Kein Netz – kein Geschäft: Insbesondere Unternehmen, die temporäre Standorte betreiben, benötigen sofortige und sichere Konnektivität. 5G-Lösungen schaffen Abhilfe – am besten, indem sie mit technologischen Weiterentwicklungen kombiniert werden.
Jens Tintrup ist Chief Technology Officer (CTO) und Prokurist bei der sector27 GmbH.
(Bild: sector27)
Wer als Unternehmen hochverfügbare, leistungsfähige und sichere Netzwerklösungen auch an Orten ohne MPLS-Leitungen beziehen möchte, der steht oft vor einer großen Herausforderung. Vom ersten Tag an ist eine Internetverbindung dringend erforderlich, um geschäftsfähig zu sein – das betrifft unter anderem Pop-up-Stores und Wanderbaustellen. Sie benötigen eine stabile, performante Verbindung, um beispielsweise Kartenzahlungen anzubieten oder „normale“ Büroarbeit in einem Baustellen-Container vor Ort zu erledigen. Geleaste oder gekaufte 5G-Router schaffen Abhilfe.
Mittlerweile sind zwar rund 92 Prozent der Fläche Deutschlands mit dem Mobilfunkstandard 5G durch mindestens einen Netzbetreiber versorgt, dennoch gibt es immer noch zahlreiche weiße oder graue Flecken ohne verlegte Internetleitungen beziehungsweise mit geringer Auswahl an Mobilfunkanbietern. Doch Zeit ist Geld. Kein Internet heißt kein Geschäft.
Sichere IT-Lösungen für temporäre Standorte
Betreiber von Pop-up-Stores stehen beispielsweise vor besonderen Sicherheitsherausforderungen: An temporären Standorten übertragen sie sensible Daten über potenziell unsichere Netze. Sie brauchen nicht nur hochverfügbare Lösungen, um permanent online auf ihr Produktsortiment zuzugreifen und Kunden beraten zu können, sondern auch sichere, um beispielsweise Nachbestellungen zu tätigen. Hinzu kommen gesetzliche Verpflichtungen wie der europäische Cyber Resilience Act. Dieser verlangt, den Schutz sensibler Daten, etwa bei Kartenzahlungstransaktionen, jederzeit nachweisen zu können. Besonders anspruchsvoll wird es, wenn Standorte im Ausland eröffnet werden sollen: Unterschiedliche Compliance-Vorschriften, verschiedene lokale Mobilfunkanbieter und Sprachbarrieren erschweren die schnelle Bereitstellung von Internetleitungen. Die interne IT-Abteilung hat meist nicht die personellen Ressourcen, um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden.
Schnelle 5G-Konnektivität mit Plug & Play
Das Paket, das für eine schnelle Konnektivität notwendig ist, ist nicht komplex, erfordert aber immer ein durchdachtes Zusammenspiel verschiedener Bestandteile. Im Kern stehen 5G-Router, die per Plug & Play eine stabile Internetverbindung gewährleisten – ausgestattet mit SIM-Karten und vorkonfiguriert für IT-Sicherheits- sowie Compliance-Anforderungen. Dazu gehört auch die Definition spezifischer Sicherheitsrichtlinien und Zugriffsberechtigungen für Nutzer und Geräte und die automatische Konfiguration von VPN-Tunneln, um eine sichere Verbindung zum Firmennetzwerk oder zu Cloud-Ressourcen herzustellen – etwa für den Zugriff auf das Produktsortiment.
Redundanz mit Dual-SIM-Technologie und Network Slicing
Für eine hohe Performance und zuverlässige Redundanz der Verbindung setzen moderne 5G-Router auf Multi-WAN-Technologie, die SD-WAN mit Mobilfunk-WAN kombiniert. Jeder Router ist mit zwei SIM-Karten ausgestattet – ein automatisches Failover sorgt dafür, dass bei Erschöpfung des Datenvolumens einer Karte sowie beim Ausfall von Mobilfunknetzen nahtlos auf die zweite Karte (bzw. das zweite Netz) umgeschaltet wird. So bleibt stets mindestens ein Netz verfügbar. Wie essenziell eine solche Absicherung ist, zeigte der jüngste, großflächige Netzausfall bei NetCologne: Für fast einen ganzen Tag lag das Netz lahm, selbst Notrufe waren über Stunden nicht erreichbar. Mit einer dualen Netzstrategie bleibt die Geschäftstätigkeit auch in solchen Situationen uneingeschränkt möglich.
Um Datenströme möglichst effizient zu leiten und Abbrüche zu vermeiden, wird es zukünftig entscheidend sein, die 5G-Router um eine Software für intelligente Netzwerksegmentierung, das sogenannte Network Slicing, zu erweitern. Dabei erkennt und klassifiziert SD-WAN automatisch verschiedene Anwendungen und ordnet sie dem passenden Network Slice zu. So können Store-Betreiber mehrere virtuelle Netzwerke mit individuellen Prioritäten parallel verwalten. Zahlungsabwicklungen etwa sollten höchstmögliche Priorität haben, bei einfachen Web-Anfragen hingegen reicht eine niedrigere Priorität.
Darüber hinaus liefert 5G wertvolle Echtzeitdaten für ein optimiertes Netzwerkmanagement. Parameter wie Latenz, Bandbreitenauslastung oder Verbindungsqualität können kontinuierlich überwacht werden. So lassen sich Netzwerkprobleme frühzeitig erkennen und beheben.
Stand: 08.12.2025
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Sicherer Datenverkehr über alle Standorte hinweg
Mit der Single-Vendor-Technologie 5G SASE (Secure Access Service Edge) gibt es eine IT-Security-Lösung speziell für SD-WAN, die einheitliche Sicherheitsrichtlinien über alle Standorte hinweg gewährleistet – ein entscheidender Vorteil für flexible Geschäftsmodelle. Sie vereint verschiedene Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen in einer einzigen, cloudbasierten Plattform, was Komplexität reduziert
Ein zentraler Bestandteil von SASE ist das Zero-Trust-Prinzip. Jeder Zugriff auf das Netzwerk muss authentifiziert und autorisiert werden. Das gilt sowohl für Mitarbeiter, die mithilfe eines Clients bestimmte Rechte auf das Netzwerk erhalten, als auch für externe Dienstleister. Die Nutzer erhalten nur Zugriff auf die Netzwerkanteile, für die sie freigeschaltet sind. Das und kontinuierliche Traffic-Inspektionen verhindern, dass sich eventuelle Schadsoftware weiter im Netzwerk ausbreiten kann. Die Verschleierung öffentlicher IP-Adressen schützt das Netzwerk zusätzlich.
Als sichere Identifikationsquelle dienen SIM-Karten. Jede von ihnen kann einem bestimmten Store-Mitarbeiter oder Gerät zugeordnet werden. Im Falle eines Verlusts oder Diebstahls wird die SIM-Karte gesperrt, um unbefugten Zugriff zu verhindern.
Störungsfreie 5G-Connectivity weltweit
Das Management von schnellen und sicheren 5G-Lösungen ist aufwändig. Unternehmen greifen deshalb in der Regel auf ein 5G-Lösungsportfolio eines externen Dienstleisters zurück, das ihnen die notwendige First-Day-Connectivity verschafft. Das Angebot etablierter großer Anbieter ist allerdings oft hochpreisig und wenig flexibel in der Ausgestaltung. Wählen Unternehmen verschiedene, kleinere Anbieter, um das Lösungsportfolio zu erhalten, müssen sie viele einzelne Lizenzen, Verträge und Kosten im Auge behalten. Was sie benötigen, sind passgenaue Lösungen aus einer Hand, um die Prozesse so effizient wie möglich zu gestalten und die unternehmensinterne IT zu entlasten.
Bei der Auswahl des 5G-Dienstleisters ist darauf zu achten, dass er die gesamte Abwicklung der Carrier übernimmt. Besonders für international tätige Firmen ist das ein entscheidender Vorteil. Sie müssen sich dann nicht um das Vertragsmanagement mit lokalen Mobilfunk- und Internetanbietern in vielleicht fremder Sprache oder um das Störungsmanagement kümmern. Stattdessen erhalten sie einen zentralen Ansprechpartner, der in Deutschland und weltweit das gesamte Connectivity-Management übernimmt, Prozesse verschlankt und unnötige Kosten senkt.
Teil des Services ist auch das komplette Device Lifecycle Management, also die vollständige Konzeptionierung eines auf den Kunden und seine Anforderungen zugeschnittenen Lösungspakets. Die Leistungen reichen von der Beschaffung der Geräte bis hin zur Gewährleistung von Compliance-Vorschriften und Absicherung gegen Cyber-Bedrohungen. Der Kunde zahlt in diesem Fall einen monatlichen Leasingpreis für die Geräte inklusive Services. Belastende Vorfinanzierungen und ungeplante Kosten, beispielsweise beim Gerätetausch, werden hinfällig.
Temporäre Standorte schnell, sicher und effizient anschließen
Temporäre Geschäftsstandorte stehen vor der Herausforderung, sofortige und sichere Konnektivität bereitzustellen – klassische MPLS-Lösungen sind hier oft keine Option. 5G-Router mit Plug & Play-Funktionalität bieten eine leistungsfähige Alternative, insbesondere wenn sie durch Technologien wie SD-WAN, Network Slicing und 5G SASE ergänzt werden. Die Kombination aus Dual-SIM-Technologie und cloudbasierten Sicherheitslösungen gewährleistet nicht nur eine hohe Verfügbarkeit, sondern schützt auch sensible Geschäftsdaten.
Allerdings bleibt das Management solcher Lösungen komplex: Unternehmen benötigen passende, skalierbare 5G-Services, die nicht nur technische, sondern auch betriebswirtschaftliche Vorteile bieten. Ein zentralisierter Dienstleister, der Carrier-Management und Geräteverwaltung übernimmt, entlastet die interne IT und reduziert operative Risiken.
Über den Autor
Jens Tintrup ist Chief Technology Officer (CTO) und Prokurist bei der sector27 GmbH und leitet den Bereich Rechenzentrum & Mobility. Der erfahrene IT-Experte ist seit 2018 bei sector27 tätig und bewegt sich insgesamt über 30 Jahre in der IT-Branche.