Container und Support für Linux & Hybrid-Clouds verbessert

Windows Server 2019 Preview

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Sauber: Das nächste Haupt-Release „Windows Server 2019“ kommt bis zum Herbst 2018. Was lässt die Preview erwarten?
Sauber: Das nächste Haupt-Release „Windows Server 2019“ kommt bis zum Herbst 2018. Was lässt die Preview erwarten? (Bild: / CC0)

Mit der Preview-Version auf „Windows Server 2019“ gestattet Microsoft einen Blick auf das kommende neue Haupt-Release, das auf „Windows Server 2016“ folgt. Unser Autor Thomas Joos geht auf die wichtigsten Neuerungen ein.

Microsoft hat eine erste Preview-Version von Windows Server 2019 zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um die nächste Vollversion, die Microsoft im Rahmen des „Long-Term Servicing Channel“ (LTSC) zur Verfügung stellt. Die Veröffentlichung von Windows Server 2019 ist bis Herbst dieses Jahres geplant. Die wichtigsten Neuerungen von Windows Server 2019 drehen sich um die Unterstützung von Linux und Containern, inklusive Kubernetes.

Windows Server 2016 versus Windows Server 1709/1803

Im Gegensatz zu den Versionen „Windows Server 1709“ und „Windows Server 1803“, die im Rahmen des Semi-Annual-Channel-Programmes (SAC) erscheinen, verfügt die LTSC-Version Windows Server 2019 über eine grafische Oberfläche. Dazu kommt, dass nur LTSC-Versionen über langjährigen Support verfügen (fünf Jahre herkömmlicher Support, fünf Jahre erweiterter Support). Wer auf SAC setzt, muss jeweils immer aktualisieren, wenn eine neue Version erscheint, ansonsten geht der Support verloren.

Die LTSC-Versionen, die alle zwei bis drei Jahre erscheinen, sollen nahezu alle Neuerungen der vorhergehenden SAC-Versionen erhalten. Windows Server 2019 verfügt also aktuell über alle Neuerungen, der Versionen 1709/1803. Dabei handelt es sich vor allem um Verbesserungen im Bereich Container-Technologien und „Storage Spaces Direct“.

Microsoft weist darauf hin, dass gleichzeitig mit Windows Server 2019 auch die nächste SAC-Version erscheinen wird. Diese verfügt über Neuerungen, die nicht in Windows Server 2019 integriert sein werden, sondern erst in der nächsten LTSC-Version.

Verwaltung mit Project Honolulu

Mit dem Project Honolulu stellt Microsoft einen webbasierten Server-Manager zur Verfügung, mit dem SAC-Versionen, genauso wie LTSC-Versionen mit einer grafischen Oberfläche über den Web-Browser verwaltet werden können.

„Project Honolulu“ ist der neue Web-basierte Server-Manager, mit dem sich alle aktuellen Windows-Versionen verwalten lassen, auch Windows Server 2019.
„Project Honolulu“ ist der neue Web-basierte Server-Manager, mit dem sich alle aktuellen Windows-Versionen verwalten lassen, auch Windows Server 2019. (Bild: Thomas Joos/Microsoft)

Natürlich stellt Microsoft weiterhin die „Remote Server Administration Tools“ (RSAT) zur Verfügung, genauso wie die grafische Oberfläche von Windows-Servern, die im Rahmen von LTSC erscheinen. Mit „Project Honolulu“ lassen sich aber alle Installationen zentral verwalten, unabhängig davon, ob SAC, LTSC oder Vorgängerversionen wie „Windows Server 2012 R2/2016“ installiert sind.

Mehr Cloud, mehr Sicherheit

Windows Server 2019 und Project Honolulu erlauben eine Verbindung von Diensten in Microsoft Azure für hybride Cloud-Umgebungen. Beispiel für den Einsatz ist die Sicherung mit Azure Backup und Azure File Sync. Die Steuerung erfolgt zentral in Project Honolulu.

Bezüglich der Sicherheit erweitert Windows Server 2019 vor allem Möglichkeiten, die mit Windows Server 2016 eingeführt wurden. Auch die Unterstützung für Linux wird verbessert. Microsoft integriert Linux-Befehle wie „curl“ und „tar“ in die Befehlszeile von Windows Server 2019. Die beiden Befehle sind auch bereits in Windows Server 1803 Bestandteil.

Dazu kommt, dass mit Windows Server 2019 auch Linux-VMs über Shielded-VMs gesichert werden können. Mit Windows Server 2019 kann zudem der Netzwerkverkehr in virtuellen Umgebungen verschlüsselt werden.

„Windows Server 2019“ verfügt über mehr Linux-Unterstützung, zum Beispiel die beiden Befehle „curl“ und „tar“.
„Windows Server 2019“ verfügt über mehr Linux-Unterstützung, zum Beispiel die beiden Befehle „curl“ und „tar“. (Bild: Thomas Joos/ Microsoft)

Das „Windows-Subsystem for Linux“ (WSL) wird in Windows Server 2019 verbessert, sodass auch mehr Distributionen unterstützt werden. Mit WSL stehen unter Windows Server 2019 Linux-Befehle zur Verfügung, mit denen sich Windows-Server genauso verwalten lassen, wie andere Linux-Server über das Netzwerk.

Microsoft integriert in Windows Server 2019 auch „Windows Defender Advanced Threat Protection“ (ATP). Dabei handelt es sich um einen Schutz vor Angreifern, die noch nicht durch Definitionsdateien von Virenscannern erkannt werden. Beispiel dafür sind Zero-Day-Angreifer.

Bessere Container und schnellere Bereitstellung

Windows Server 2019 wird „Kubernetes“ unterstützen. In diesem Zusammenhang können also auch „Windows Server Container“ an Kubernetes angebunden werden. Das Core-Image wird noch einmal deutlich verkleinert, sodass dieses schneller bereitgestellt werden kann und einen kleineren Fußabdruck im Netzwerk hinterlässt. Eine „Nano“-Installation wird es auch mit Windows Server 2019 nicht mehr geben. Das Nano-Image steht nur noch als Container-Image zur Verfügung.

Mit jeder neuen Version von Windows-Server integriert Microsoft auch kleinere Verbesserungen, mit denen sich Container auf Basis von Docker und die Verwaltung mit Kubernetes besser nutzen lassen. Linux-VMs und Linux-Container können mit Docker einfacher parallel eingesetzt werden, sodass Administratoren und Entwickler einfacher in hybriden Umgebungen arbeiten können.

Die Verwaltung mit System Center

Neben der zentralen Verwaltung mit Project Honolulu, RSAT oder den Bordmittel-Tools, wird Windows Server 2019 auch an der neuen Version von „System Center“ angebunden. Dieses trägt aktuell die Version 2019. Bei Erscheinen ist auch hier zu erwarten, dass Microsoft die Bezeichnung System Center „Current Branch“ verwenden wird.

Zusammen mit System Center und Microsoft Azure lassen sich Hyper-Converged-Infrastructures (HCI) aufbauen und mit Project Honolulu zentral verwalten. Microsoft Azure und lokale Rechenzentren sollen dadurch verschmelzen, zumindest wenn Unternehmen das wollen.

Auch die Verwaltung von Clustern in solchen hyperkonvergenten Umgebungen kann über Project Honolulu ausgeführt werden. Der Einsatz von System Center ist dabei nicht unbedingt notwendig.

Preise und Lizenzierung

Microsoft gibt bekannt, dass die Lizenzierung von Windows Server 2019 identisch mit der Lizenzierung von Windows Server 2016 sein wird. Gleichzeitig wird aber auch bekannt gegeben, dass die Preise für Client-Zugriffslizenzen (CALs) mit Windows Server 2019 erhöht werden sollen.

Fazit

Auch mit Windows Server 2019 fällt schnell auf, dass sich Microsoft vor allem auf hybride Netzwerke, Cloud, Linux und Container konzentriert. Generelle Windows-spezifische Neuerungen gibt es in neuen Windows-Versionen immer weniger. Der Einsatz von Windows Server 2019 wird sich also vor allem hauptsächlich für Unternehmen lohnen, die parallel zu Windows auf Linux, Container und die Cloud setzen.

Wer ein herkömmliches Netzwerk mit Windows-Servern einsetzt, wird mit Windows Server 2019, zumindest aus aktueller Sicht, keine wesentlichen Neuerungen erhalten. Die Oberfläche und Installation unterscheiden sich aktuell kaum von Windows Server 2016. Ob mit den nächsten Previews weitere Neuerungen integriert werden, muss die Zeit zeigen.

Der neue webbasierte Server-Manager

Windows Server Project Honolulu

Der neue webbasierte Server-Manager

08.12.17 - Zusammen mit Windows Server 1709, dem Nachfolger von Windows Server 2016, stellt Microsoft mit Project Honolulu einen neuen, webbasierten Server-Manager für Windows Server 2012/2012 R2 und Windows Server 2016/1709 vor. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45288502 / Betriebssysteme und Netzwerk-Software)