7 Vorhersagen von Equinix

2017: So entwickelt sich die Konnektivität in Unternehmen

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Was wird die digitale Transformation in Unternehmen verändern? Equinix wagt einen Blick in die Zukunft.
Was wird die digitale Transformation in Unternehmen verändern? Equinix wagt einen Blick in die Zukunft. (Bild: © - Warakorn - Fotolia.com)

Equinix geht davon aus, dass die weltweite digitale Transformation in diesem Jahr in zahlreichen Branchen zu deutlichen Veränderungen führen wird. Für den Anbieter von Rechenzentrumsdienstleistungen werden dabei Interconnection-Services eine zentrale Rolle spielen.

Equinix verfügt nach eigenen Angaben aufgrund seiner Rechenzentren in 40 Wirtschaftsräumen weltweit, seiner mehr als 8.000 Kunden und aufgrund von aktuell realisierten 188.400 Cross Connects über datengestützte Informationen zu wichtigen Faktoren, die über den Erfolg in der digitalen Wirtschaft entscheiden. Der Betreiber einer Plattform, die, so Equinix, zahlreiche etablierte und prosperierende Business-Ecosysteme aufweist, erwartet daher in diesem Jahr folgende Trends:

1. Multi-Cloud-Konvergenz

Die Cloud ist ihren Kinderschuhen entwachsen, Unternehmen sind mehr und mehr von ihrer Cloud-Infrastruktur abhängig. Viele Firmen nutzen aktuell bereits mehrere Clouds, und die Notwendigkeit, unterschiedliche und traditionelle getrennte Business-Ecosysteme miteinander zu verbinden, wird diesen Trend deutlich verstärken. Dabei setzen die Unternehmen hohe Erwartungen in die Leistungsfähigkeit, Nutzungsqualität und nahtlose Integration dieser Multi-Clouds. 2017 wird zeigen, wie sich die Geschäftsprozesse in Unternehmen durch die Konvergenz mehrerer Clouds, die Daten, Applikationen, Infrastrukturen und Personal Clouds bereitstellen, grundlegend verändern.

2. Erweiterung der digitalen Grenzen

Geschäftsmodelle ändern sich stetig, was die geschäftlichen Aktivitäten der Unternehmen in der digitalen Wirtschaft stark beeinflusst. So wird die Konvergenz mehrerer Clouds dazu führen, dass sich für Unternehmen die Netzwerkgrenzen verschieben, um die Standorte zu integrieren, an denen sich Nutzer und Daten befinden. Dies ist ein wichtiger Schritt für Unternehmen, die Social-, Mobile-, Analytik- und Cloud-Technologien einsetzen, um die Interaktion mit Anwendern in Echtzeit zu optimieren.

3. Aufstieg der Interconnection-Fabric

Immer mehr Unternehmen verbinden ihre digitalen und physischen Präsenzen, um weltweit Geschäfte tätigen zu können. Da dabei häufig mehrere Clouds zum Einsatz kommen, können durch das Management verschiedener Cloud-Umgebungen von verschiedenen Anbietern deutliche Herausforderungen entstehen. Wenn die passende Struktur für das Cloud-Management fehlt, werden die operativen Probleme sehr schnell immer größer, was dazu führt, dass die Bereitstellung von Services am Netzwerkrand leidet. 2017 wird daher die Akzeptanz der Interconnection-Fabric, die sich an carrierneutralen Standorten befindet, deutlich steigen, da es mittels dieser möglich ist, alle Ressourcen des digitalen Geschäfts optimal mit- und untereinander zu verbinden.

4. Sicherheit wird immer wichtiger

Unternehmen müssen in einer verteilten Infrastruktur mit Anwendern, vernetzten Endgeräten, Prozessen und Daten für ein Höchstmaß an Sicherheit sorgen, um in ihrem digitalen Business erfolgreich zu sein und alle regulativen Vorgaben einzuhalten. In gleichem Maße wie die Hybrid Cloud immer beliebter wird, erkennen immer mehr Unternehmen, dass kaum ein Cloud-Provider alle notwendigen Sicherheitslösungen bereitstellt. Entsprechend müssen sie selbst die Sicherheit ihrer Anwendungen und Daten innerhalb der Multi-Cloud-Umgebung gewährleisten können. Interconnection-Services bieten in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, statt des punktuellen Einsatzes inflexibler Sicherheitslösungen von der Flexibilität des Modells Security-as-a-Service zu profitieren, das zudem Vorteile wie eine schnelle Implementierung, einfache Setup- und Wartungsprozesse und Echtzeitschutz bietet.

5. Das Zeitalter des miteinander verbundenen Handels

Die Art und Weise, wie heute gezahlt wird, ändert sich schneller als jemals zuvor in der Geschichte des Geldes. Immer mehr Menschen weltweit verfügen über Smartphones und haben Zugang zum World Wide Web, was zu deutlichen Steigerungsraten im Mobile- und Onlinehandel führt. Das führt dazu, dass der zuvor dominierende proprietäre Siloansatz für die Bereitstellung von Bezahlservices mehr und mehr Platz macht für neue Technologien und Geschäftsmodelle, die sich an der Schnittstelle von Handel und der Zahlung platzieren. Gleichzeitig werden für den Handel Technologien immer wichtiger, die dezentrale Payment-Services erlauben, da es so möglich wird, sich für die jeweils optimalen Anbieterplattformen zu entscheiden. Diese Verschiebung hat zur Folge, dass Unternehmen zunehmend voneinander abhängig werden und für ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Lage sein müssen, Cloud-Services über sichere, zuverlässige und sofort verfügbare Verbindungen einzusetzen. In einer Welt der umfassend miteinander vernetzten Anbieter von Waren und Bezahlservices entstehen neue Möglichkeiten für die Integration von Zahlungen, Handel, Daten und Marketing als Basis für innovative Lösungen und gewinnbringende Partnerschaften weltweit.

6. SDN und moderne Netzwerktechnologien

Die stetig steigenden Volumina an transferierten digitalen Daten weltweit führen zu einer neuen Generation an globalen Netzwerk-Backbones auf Basis interkontinentaler Seekabel, 5G-Wireless-Netzwerken und Satelliten, die Daten per Laser zur Erde transferieren. Netzwerkssysteme, die bislang auf eine physikalische Verdrahtung angewiesen waren, lassen sich nun per Software dynamisch steuern. Die nächste Generation der Infrastrukturen – Computing, Storage, Netzwerke und Rechenzentren – werden auf Open Source basieren. Software-defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV) werden über einfache Richtlinien auf Applikationsebene zunehmend das Management großer, über mehrere Rechenzentren verteilter Netzwerke zentralisieren und automatisieren.

7. Internet der Dinge wird Realität

Das Internet der Dinge wird sich von einzelnen, herstellerabhängigen Lösungen hin zu einer Infrastruktur entwickeln, in der vernetzte Geräte miteinander kommunizieren und dabei die gleichen Datenbestände nutzen und expandieren. Da die Zahl der Beteiligten in der Wertschöpfungskette dadurch steigt, kommt einem durchgängigen End-to-End-Servicekonzept große Bedeutung zu. Gleichzeitig wird die Interconnection für den Zugang zu zahlreichen Netzwerken und Clouds immer wichtiger. Ziele werden es sein, den Traffic breiter aufzufächern, um die Belastung unternehmenszentrierter Netzwerke zu senken, die Leistung für die gestreamten Informationen besser zu kontrollieren sowie umfassende Auswertungen für geschäftliche und operative Zwecke in Echtzeit zu erhalten.

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