pro Einsatz betrug hier 75 Minuten. Dabei erforderte der Verbindungsaufbau mit Austausch umfangreicher Programmdateien mit Siemens Step 7 bereits 20 Minuten. Ein eher umständliches Handling verlängerte die Dauer zusätzlich. Mit der Umstellung auf die m-Guard-Technologie des Herstellers Innominate reduzierte sich die durchschnittliche VPN-Verbindungszeit auf nur noch 37 Minuten. Dabei erforderte der Verbindungsaufbau anfangs 30 Sekunden und verringerte sich nach einer Softwareaktualisierung auf nur noch ein paar Sekunden. An der Erreichbarkeit der Simatic S7- oder S5-Anlagen beim Betreiber änderte sich grundsätzlich nichts. Lediglich die Abläufe waren durch die intuitivere Bedienung einfacher geworden. „Die Verbindungsdauer ist im Remote-Service eine wichtige Größe, denn je schneller wir dem Kunden helfen können, umso mehr Problemfälle können wir mit dem Support-Team bearbeiten“, erläutert Caurla. Dabei wurde nicht nur die IP-Verbindungstechnologie ausgetauscht, sondern mit der Cloud-Plattform m-Guard-Secure-Cloud auch ein neuer Teleservice-Ansatz eingeführt.

„Wir haben nach einer einfach zu administrierenden und wirtschaftlichen Lösung gesucht. Sie musste für unsere Kunden den höchsten Sicherheitsstandard gewährleisten. Gleichzeitig wollten wir uns aber nicht mit komplexen Security-Architekturen oder der Konfiguration von VPN-Clients, Proxies und Firewalls beschäftigen müssen“, erläutert der Servicetechniker von Stopa. Aus Sicht des Anlagenbauers ist der Aufbau einer eigenen Security-Infrastruktur zu aufwendig: „Security‚ State of the Art erfordert eine zuverlässige und ausfallsichere Infrastruktur, eine Notfallwiederherstellung (Desaster Recovery) sowie laufende Aktualisierungen. Das alles ist für einen mittelständischen Hersteller wegen der hohen Infrastruktur- und Personalkosten wirtschaftlich nicht umsetzbar“, so Caurla.

Ergänzendes zum Thema
 
Fernwartung als Cloud-Lösung

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43228100 / Remote Access)