Alternative zu VMware und Microsoft Hyper-V im Praxiseinsatz

Workshop: Kostenlose Virtualisierung mit Citrix XenServer

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Der Citrix XenServer (hier ein Architekturbild) steht uneingeschränkt kostenfrei zum Download zur Verfügung.
Der Citrix XenServer (hier ein Architekturbild) steht uneingeschränkt kostenfrei zum Download zur Verfügung. (Bild: Citrix)

Mit Citrix XenServer können Unternehmen genauso kostenlos und professionell virtualisieren, wie mit den kostenlosen Konkurrenzprodukten VMware ESXi und Microsoft Hyper-V Server 2012 R2. Wir zeigen Installation und Einrichtung der Lösung.

Citrix XenServer steht uneingeschränkt zum Download zur Verfügung. Administratoren können mit der kostenlosen Virtualisierungslösung einen Virtualisierungs-Host installieren, ohne zuvor ein Betriebssystem installieren zu müssen, genauso wie bei ESXi und Hyper-V Server 2012 R2.

Die grundsätzliche Installation besteht aus dem Bestätigen einiger Fenster, wie der Installation von VMware ESXi (siehe Abbildung 1). Die Installation entspricht dabei der Installation einer Linux-Distribution. Der genaue Ablauf lässt sich bei Citrix herunterladen.

Nachdem die Installation abgeschlossen ist, erscheint das Konsolenfenster auf dem Citrix XenServer. Hier werden aber nur rudimentäre Einstellungen vorgenommen, und das System generell konfiguriert (siehe Abbildung 2). Die Verwaltung nehmen Administratoren später über das Netzwerk von einem Windows-Rechner aus vor. Wir zeigen nachfolgend die Vorgehensweise.

Einrichtung und Verwendung von Citrix XenServer

Ist die Installation erst einmal abgeschlossen, rufen Administratoren von einem Rechner im Netzwerk aus die Adresse "http://<IP-Adresse des XenServers>" auf. Danach erscheint ein Fenster, über das sich das Verwaltungsprogramm "XenCenter" herunterladen und auf dem Windows-Rechner installieren lässt (siehe Abbildung 3). Die Installation des Verwaltungsprogrammes besteht aus ein paar wenigen Fenstern.

Danach starten Administratoren XenCenter und bauen eine Verbindung zum XenServer auf. Die generelle Verwaltung von Citrix XenServer erfolgt zukünftig über dieses Tool (siehe Abbildung 4). Im ersten Schritt muss der XenServer, der mit dem Tool verwaltet werden soll, angebunden werden. Das erfolgt über den Menüpunkt "Add a Server". Im Fenster muss der Name oder die IP-Adresse des Servers sowie das Kennwort des Root-Benutzers eingegeben werden (siehe Abbildung 5). Dieses wurde während der Installation festgelegt und lässt sich jederzeit über die Konsole des Servers anpassen.

Nachdem der Server angepasst ist, wird dessen Status im Fenster angezeigt und Administratoren können die Einstellungen verwalten (siehe Abbildung 6). Im Fenster ist auch die Systemauslastung sowie die Linux-Konsole für die Verwaltung des Servers in der Shell zu sehen (siehe Abbildung 6).

Virtuelle Maschinen mit Citrix XenServer erstellen

Um eine neue VM zu erstellen, klicken Administratoren auf "New VM" in der Menüleiste des Verwaltungsprogramms. Hierüber wird ein Assistent gestartet, der bei der Einrichtung von VMs hilft (siehe Abbildung 7). Im ersten Schritt wird zunächst das Betriebssystem der neuen VM ausgewählt. Danach werden Einstellungen wie Servernamen und Installationsmedium festgelegt. Im Rahmen der Installation kann auch der XenServer ausgewählt werden, auf dem die neue VM erstellt werden soll. Wenn am Client mehrere Server angebunden sind, lassen sich auf allen XenServern VMs anbinden (siehe Abbildung 8). Die weiteren Einstellungen betreffen den lokalen Speicher und das Netzwerk. Danach wird die VM erstell und steht zur Verfügung.

Per Doppelklick wird das Fenster zur VM geöffnet. Auf der Registerkarte "Konsole" ist der aktuelle Inhalt des Bildschirms zu sehen. Hierüber erfolgen auch die Verwaltung der VM sowie die Installation des Betriebssystems (siehe Abbildung 9). Im Fenster lässt sich auch der Vollbildmodus einschalten um den Server besser verwalten zu können. Auf verschiedenen Registerkarten können Administratoren Einstellungen der VM anzeigen (General), die Auslastung des Arbeitsspeichers überprüfen (Memory), die virtuellen Festplatten (Storage) verwalten und Netzwerkeinstellungen anpassen (Network).

Die Leistung der VM überprüfen Administratoren über die Registerkarte "Performance", Snaphots lassen sich über die Registerkarte "Snapshots" erstellen und die Registerkarte "Logs" zeigt Aktionen an, die mit der VM durchgeführt wurden. Über das Kontextmenü der Meldung öffnen Administratoren eine Webseite, auf der sich Hinweise zum Fehler sowie Anleitungen, um den Fehler zu beheben, finden lassen.

ISO-Dateien für Installation bereitstellen

Damit Administratoren auf einem XenServer VMs erstellen und installieren können, sollten ISO-Dateien als virtuelle DVD-Laufwerke zur Verfügung stehen. Am einfachsten geht das durch Einbinden einer Windows-Freigabe als ISO-Bibliothek. Diese Freigabe wird über das XenCenter im XenServer angebunden und kann fortan als Quelle für Installationsdateien verwendet werden. Die Vorgehensweise dazu ist folgende:

  • Klicken Sie in XenCenter im Menüband auf "Storage\New SR". Es startet der Assistent zur Anbindung von neuen Storage Repositories (siehe Abbildung 10).
  • Wählen Sie hier "Windows File Sharing (CIFS) " aus (siehe Abbildung 10).
  • Auf dem nächsten Fenster geben Sie den Namen der Freigabe an, den XenCenter zukünftig anzeigen soll.
  • Auf dem nächsten Fenster geben Sie Schließlich den UNC-Pfad der Freigabe an, sowie den Benutzernamen und das Kennwort für den Zugriff (siehe Abbildung 11).
  • Danach steht die Freigabe zur Verfügung. Klicken Sie auf die Freigabe in XenCenter und wechseln auf die Registerkarte "Storage", sind die ISO-Dateien zu sehen.
  • Erstellen Sie einen neuen Server über das XenCenter, stehen die ISO-Dateien in der Freigabe zum Booten zur Verfügung.

Fehlerbehebung mit XenServer

In der Verwaltungskonsole von Citrix XenServer steht der Bereich "System Alerts" zur Verfügung. Dieser befindet sich oben rechts in der Konsole (siehe Abbildung 12). Durch einen Klick auf den Link öffnet sich ein Fenster, über das Administratoren die aktuellen Warnungen, Informationen und Fehler des Servers abrufen können (siehe Abbildung 12).

Viele Fehler lassen sich über das Installieren von Patches und Hotfixes beheben. Diese lassen sich über das XenCenter-Fenster auf den Servern bereitstellen. Geübte Administratoren können Aktualisierungen aber auch über die Konsole installieren. Einfacher geht die Installation jedoch über XenCenter. Gehen Sie dazu folgendermaßen vor:

  • Laden Sie die ZIP-Datei des Patches auf den Rechner und entpacken Sie das Archiv.
  • Öffnen Sie XenCenter und klicken Sie auf "Tools\Install Updates". Es startet ein Assistent, der bei der Installation von Updates unterstützt (siehe Abbildung 13).
  • Im Assistenten wählen Sie das entpackte Update aus. Sie können an dieser Stelle auch mehrere Updates zur Installation auswählen.
  • Auf dem nächsten Fenster wählen Sie den Server aus, auf dem Sie das Update installieren wollen. Server, die nicht kompatibel mit dem Update sind, werden deaktiviert.
  • Danach wird die Installation durchgeführt und überprüft.

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