Funktionsumfang und Grenzen – Server Essentials in der Praxis

Windows Server 2016 Essentials für kleine Unternehmen

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Windows Server 2016 Essentials erlaubt die Anbindung von bis zu 25 Benutzern und 50 Geräten – ideal für kleine Unternehmen.
Windows Server 2016 Essentials erlaubt die Anbindung von bis zu 25 Benutzern und 50 Geräten – ideal für kleine Unternehmen. (Bild: Joos / Microsoft)

Windows Server 2016 Essentials und die Essentials-Rolle in Windows Server 2016 Standard/Datacenter bieten für kleine Unternehmen oder Niederlassungen eine effiziente Möglichkeit Benutzer an Datenfreigaben und Cloudlösungen anzubinden. Wir zeigen, wie das geht.

Windows Server 2016 Essentials erlaubt die Anbindung von bis zu 25 Benutzern; dafür sind keine CALs notwendig. Die neue Version lässt sich in bestehende Domänen integrieren, auch mehrere Server mit Windows Server 2016 Essentials. Auch von anderen Niederlassungen aus können Anwender mit dem Connector in Windows Server 2016 Essentials auf Server zugreifen. Außerdem können Anwender den Server für die Anbindung auswählen.

Auch interessant ist die Möglichkeit, Windows Server 2016 Essentials komplett virtuell zu installieren. Das ist zwar technisch bereits mit Windows Server 2012/2012 R2 Essentials möglich, war aber lizenzrechtlich oft problematisch. Außerdem war in diesem Fall eine weitere Serverlizenz für den Virtualisierungshost notwendig. Umgehen lässt sich das im Fall von Windows Server 2016 Essentials mit dem kostenlosen Hyper-V Server 2016.

Windows Server 2016 Essentials in bestehende Netzwerke einbinden

Installieren Administratoren die Serverrolle von Windows Server 2016 Essentials auf einem Mitgliedsserver in der Domäne, ist der Server auch danach noch Mitgliedsserver. Er wird nicht zum Domänencontroller heraufgestuft, sondern verwendet nach der Installation der Rolle die bereits verfügbaren Domänencontroller, und die Benutzerkonten der Domänen.

Grenzwerte für die Datenspeicherung sind in der neuen Version ebenfalls mit dabei. Außerdem lassen sich im Dashboard Freigaben auf einem weiteren Server im Netzwerk verwalten und erstellen. Zusätzlich arbeitet Windows Server 2016 Essentials sehr eng mit Office 365 und Microsoft Azure zusammen (siehe Abbildung 1). Im Dashboard lassen sich viele Einstellungen aus Office 365 lokal verwalten. Es besteht aber auch die Möglichkeit, einen zusätzlichen lokalen Exchange-Server an Windows Server 2016 Essentials anzubinden. Der neue Server bietet dazu auch die Möglichkeit zur Nutzung eines Assistenten, der im Bereich E-Mail zur Verfügung steht.

Die vollständige Wiederherstellung von Clientcomputern kann über eine DVD oder mit den Windows-Bereitstellungsdiensten (Windows Deployment Services, WDS) des Servers direkt über das Netzwerk erfolgen. Beim Einsatz von Windows Server 2016 Essentials können Unternehmen bis zu 25 Benutzer und 50 Clientgeräte anbinden. Wer mehr anbinden will, kann auf Editionen Windows Server 2016 Standard oder Datacenter setzen. In diesem Fall fallen die Grenzen weg, allerdings sind dann auch CALs notwendig.

Setup

Der Installations-Assistent erstellt automatisiert eine Active-Directory-Domäne und nimmt notwendige Einstellungen vor. Administratoren können alle Aufgaben im Dashboard vornehmen, dem zentralen Verwaltungswerkzeug von Windows Server 2016 Essentials (siehe Abbildung 2). Für Installation und Betrieb sind keine Profikenntnisse notwendig. Wenn der Server bereits Mitglied einer Domäne ist, erkennt das der Einrichtungs-Assistent, und nimmt den Essentials-Server in die Domäne mit auf.

Anbindung von Clientcomputern

Im Gegensatz zu SBS 2011 Standard bietet Windows Server 2016 Essentials einen wichtigen Vorteil: Clientcomputer lassen sich über einen Agenten auf den Server sichern und auf einfachem Weg wiederherstellen. Diese Funktion hat Microsoft von SBS 2011 Essentials übernommen. Zur Vorbereitung müssen Anwender im Browser die Adresse http://<Servername>/connect eingeben (siehe Abbildung 3). Anschließend bietet der Server den Download der Agenten-Software an. Sobald Anwender den Link zur Installation angeklickt haben, startet ein Assistent, der sie bei der Anbindung des eigenen PCs unterstützt.

Nach Abschluss der Installation befindet sich auf dem Rechner das Launchpad (siehe Abbildung 4). Über dieses können Anwender auf ihre Daten auf dem Server zugreifen und sogar ihren Rechner auf den Server sichern. Die Anbindung kann über diesen Weg auch mit Windows 8.1/10 ohne Domänenanbindung erfolgen. Das Dashboard können Administratoren auch von ihrer Arbeitsstation aus, ebenfalls über das Launchpad, starten. Auf diesem Weg lässt sich – die richtigen Anmeldedaten vorausgesetzt – der Server von jedem Rechner im Netzwerk aus verwalten.

Freigaben einfach verwalten

Nicht nur das Anlegen von neuen Benutzern vereinfacht Windows Server 2016 Essentials durch einen Assistenten, sondern auch die Zuteilung von Berechtigungen für Freigaben. Beim Anlegen von Benutzern kann man im Assistenten exakt festlegen, auf welche Freigaben der Anwender zugreifen darf und welche Rechte er für den Zugriff hat. Legt man neue Freigaben an, definiert man auch, mit welchen Rechten die einzelnen Anwender auf die neue Freigabe zugreifen dürfen. Auch hier unterstützt wieder ein Assistent die Konfiguration und Anwender sehen die Freigabe in ihrem Launchpad.

Windows Server 2016 Essentials als Serverrolle installieren

Installieren Unternehmen die Serverrolle von Windows Server 2016 Essentials auf Servern mit Windows Server 2012 Standard oder Datacenter, fällt die Beschränkung von 25 Anwendern generell weg. Allerdings muss hier gesondert lizenziert werden. Außerdem können diese Server Mitglieder von größeren Active-Directory-Gesamtstrukturen werden. Auch bei der Installation als Serverrolle richtet der Installations-Assistent Freigaben und Sicherungen automatisch ein.

Zusätzlich können Unternehmen mehrere Server in Niederlassungen installieren. Hier gibt es generell keine Grenzen mehr. Das hat den Vorteil, dass sich die Sicherung von Clients in Niederlassungen wesentlich einfacher gestalten lässt, was einer der Hauptvorteile von Windows Server 2016 Essentials ist. Da Windows Server 2016 Essentials über Assistenten verfügt, um Arbeitsstationen über das Netzwerk komplett zu sichern, ist der Einsatz auch bei mittelständischen oder großen Unternehmen durchaus sinnvoll.

Die Installation der Funktionen für Windows Server 2016 Essentials auf Servern mit Windows Server 2016 Standard oder Datacenter gestaltet sich recht einfach: Administratoren starten den Server-Manager, rufen „Verwalten/Rollen und Features hinzufügen“ auf, wählen den entsprechenden Server und anschließend die neue Serverrolle „Windows Server Essentials-Umgebung“ aus.

Durch die Möglichkeit, Windows Server 2016 Essentials als Serverrolle zu betreiben, kann der Server auch als Image über Microsoft Azure Virtual Machines zur Verfügung gestellt werden. Auch das hat große Vorteile für Unternehmen, die kleine Niederlassungen oder Abteilungen an das Netzwerk anbinden, und die Funktionen von Windows Server 2016 Essentials zur Verfügung stellen wollen.

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