DevOps-Strategie fürs Application Performance Management

Wie sich mit APM Ausfallzeiten minimieren lassen

| Autor / Redakteur: Ismail Elmas / Andreas Donner

Schnödes Netzwerk-Monitoring wird durch eine angepasst DevOps-Strategie zur mächtigen Waffe gegen Systemausfälle und langsame Applikationen.
Schnödes Netzwerk-Monitoring wird durch eine angepasst DevOps-Strategie zur mächtigen Waffe gegen Systemausfälle und langsame Applikationen. (Bild: ellagrin - Fotolia.com)

Ausfälle in der IT-Infrastruktur sind für Unternehmen geschäftskritisch. Zwar werden sich Downtimes vermutlich nie vollständig vermeiden lassen – die Möglichkeiten, Ausfallzeiten zu verkürzen, werden jedoch immer besser. Der aktuellste Ansatz ist ein DevOps-Konzept auf Basis von Application Performance Management.

Im Zuge der Digitalisierung wird die Bedeutung performanter Applikationen für reibungslose Geschäftsabläufe immer größer. Laut der Studie „DevOps and the Cost of Downtime“ von IDC und AppDynamics kosten Infrastrukturausfälle Unternehmen heute durchschnittlich 75.000 Euro pro Stunde. Ausfallzeiten und Pannen sollten deshalb auf ein Minimum reduziert werden. Bis ein Problem behoben ist, vergeht in der Praxis häufig aber zu viel Zeit:

In der Studie gaben 35 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie teilweise bis zu 12 Stunden, in manchen Fällen sogar mehrere Tage benötigen, bis eine ausgefallene Applikation wieder funktioniert. Die absolute Vermeidung von Infrastrukturausfällen ist wahrscheinlich nie möglich. Die Zeit, bis die Ursache für einen Ausfall identifiziert und behoben ist, lässt sich aber deutlich verkürzen.

Strikte Trennung von Entwicklung und Operations kostet Zeit

Für die Performance der Applikationen sind die Prozesse und Arbeitsabläufe innerhalb der IT-Abteilung mindestens genauso wichtig wie das Hardware- und Infrastruktur-Setting. Nach wie vor arbeiten in vielen Unternehmen Entwicklung und IT-Operations strikt voneinander getrennt. Das kostet bei der Lösung eines Problems meistens viel Zeit und damit Geld.

Bei einem Zwischenfall ist in der Regel das Operations-Team dafür verantwortlich, den Ausfall zu beheben. Dazu greift es meistens auf verschiedene Monitoring- und Management-Tools zurück und durchleuchtet einzelne, isolierte Teile der Infrastruktur wie CPU, Hauptspeicher oder Netzwerk. Manchmal reicht dies aus, um die Ursache eines Ausfalls zu identifizieren und zu beheben. Häufig kann eine Downtime allein so aber nicht beendet werden und die Entwickler müssen hinzugezogen werden.

Das Development-Team greift dann in der Regel auf zusätzliche eigene Diagnose-Tools zurück. In der Folge gibt es eine unübersichtliche Anzahl voneinander unabhängiger Informationsquellen für die Lösung des Problems. Bis in diesem Setting eine Downtime tatsächlich beendet ist, vergeht in der Regel (zu) viel Zeit. Das gilt insbesondere für große IT-Abteilungen, in denen sich nicht alle Mitarbeiter untereinander kennen oder nicht wissen, wer für welche Aufgabe zuständig ist.

DevOps-Kultur einrichten

Unternehmen können solche Szenarien vermeiden, indem sie in der IT eine so genannte „DevOps“-Kultur etablieren, also Anwendungsentwicklung und IT-Betrieb enger miteinander verzahnen. Bei diesem Ansatz sind beide Bereiche gemeinsam für die Performance der Applikationen verantwortlich. Während bisher das Development-Team in erster Linie für die Entwicklung von neuem Code zuständig war, den die Operations-Abteilung dann umsetzen musste, sind bei einem DevOps-Ansatz beide Seiten von Anfang an in alle Prozesse und Aufgaben involviert.

Das setzt voraus, dass alle Beteiligten in Echtzeit Einblick in die Applikationen und deren Performance haben. Das ist mithilfe von Application Performance Monitoring möglich. Mit einer entsprechenden Lösung können IT-Abteilungen besser aufeinander abgestimmt die Applikationen steuern und Probleme bearbeiten. Zusätzlich sollte ein Versionsverwaltungssystem alle Code-Änderungen in Echtzeit erfassen und aufzeichnen. Das erhöht die Transparenz und das Verständnis für die Arbeitsweise der jeweils anderen Seite weiter.

Ausfälle bei Implementierung neuer Applikationen und Features vermeiden

Mithilfe eines DevOps-Ansatzes können nicht nur Ausfallzeiten minimiert, sondern das gesamte Application Performance Management verbessert werden. Beispielsweise können auch entsprechende Updates, Bug Fixes oder neue Features schneller wirksam verteilt werden. In einem „traditionellen“ Setup ist die Entwicklungsumgebung strikt von der Systemumgebung der Produktion getrennt. Updates, Fehlerkorrekturen und neue Features funktionieren deshalb häufig zunächst nicht oder nicht reibungslos. Die Fehlerwahrscheinlichkeit bei neuen Releases und die mittlere Reparaturzeit bei Ausfällen sind dadurch sehr hoch. Durch die unterschiedlichen Systemumgebungen muss die Konfiguration häufig von der Operations-Abteilung angepasst werden, bevor sie in der Produktionsumgebung ausgerollt werden kann. Durch den Datenbruch zwischen Entwicklungs- und Produktionsumgebung verzögert sich somit der Einsatz neuer Features und Änderungen.

Automatisierung in DevOps integrieren

Einige dieser Schwierigkeiten lassen sich abmildern, indem Automatisierung in den DevOps-Ansatz integriert wird. Durch die Automatisierung des Code-Testings für die beiden unterschiedlichen Umgebungen kann zudem erheblich Zeit eingespart werden. Zudem ist so sichergestellt, dass beide Umgebungen mit derselben Konfiguration arbeiten. Das hat zur Folge, dass Entwickler Code in kleineren Einheiten schreiben und ihn schneller in der Entwicklungsumgebung einsetzen können. Dadurch greifen neue Features, Änderungen und Bug Fixes schneller.

Ein DevOps-Ansatz erleichtert darüber hinaus die Implementierung neuer Applikationen und Features. Um dabei Downtimes zu vermeiden, sollten Unternehmen sicherstellen, dass ihre Prozesse für die schnelle Inbetriebnahme neuer Applikationen ausgereift sind. Denn laut dem Analystenhaus Gartner gehen 80 Prozent der Ausfälle von Applikationen auf Fehler von Mitarbeitern und mangelhafte Prozesse zurück. Die Hälfte davon tritt wiederum in Zusammenhang mit Konfigurationsänderungen oder dem Roll-out neuer Releases oder Features auf. Durch den Echtzeit-Einblick in die gesamte Netzwerkinfrastruktur sowohl für das Operations- als auch das Entwicklungs-Team können Unternehmen mit APM Informationen über die Netzwerkinfrastruktur schneller austauschen und so ihren Software Development Lifecycle (SDLC) optimieren. Dadurch verringert sich das Risiko, dass Änderungen in der Konfiguration oder neue Features Ausfälle in der Infrastruktur nach sich ziehen.

Mentalitätswechsel in der IT

Zu guter Letzt ist wichtig: Ein funktionierendes DevOps-Management ist keine rein technische Angelegenheit, sondern erfordert einen Mentalitätswechsel in der IT. Das gilt für die Arbeitsabläufe und Kommunikation innerhalb der Abteilung, vor allem aber für die Auswahl geeigneter Mitarbeiter.

Ismail Elmas
Ismail Elmas (Bild: AppDynamics)

In Zukunft benötigen Unternehmen Entwickler, die komplexe Infrastrukturen verstehen und in der Lage sind, anspruchsvolle Automatisierungsaufgaben zu übernehmen. Mitarbeiter des Operations-Teams sollten dagegen zumindest grundlegende Programmierkenntnisse für Applikationen haben. Ist das der Fall, können Unternehmen mithilfe von Application Perfromance Monitoring gewährleisten, dass ihre Applikationen zuverlässig arbeiten.

Über den Autor

Ismail Elmas ist Sales Director CER bei AppDynamics.

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