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Stimmt die Branchenformel: „Für Führungskräfte ein Fernsehstudio, für den Rest ruckliges Webconferencing?“
Noch deutlich kostspieliger sind die bis zu 300.000 Euro teuren Telepresence-Lösungen von Cisco. In der Regel lohnt sich das multimediale Kommunikationszentrum in der Anmutung eines Fernsehstudios der Marke CNN deshalb nur für imagebewusste Führungskräfte. Auf den unteren Organisationsebenen dominiert hingegen der Kostendruck, weshalb hier einfaches Webconferencing viel eher gefragt ist als eine zwar hochwertige, aber möglicherweise technisch vollkommen überdimensionierte Lösung.
„Nachdem heute jedoch Desktoplösungen wie der vPoint HD 720p senden und 1080p empfangen können, können selbst kleine Arbeitsgruppen in höchster Qualität und mit geringem Geldaufwand ihre Produktivität steigern und den Mehrwert von Videokonferenzen nutzen“, argumentiert Alexander Heigl von mmg. Auch Raumsysteme die von ganzen Abteilungen genutzt werden könnten, seien kombiniert mit Desktopclients für Spezialisten an anderen Standorten oder Telearbeitsplätzen heute gängige Praxis.
„Die Welt der Videokonferenzen hat sich in den letzten Jahren von Raumsystemen mit ISDN in eine bunte Welt mit verschiedensten Kommunikationsmethoden gewandelt“, bilanziert deshalb der Experte. Sehen das die Unternehmen auch so: Den positiven Nutzen selbst aufwändiger Telepresence-Systeme verdeutlicht tatsächlich John-Erik Horn, Senior Manager Technical Innovation beim Multimediaspezialisten Media-Saturn Holding GmbH in Ingolstadt.
Telepresence ist zwar noch selten, aber Unternehmen aus der Hightech-Branche schreiten voran
Mit 49.000 Mitarbeitern weltweit und 17,1 Milliarden Umsatz im vergangenen Jahr gehört das Unternehmen zu den Schwergewichten in der Branche. Jetzt gilt es, weiter zu expandieren. Bis zu 80 neue Standorte will das Unternehmen allein in diesem Jahr weltweit neu gründen.
Effizient gestaltete Konferenzen mit Hilfe virtueller Tools seien dabei ein Muss, erläutert Horn. Der Multimedia-Spezialist hat seinen Business-Case offenbar genauer durchgerechnet. „Produktivität ist der Schlüssel zu unserem Erfolg, weshalb wir effiziente Wege und Mittel benötigen, um unser Geschäft zu koordinieren und besser zusammenzuarbeiten“, so der IT-Experte weiter.
Um die Reisekosten angesichts eines rasant wachsenden Unternehmens im Zaum zu halten und einzelne Abteilungen und Standorte besser zu vernetzen, setzt Media-Saturn auf die Telepresence-Lösungen von Cisco CTS 3000 für Meetings größerer Gruppen, sowie CTS 1000 für kleine Konferenzen bzw. Eins-zu-Eins-Meetings.
Die europäischen Hauptquartiere in Stockholm, Barcelona und Moskau sind bereits mit der Firmenzentrale in Ingolstadt vernetzt. Um die hohe Schlagzahl im Geschäft jedoch intern besser zu administrieren, sei Nutzerfreundlichkeit das zentrale Erfolgskriterium, betont Horn. „Dazu gehört auch, eine gewisse Meeting-Disziplin zu etablieren“, Die Anforderungen bei Telepresence seien deutlich höher als bei der konventionellen Videotechnik.
Offen lassen Experten derzeit die Frage, welche Rolle Open-Source-basierte Konzepte künftig am Markt spielen. Hier fehlt es vor allem an nachgelagerten Diensten, die das Wagnis kalkulierbar machen. Verfügbarkeit und Qualität sollten indes bei allen Produkten hundertprozentig stimmen. Ansonsten lösen sich die Heilsversprechen der Branche rasch wieder in Luft auf. Ohnehin rechnen nicht wenige Experten in den nächsten beiden Jahren mit einer Welle der Marktkonsolidierung, so dass nur wenige Anbieter am Ende übrig bleiben werden.
weiter mit: Was Netzwerkspezialisten vor der Einführung wissen müssen
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