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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 35 CCITT-Empfehlung X.25 – prägende WAN-Schnittstelle mit Tradition

| Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die CCITT-Empfehlung X.25 definiert eine Schnittstelle zwischen einer Datenendeinrichtung wie einem Host und einer Datenübertragungseinrichtung wie einem IMP. Auch wenn sie heute nicht mehr so oft benutzt wird, hat X.25 über zwei Jahrzehnte vor allem durch die Einführung der heute selbstverständlich gewordenen Ende-zu-Ende-Transparenz das Bild der WANs entscheidend geprägt.

X.25 sorgt für Verbindungen im WAN – Transparent wie via Kabel
X.25 sorgt für Verbindungen im WAN – Transparent wie via Kabel
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei der Empfehlung X.25 handelt es sich um eine Festlegung der Schnittstelle zwischen Endgerät (DEE) und Netz (Anschaltgerät, DÜE). X.25 wird vom Netzbetreiber als Dienst angeboten, die interne Arbeitsweise bleibt dem Benutzer verborgen. Ihn interessieren nur die Schnittstelle zum Netz und die hier relevanten Protokolle.

Aufgaben wie Routing oder Flusskontrolle fallen nicht in den Bereich von X.25. X.25 betrifft die unteren drei Schichten des OSI-Modells, hat aber in der Schicht 3 eher administrative Aufgaben, wie die richtige Zusammenstellung von Datenpaketen.

Zwischen den angeschlossenen Endeinrichtungen werden virtuelle Verbindungen betrieben, die auf logischen Kanälen laufen, welche wiederum verdeckt im Rahmen eines Multiplexverfahrens von realen Nachrichtenübertragungsressourcen gebildet werden. Es gibt permanente oder schaltbare virtuelle Verbindungen. An der Schnittstelle zwischen DEE und DÜE können bis zu 16 logische Kanalnummern gebildet werden. So ergeben sich 4.096 mögliche virtuelle Verbindungen für jede DÜE. Die Kommunikation wird mittels Kontroll- und Datenpaketen abgewickelt.

Wirkungsweise von X.25

Die Wirkungsweise von X.25 wird durch die sog. Datenkommunikationsfunktion beschrieben, die letztlich in jedem Gerät, welches X.25 benutzen möchte, implementiert sein muss. Die Anwendungen und Protokolle der höheren Schichten in einem Gerät werden als Anwendungsteil bezeichnet. Der Anwendungsteil von DEE A erzeugt z.B. eine Nachricht im Format für die Benutzung der X.25-Protokolle und ruft die Datenkommunikationsfunktion von DEE A auf, damit die Benutzernachricht zum Anwendungsteil von DEE B befördert wird.

X.25 teilt die Datenkommunikationsfunktion in drei Schichten auf. Da diese drei Schichten getrennt sind, können sie individuell und unabhängig voneinander entworfen und realisiert werden.

weiter mit: Die Protokollschichten im Austausch von Datenpaketen

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