Definition

Wie lese ich bei Windows 10 den Product Key aus?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Andreas Donner

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt. (Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

Mit Windows 10 stellte Microsoft die Aktivierung des Betriebssystems vom Product Key auf die so genannte digitale Lizenz um. Dennoch kann unter bestimmten Umständen ein Product Key notwendig sein, um Windows zu aktivieren. Im Folgenden Wissenswertes rund um das Thema Product Key und zur Frage "Wie lese ich den Product Key unter Windows 10 aus?".

Die Aktivierung stellt sicher, dass es sich beim installierten Windows um eine legitime Software handelt und die Lizenzbedingungen von Microsoft eingehalten werden. Noch bis zu den Versionen Windows 7 und Windows 8.1 war für die Aktivierung der so genannte Product Key notwendig.

Mit der Einführung von Windows 10 stellte Microsoft das Aktivierungsverfahren auf die digitale Lizenz um. Dennoch ist in einigen Fällen nach wie vor ein Product Key notwendig. Dies ist beispielsweise davon abhängig, ob die Installation von Windows 10 durch einen Upgrade von Windows 7 oder 8.1 erfolgte, die Software von einem Händler gekauft wurde oder der neue Rechner direkt mit Windows 10 ausgeliefert wurde.

Was ist der Product Key?

Beim Product Key handelt es sich um einen 25-stelligen Code. Er besteht aus einer Kombination von Buchstaben und Zahlen, die in fünf Gruppen mit jeweils fünf Stellen dargestellt werden. Er sieht beispielsweise folgendermaßen aus:

XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX-XXXXX

Was ist eine digitale Lizenz?

Windows 10 verwendet die digitale Lizenz zur Aktivierung. Diese kann beispielsweise bei einem Upgrade von Windows 7 auf Windows 10 durch Umwandlung des Product Keys erzeugt werden oder liegt bei einem neuen Windows 10 Rechner direkt vor. Die digitale Lizenz ist auf den Microsoft-Servern gespeichert und ermöglicht die Identifizierung eines bestimmten Rechners über zuvor erzeugt Hashwerte, die unter anderem die wichtigsten Hardwaremerkmale des Geräts beinhalten.

Gleichzeitig lässt sich die digitale Lizenz mit einem Microsoft Konto verknüpfen. Erfolgt eine Neuinstallation von Windows 10 auf dem gleichen Rechner, ist es dank der digitalen Lizenz und der Verknüpfung mit einem Konto nicht mehr notwendig, einen Lizenzschlüssel manuell einzugeben. Microsoft erkennt, dass für den Rechner eine digitale Lizenz vorliegt, und gestattet die Neuinstallation inklusive Aktivierung. Dies klappt in der Regel sogar dann, wenn die Lizenz nicht mit einem Microsoft Konto verknüpft wurde.

Wie prüfe ich den Aktivierungsstatus von Windows 10?

Ob eine digitale Lizenz mit einem Microsoft Konto verknüpft ist und wie die Installation von Windows 10 aktiviert wurde, lässt sich über die Einstellungen prüfen. Es genügt der Aufruf der Einstellungsseite "Update und Sicherheit -> Aktivierung".

Wann benötige ich überhaupt noch einen Product Key?

Im Gegensatz zu den älteren Windows-Versionen ist der Product Keys bei Windows 10 nicht mehr so wichtig. In vielen Fällen übernimmt die digitale Lizenz die Rolle des Product Keys und aktiviert das System. Dennoch kann in einigen Fällen nach wie vor ein Product Key zur Installation und Aktivierung des Betriebssystems notwendig sein. Wenn beispielsweise Windows 10 auf einem Rechner mit stark veränderter Hardware wie bspw. mit einem neuen Prozessor erneut installiert werden soll oder die Software bei einem Händler separat gekauft wurde und zuvor keine aktivierte Kopie von Windows 10 auf dem Gerät installiert war. Ebenfalls notwendig ist ein Product Key beim Upgrade auf andere Windows-Versionen wie von Windows 10 Home auf Windows 10 Pro.

Erfolgte die Installation von Windows 10 durch ein kostenloses Upgrade von Windows 7 oder 8.1, liegt eine digitale Lizenz vor. So lange keine gravierenden Hardwareveränderungen am Rechner vorgenommen werden, lässt sich Windows 10 mit der digitalen Lizenz immer wieder auf dem Rechner neu installieren und aktivieren. Kommt es bei der Installation oder Aktivierung von Windows 10 in dieser Konstellation zu einem Problem, kann der alte Product Key aus Windows 7 oder 8.1 dennoch hilfreich sein. Durch die Eingabe des alten Product Keys lassen sich die Probleme eventuell lösen.

Wie kann ich den Product Key unter Windows 10 auslesen?

Neue, direkt mit Windows 10 ausgelieferte Geräte besitzen in der Regel keinen Product Key mehr. Bei diesen Rechnern kann er daher auch nicht mehr ausgelesen werden. Geräte, die von Windows 7 oder 8.1 upgegradet wurden, besitzen unter Umständen noch ein Certificate of Authenticity, das als Aufkleber an der Unterseite angebracht ist und den alten Product Key zeigt. Zudem ist der Product Key in dieser Konstellation meist noch auf dem Rechner gespeichert. Er ist verschlüsselt in der Registrierungsdatenbank abgelegt. Mithilfe spezieller Kommandos oder Tools kann er teilweise oder komplett ausgelesen werden.

Den Product Key per Kommando auslesen

Mit Windows-Bordmitteln lässt sich ein eventuell auf dem Rechner noch vorhandener Product Key leider nicht vollständig auslesen. Startet man die Eingabeaufforderung als Administrator und gibt das Kommando "slmgr /dli" ein, zeigt es die letzten fünf Stellen des Product Keys an. Dies kann hilfreich sein, um bei Installationen mit mehreren Rechnern zu prüfen, welcher Product Key für welchen Rechner vergeben wurde.

In einigen Geräten ist der Product Key im BIOS gespeichert. Folgendes PowerShell-Kommando liefert dann den Key:

(Get-WmiObject -query 'select * from SoftwareLicensingService').OA3xOriginalProductKey

Den Product Key per Tool auslesen

Im Internet existieren zahlreiche kostenlose oder kostenpflichtige Tools, die Product Keys auslesen. Beispielsweise sind das Programme wie:

  • Windows Product Key Viewer
  • The Ultimate PID Checker
  • LicenseCrawler
  • ShowKeyPlus

Ob die Tools tatsächlich einen Product Key liefern, mit dem sich eine Installation von Windows 10 aktivieren lässt, hängt von verschiedenen Umständen ab. Oft zeigen die Programme nur so genannte generische Product Keys, die eine Neuinstallation oder Aktivierung von Windows 10 nicht zulassen. Wie und ob die Tools einsetzbar sind, ist im Einzelfall zu prüfen.

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