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Realtime Business Intelligence – Echtzeitdaten souverän managen ist eine hohe Kunst Bei Realtime BI ist ein Kompromiss zwischen Gründlichkeit und Schnelligkeit gefragt

| Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Die gewinnbringenden Ansätze einer echtzeitorientierten Business Intelligence fokussieren sich weniger auf den großen strategischen Wurf, sondern vielmehr auf das operative Kerngeschäft. Denn dort gewinnt der schnelle Austausch von Daten vor allem im Support und der Kundenbetreuung stetig an Bedeutung.

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„Echtzeitdaten sind oft gar nicht nötig“, sagt Jan-Henrik Fischer, Solution Manager BI bei Trivadis
„Echtzeitdaten sind oft gar nicht nötig“, sagt Jan-Henrik Fischer, Solution Manager BI bei Trivadis
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Begriff „Realtime Business Intelligence“ (BI) lässt sich kaum wissenschaftlich nachvollziehbar definieren. Bislang bezieht sich die elegante Wortschöpfung meist auf die Handhabung von Datenbeständen in Echtzeit- oder nahezu Echtzeit. Dabei kann es sich direkt um operative Datenbestände handeln. Üblicherweise wird jedoch auf eine Datenbasis zurückgegriffen, die mit einer geringen Verzögerung zur Verfügung gestellt wird (Operational Data Store; ODS bzw. Low Latency Data Mart; LLDM).

Grob sortiert lassen sich unter dem Begriff der „Real Time Business Intelligence“ aber zumindest die notwendigen Prozesse und IT-technischen Werkzeuge definieren, die in einem Unternehmen eine zeitnahe Bereitstellung relevanter Unternehmensinformationen ermöglichen. Unter relevanten Unternehmensinformationen sind dabei jene quantitativ und qualitativ hochwertigen Unternehmensdaten gemeint, die eine Gesamtsicht auf wichtige Geschäftsprozesse und Zusammenhänge ermöglichen und somit als Entscheidungsgrundlage dienen.

Mit der Sprache des Marketings allein lassen sich derartige Lösungen indes kaum greifen. Strategische BI beantwortet langfristige Fragestellungen, etwa die Einhaltung der Unternehmensstrategie in einer Balanced Score Card. „Echtzeitdaten sind dabei irrelevant“, sagt Jan-Henrik Fischer, Solution Manager Business Intelligence bei der Trivadis GmbH. „Operative BI unterstützt hingegen die täglichen Geschäftsprozesse wie Kreditantrag, Kündigung oder Kundenorder. Auch dazu sei jedoch nur in besonderen Fällen der Rückgriff auf unmittelbare Echtzeitdaten erforderlich.

Hohe Ansprüche

Dennoch erhebt „Real Time Business Intelligence“ den Anspruch Werkzeuge zu bieten, die nicht nur bei der Bereitstellung von Grunddaten bereit stehen, sondern auch in anderen Bereichen zeitliche Verzögerungen bis in den Sekundenbereich minimieren. Klassisch betrachtet lassen sich dabei gleich mehrere zunächst technische Hürden ausmachen: Die Verzögerung bei der Bereitstellung von Daten, die Datenanalyse, handlungsbezogenen Informationen – und die Verzögerung in der Reaktion auf das bereitgestellte unternehmerische Wissen.

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