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Betroffen ist die gesamte Wertschöpfungskette
Echtzeitbasiertes Datenmanagement ist deshalb ein Thema, das sich durch die gesamte Wertschöpfungskette zieht. Dies beginnt mit dem Produktentwicklungsprozess (PEP), bei dem die heute geltenden extrem kurzen Produktzyklen eine präzise Zeitsteuerung unabdingbar machen, über den gesamten Bereich von Logistik, Produktion und Vertrieb und umfasst auch die Bereiche Service und Kundensupport. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht herrschen enge Restriktionen bei den Kosten vor – und damit auch bei der Reaktionszeit, um potentiellen Fehlentwicklungen schnellstmöglich gegensteuern zu können.
„Der anfängliche Wunsch, Real Time BI so zu verstehen, alle Daten zu jeder Zeit jeder Anwendung und jedem Anwender sofort zugänglich zu machen, ist an der Realität in den Unternehmen gescheitert“, ergänzt Frank Naujoks, Research Manager Software, bei IDC. Aus Sicht der Marktforscher gehen deshalb die Unternehmen dazu über, seit einiger Zeit genauer zu unterscheiden, in welchen Bereichen und Anwendungsfällen das Sammeln und Verteilen von Echtzeit-Daten überhaupt sinnvoll ist.
Wann ist Realtime BI sinnvoll?
„Das ist immer dort der Fall, wo es um schnelle Reaktion geht, beispielsweise bei der Preisbestimmung von Hotels und Airlines an der Kundenhotline“, sagt Naujoks. In anderen Bereichen reiche es hingegen aus, die Wochenberichte in der lastarmen Zeit zu erstellen, sofern diese rechtzeitig erstellt sind. Den größten Nutzwert bringe ein echtzeitbasiertes Datenmanagement deshalb als zentraler Bestandteil von Realtime BI im Kundensupport und Service, bekräftigt Jan-Henrik Fischer von Trivadis.
Hinzu kommen laut Frank Naujoks von IDC Preisfindungen und die Lieferanten- und Lagersteuerung, wenn es etwa um drohende Lieferschwierigkeiten gehe. Jedoch sei Realtime BI aufwändig und kostspielig, daher gilt es, den Einsatz entsprechender Tools genau zu prüfen, bekräftigt Jan-Henrik Fischer. So mache es kaum Sinn, den kalkulierten Kundenwert im Rahmen einer Kündigungsbearbeitung anhand von Echtzeitdaten zu berechnen. „Hier sollten die Daten vom Vortag genügen“, so der Experte weiter.
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