Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 60

Anwendungs- und Problembereiche von Wireless LANs (WLAN) – 2

29.12.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Andreas Donner

Drahtlose Funksysteme sind permanent einer Vielzahl von Störungen ausgesetzt; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
Drahtlose Funksysteme sind permanent einer Vielzahl von Störungen ausgesetzt; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels

Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Der flächige und dichte Einsatz von Funkübertragung bietet eine Menge Problembereiche, mit denen man sich auseinandergesetzt haben sollte, bevor Probleme auftauchen. Hier bei soll dieser Beitrag helfen. Hinsichtlich des Datenschutzes auftretende Probleme und Lösungen sind dagegen Teil einer allgemeinen Diskussion dieser Problematik in einer späteren Folge dieser Reihe.

Der größte Anteil drahtloser Netze wird auch in Zukunft aufgrund der Mobilität der Benutzer mit Radiowellen arbeiten. Sendung und Empfang von Radiosignalen durch die Luft machen drahtlose Systeme anfällig für atmosphärische Störungen und Störungen durch Übertragungen von anderen Systemen. Dies sind nicht nur andere drahtlose Netze, sondern auch alle anderen Arten von Funksystemen wie Radio, Fernsehen, Handys usw.

Schließlich gibt es noch eine Reihe von Störungen aus Geräten wie Leuchtstofflampen oder Kühlschränken, die bei irgendwelchen Schaltvorgängen Impulse hervorrufen, die ausgerechnet im Frequenzspektrum des drahtlosen Netzes liegen.

Bisher haben wir von Störungen gesprochen, die von außen auf das drahtlose System einwirken. Wichtig ist aber auch, dass das drahtlose System selbst wiederum Störungen bei anderen Systemen hervorrufen kann. Auch diese müssen sich natürlich in engen Grenzen halten.

Die an den Frequenzbändern ausgerichtete Ordnung für Funksysteme hatten wir ja bereits dargestellt. Diese Frequenzbänder werden von Frequenzkontrollbehörden festgelegt, wie z.B. dem FCC in den USA oder dem FTZ in Deutschland. Diese Festlegungen sind aber nicht in allen Fällen international harmonisiert, sodass man z.B. Geräte aus den USA nicht so ohne weiteres hier einsetzen kann, weil sie ggf. auf Frequenzen arbeiten, die dort für einen derartigen Zweck zugelassen sind, hierzulande jedoch nicht.

Übrigens ist die FCC in den USA nur für kommerzielle und private Systeme zuständig. Das Militär hat seine eigene Frequenzordnung. Selbst europaweit ist es problematisch, zu Einigungen zu kommen, weil die Frequenzbänder in der Vergangenheit ursprünglich länderspezifisch verwaltet wurden und es bei übergreifenden Diensten zu Überschneidungen kommen kann.

Manchmal gibt es aber auch Überschneidungen zu Dingen, an die niemand so schnell denkt. So arbeiten die meisten Funk-LANs im sog. S-Band mit einer Grundfrequenz um 2,4 GHz. Hier arbeiten aber auch die meisten Mikrowellenherde. Normalerweise sind die Mikrowellenherde gut geschirmt, aber bei älteren Herden kann es teilweise zu Defekten in dieser Schirmung kommen. Das Funk-LAN ist dann immer grade dann gestört, wenn der Nachbar seine Mahlzeit aufwärmt.

Rein technisch ist es nicht besonders schwierig, Systeme im Rahmen benachbarter Frequenzen umzurüsten.

Allerdings hilft diese Frequenzverteilung nur bedingt weil jede elektromagnetische Schwingung nicht nur aus einer Grundfrequenz, sondern aus einer Anordnung dieser Grundfrequenz mit zusätzlichen sog. harmonischen Schwingungen besteht. Der wichtigste Faktor in diesem Zusammenhang ist die Modulation.

weiter mit: Design-Aspekte zur Störungsbekämpfung

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