Definition

Was ist Ripple?

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Andreas Donner

(© aga7ta - Fotolia)

Ripple ist ein Technologieunternehmen, das globale Geldströme per Blockchain zeitnah, zuverlässig und kosteneffizient abwickeln will. Der Anbieter nutzt dabei zwar den XRP-Ledger sowie dessen native Kryptowährung, will aber nicht damit gleichgesetzt werden.

Während Ripple umgangssprachlich noch immer synonym für den XRP-Coin verwendet wird, steht der Begriff tatsächlich für ein Technologieunternehmen, das globale Finanztransaktionen effizienter als bisher abwickeln will. Damit richtet sich der Anbieter insbesondere an Banken und Zahlungsdienstleister.

Komponenten: Ledger und XRP

Zum Ripple-Ökosystem gehören verschiedene Komponenten. Hierzu zählt der 2012 als Ripple Consensus Ledger eingerichtete XRP Ledger. Der als Alternative zum Proof-of-Work-basierenden Bitcoin positionierte Ledger wird alle paar Sekunden aktualisiert. Das Peer-to-Peer-Netzwerk nutzt dafür den Ripple Protocol Consensus Algorithm. Verglichen mit anderen, Blockchain-basierenden Ansätzen, soll dieser Algorithmus deutlich effizienter arbeiten: Aktuell kann der XRP Ledger 1.500 Transaktionen pro Sekunde abwickeln, die Bearbeitungszeit liegt bei vier Sekunden. Damit schlägt die Lösung zwar deutlich Ethereum und Bitcoin, kann bislang allerdings noch nicht mit den 65.000 Transaktionen pro Sekunde mithalten, die das Visa-Netzwerk (Stand August 2017) bewältigt. Laut Ripple wird sich der XRP Ledger jedoch künftig auf eine entsprechende Größenordnung skalieren lassen. Überdies bemüht sich Ripple, den XRP Ledger zunehmend dezentraler zu gestalten.

Unter dem Namen rippled ist auf Github eine Open-Source-Implementierung für die Lösung verfügbar. Ripple betreibt für Entwickler zudem ein XRP Ledger Dev Portal.

Die native Kryptowährung des XRP Ledger heißt XRP. Alle Konten des XRP Ledgers können XRP versenden. Die Währung ist zudem Voraussetzung, um erweiterte Funktionen des XRP Ledgers zu nutzen, darunter Treuhandkonten (Escrow) oder Payment Channel.

Das Unternehmen Ripple bezeichnet die Währung als unabhängiges digitales Asset, hält jedoch selbst den größten Anteil am auf 100 Milliarden begrenzten XRP-Kontingent – Stand Mai 2017 waren es 61,68 Milliarden XRP. Dem entsprechend groß schien zu jenem Zeitpunkt auch die Sorge, die Firma könnte alle XRP auf einmal abstoßen. Diesen Bedenken trat Ripple mit der Ankündigung entgegen, 55 Milliarden XRP zunächst über Treuhandverträge (Escrow) zu binden, die über 55 Monate laufen. Die Garantie dahinter: Zum ersten eines jeden Monats kann das Unternehmen über eine Milliarde der gebundenen XRP verfügen, nicht verwendete Coins werden in ein neues Contract überführt und erst im 55. Monat wieder verfügbar.

Produkte: xCurrent, xRapid und xVia

Ripple nutzt XRP und XRP Ledger für eigene Angebote. Mit dem RippleNet wolle man erstmals überhaupt ein verschiedene Komponenten heutiger Zahlungssysteme über ein dezentralisiertes, weltweites Netzwerk zusammenbringen.

Konkret bietet Ripple folgende drei Produkte an:

  • xCurrent – als standardisierte Möglichkeit für Banken, um (grenzüberschreitende) Finanztransaktionen schnell, transparent und effizient abzuwickeln.
  • xRapid – On-Demand Liquidität für Banken und Finanzdienstleister: Die genannten Anbieter müssen damit keine lokalen Nostro-Konten in der jeweiligen Landeswährung einrichten.
  • xVia - eine standardisierte, per Web Services realisierte Schnittstelle, mit der Unternehmen oder Kunden weltweite Zahlungen über verschiedene Netzwerke abwickeln und mit Zusatzinformationen (Rechnungen) versehen können.

Unternehmen und Kunden

Ripple betreibt Büros in San Francisco, New York, London, Sydney, Indien, Singapur und Luxemburg. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen weltweit 100 Kunden. Zu seinen Investoren zählt Ripple Accenture, Andreessen Horrowitz, CME Ventures, Core Innnovation Capital, Google Ventures, Santander InnoVentures, SBI Group, Digital Ventures, Seagate sowie Standard Chartered.

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