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Virtualisierung für kleine und kleinste Unternehmen, Teil 1 Client-Virtualisierung für KMUs unter der Lupe

| Autor / Redakteur: Frank Castro Lieberwirth / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Client-Virtualisierung ist die konsequente Weiterentwicklung der Terminal-Technik vergangener Zeiten. Waren die ersten Terminals noch reine Ein/Ausgabe-Maschinen, so ersetzen moderne Virtualisierungen heute vollwertige und leistungsfähige Arbeitsplatzrechner nahtlos. Der Nutzen dieser Technik ist groß und der Markt entsprechend stark in Bewegung. Doch lohnt sich die Technologie auch für kleine und kleinste Unternehmen?

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VDI (Virtual Desktop Infrastructure) ermöglicht über Klonen viele Virtuelle Maschinen (VMs).
VDI (Virtual Desktop Infrastructure) ermöglicht über Klonen viele Virtuelle Maschinen (VMs).
( Archiv: Vogel Business Media )

Virtualisierung ist das Bestreben, eine Software oder einen Dienst von einem Hardwaregerät zu entkoppeln. Ziel der Clientvirtualisierung ist es, die Kosten für die Verwaltung sowie für die Bereitstellung von Applikationen zu senken, indem alle Produkte den Anwendern „normiert“ zur Verfügung stehen. Damit entstehen folgende Vorteile:

  • Der Administrationsaufwand pro Client sinkt dramatisch (Anwendungen können nicht „verstellt“ werden, einfaches Update-Management, normierte Clients, usw.).
  • Die Anwendungen müssen auf Clients nicht installiert sein, d.h. Produktlizenzen können je nach Bedarf erworben werden.
  • Plattformübergreifende Technologien sind möglich.

Desktop-Virtualisierung

Die Desktop-Virtualisierung stellt Arbeitsplatzcomputern eine eigenständige Betriebssystemumgebung auf einem entfernten Server zur Verfügung. Dieses nur virtuell auf dem lokalen PC vorhandene Betriebssystem bezeichnet man als Gast-Betriebssystem. Auf dem lokalen Rechner ist nur ein so genanntes Host-Betriebssystem nötig, das um Kosten zu sparen stark abgespeckt sein darf, da es wie ein Agent lediglich die Verbindung zum Virtualisierungs-Server herstellt und so auf das eigentliche Betriebssystem des Computers zugreift.

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Bei der Destop-Virtualisierung unterscheidet man zwischen der VDI (Virtual Desktop Infrastructure) und einer Präsentations-Virtualisierung. Bei der Präsentations-Virtualisierung laufen die Client-Anwendungen an einem zentralen Standort, d.h. auf dem Server. Nur die Ein- und Ausgaben werden vom Client aus gesteuert, wie es bei den Terminal-Diensten der Fall ist.

Die moderne Variante ist VDI, bei der jedes Client-Betriebssystem eine virtuelle Maschine (VM) auf einem Server darstellt. Beim VDI sind die jeweiligen Betriebssysteme voneinander isoliert, was bei Terminal-Diensten nicht der Fall ist. Das VDI stellt außerdem geklonte VMs bereit, was die Administration ungemein erleichtert.

Applikations-Virtualisierung

Die Applikations-Virtualisierung (auch Anwendungs-Virtualisierung genannt) benötigt ein Betriebssystem auf dem Client-Computergerät. Je nach Hersteller und Produkt-Release kann damit sogar auf einem Apple-Betriebssystem eine Windows-Anwendung, wie Microsoft Outlook, laufen. Auf dem Client ist lediglich ein Agent notwendig, der eine notwendige virtuelle Umgebung für die Applikation bereitstellt.

Die jeweilige Anwendung wird nicht auf dem Client installiert, obwohl sie dennoch dort zur Verfügung gestellt wird. An dieser Stelle sei auf die besonderen Lizenzbedingungen der Hersteller hingewiesen, die oft nicht die Installation, sondern die Anzahl der tatsächlich gestarteten Programminstanzen lizenziert haben möchten.

weiter mit: Wofür eignet sich die Client-Virtualisierung nicht?

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