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Einfaches Webconferencing oder teures Telepresence?
Wie die einzelnen Systeme zu verbinden sind, auch das versteht nicht jeder Hersteller. Der Streit um die Folgekosten ist deshalb fast programmiert. Für kostenbewusste Mittelständler rechnen sich daher Webconferencing-Tools als Software as a Service viel einfacher als auf ein ungezähmtes Pferd zu setzen. „Die Tools haben den Vorteil, dass Meetings ohne Downloads und hoch gerüstete Endgeräte funktionieren”, argumentiert Peer Stemmler, Country Manager Deutschland bei der Cisco-Tochter WebEx.
Insbesondere zusätzliche Elemente (Apps) lassen sich im Projektmanagement oder Word Processing am Common Workspace im Netz besser teilen als am Personal Computer. Gerade wenn es um die Einbindung externer Partner und von Gästen gehe, sei Webconferencing eindeutig die bessere Variante, behauptet Stemmler.
Dennoch bleiben derartige Konferenzwerkzeuge meist auf die unteren Hierarchien im Unternehmen beschränkt. Den kleinen aber feinen Unterschied zwischen High Definition und Telepresence hat John Bartlett, Principal bei den Marktforschern von Netforecast, unter die Lupen genommen. Er kennt die Mythen um eine einfach und spielerisch leicht funktionierende Konferenzkommunikation seit Jahren und zeigt die Hürden auf, die sich bei der Einführung stellen.
Der Ingenieur empfiehlt jedes noch so kleine Detail der Netzwerktransformation exakt unter die Lupe zu nehmen. Ein ausführliches Abstract vom Autor zum Thema „Telepresence: Beautiful and expensive“ finden Interessierte im Internet unter www.netforecast.com. Ebenfalls intensiv mit dem Thema beschäftigen sich aber auch einheimische Experten, so etwa Ulrich Schwenn vom Beratungsunternehmen VIPLA Planungsgesellschaft für Videokonferenzen.
Der erfahrene IT-Manager hat immerhin die zwingend erforderliche Video-Kommunikation für die internationale Wissenschaftlergemeinschaft am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching aufgebaut und betreut diese bereits seit den neunziger Jahren. Der Experte sieht durchaus einen gegenläufigen Trend zum Umstand, die Implementierung und Wartung, inklusive Bandbreite und Netzbetrieb, allzu leichtfertig in die Hände eines Managed Service Providers zu legen.
Schwenn rechnet nämlich in naher Zukunft mit weiter ansteigenden Bandbreiten im öffentlichen Netz, von dem auch die Unternehmen profitieren. Diese Tendenz wird allerdings von den IP-Providern nicht so gerne gesehen, da sie deren Marktanteile tangiert, zumal Spezialisten wie BT für die externe Betreuung der Standorte mehrere Hunderttausend Euro für Verträge von bis zu drei Jahren in Rechnung stellen.
weiter mit: Fazit: Die Technik hat nach wie vor ihre Tücken, obwohl die Risiken beherrschbar sind
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