Definition

Was ist xcopy?

| Autor / Redakteur: tutanch / Andreas Donner

Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt. (Bild: © aga7ta - Fotolia)

Bei xcopy handelt es sich um einen Kommandozeilenbefehl, der in MS-DOS und späteren Windows-Versionen sowie in anderen Betriebssystemen vorhanden ist. Das Kommando ermöglicht es, eine größere Anzahl von Dateien und ganze Dateiverzeichnisse mit nur einem einzigen Befehl zu kopieren. Es erweitert die Möglichkeiten des copy-Befehls, der nur einzelne Dateien kopiert.

Der Befehl xcopy existiert seit 1987 ab der Version 3.3 im Betriebssystem MS-DOS. Zuvor war er bereits in PC DOS 3.2 implementiert. In späteren MS-DOS Versionen und anderen Betriebssystemen wie Microsoft Windows oder OS/2 und FreeDOS ist das Kommandozeilenprogramm ebenfalls vorhanden. Selbst im aktuellen Windows 10 kann der Befehl über die Kommandoshell noch immer genutzt werden.

xcopy erweitert die Funktionen des copy-Befehls. Der Name steht für "extended copy". Während copy für das Kopieren einzelner Dateien vorgesehen ist, kann extended copy eine große Anzahl von Dateien und ganze Verzeichnisse oder Verzeichnisstrukturen kopieren. Je nach Implementierung des Befehls und Art des Betriebssystems können Funktionsumfang und Syntax variieren.

Im Gegensatz zum internen Befehl copy ist xcopy ein externes Kommando, das nur bei Bedarf in den MS-DOS-Arbeitsspeicher geladen wird. Der Befehl lässt sich unter anderem für das Kopieren ganzer Programme und für die Sicherung von Daten verwenden. Ab der Windows-Vista-Version ist zusätzlich der Befehl robocopy vorhanden, der noch wesentlich mehr Möglichkeiten bietet.

Die Syntax, Parameter und Exit-Codes

Die Syntax des Befehls lautet: "xcopy Quelle Ziel /Optionen"

Quelle und Ziel beinhalten Angaben zu den zu kopierenden Dateien oder Verzeichnissen und dem neuen Pfadnamen am Ziel. Die Optionen sind sehr umfangreich und lassen sich in vielfältiger Weise kombinieren. Grundsätzlich ist eine Unterscheidung zwischen Quell-Optionen, Ziel-Optionen und Kopier-Optionen möglich. Hier einige Optionsbeispiele:

/H - Kopieren von verborgenen Dateien und System-Dateien oder -Verzeichnissen

/D:mm-dd-yyyy - Kopieren von Dateien, die an diesem Datum oder später verändert wurden

/S - Kopieren von Verzeichnissen und Unterverzeichnissen

/P - Bestätigung vor dem Anlegen jeder Datei notwendig

/C - Kopiervorgang auch bei Fehlern fortsetzen

/R - Read-Only-Dateien überschreiben

Der Kopiervorgang wird mit so genannten Exit-Codes quittiert. Diese Codes sind:

0 - Dateien wurden ohne Fehler kopiert

1 - keine Dateien zum Kopieren gefunden

2 - der Anwender hat den Kopiervorgang mit CTRL+C abgebrochen

4 - Initialisierung fehlgeschlagen; zum Beispiel wegen zu wenig Speicherplatz oder ungültiger Laufwerksbezeichnung

5 - ein Schreibfehler ist auf der Disk aufgetreten

Gegenüberstellung von copy, xcopy und robocopy

copy, xcopy und robocopy sind Befehle zum Kopieren von Dateien. Das interne Kommando copy kann allerdings lediglich einzelne Dateien kopieren. Mit xcopy ist das Kopieren von vielen Dateien und ganzen Verzeichnisstrukturen sowie das Backup von großen Datenmengen möglich. Um den bei MS-DOS knappen Arbeitsspeicher nicht zu belegen, wird der Befehl nur bei Bedarf in den Speicher geladen. robocopy ist in der Lage, Verzeichnisse zu synchronisieren und beherrscht die inkrementelle Sicherung. Zudem bietet robocopy den Vorteil, dass es bei Fehlern nicht abbricht und den Kopiervorgang in Log-Dateien dokumentiert. Gegenüber copy und xcopy ist robocopy wesentlich flexibler einsetzbar und hat einen viel größeren Funktionsumfang.

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