Helium ist der Name eines verteilten, drahtlosen Netzwerks für IoT-Geräte. Es basiert auf LoRaWAN und der Blockchain-Technologie. Die Endgeräte verbinden sich drahtlos mit Hotspots, die prinzipiell von jedem betrieben werden können. Die Betreiber von Hotspots werden in Form von HNT-Token beziehungsweise IOT, der Kryptowährung der Helium-Blockchain, entlohnt. Das Übertragen von Daten im Helium-Netzwerk ist ebenfalls in Form von digitalem Kryptogeld zu bezahlen.
Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
Helium ist der Name eines Blockchain-basierten, drahtlosen, verteilten Netzwerks für Geräte des Internets der Dinge (Internet of Things, IoT). Es wird aufgrund seines Peer-to-Peer-Charakters und der prinzipiell von jedem betreibbaren Hotspots auch als "The People's Network" bezeichnet.
Auf der physikalischen Übertragungsebene und für die funktechnische Systemarchitektur verwendet Helium LoRa und LoRaWAN. 5G-Mobilfunktechnik wird ebenfalls unterstützt. IoT-Endgeräte verbinden sich drahtlos mit den Helium-Hotspots und übertragen ihre Daten über das Internet zu IoT-Anwendungen. Für die Sicherstellung der Netzabdeckung und der Kommunikationsmöglichkeiten sowie die Entlohnung der Betreiber von Hotspots sorgt die Blockchain-Technologie.
Hotspot-Betreiber erhalten mit HNT-Token beziehungsweise IOT digitales Kryptogeld. Das Übertragen von Daten im Helium-Netzwerk ist ebenfalls in Form von digitalem Kryptogeld zu bezahlen. Die Vernetzung von IoT-Geräten über das Helium-Netzwerk ist preislich attraktiv. Die Hotspots bieten im Vergleich zu Wi-Fi-Hotspots eine hohe Reichweite und ermöglichen eine energieeffiziente Vernetzung der Endgeräte. Mittlerweile ist Helium nach eigenen Angaben mit rund einer Million Hotspots das größte LoRaWAN-Netzwerk weltweit. Es hat eine aktive Community und wächst kontinuierlich. Zahlreiche Hersteller bieten geeignete Hard- und Software für den Aufbau von Helium-Hotspots an. Darüber hinaus gibt es Roaming-Partner für LoRaWAN und 5G.
Die Ursprünge des Netzwerks reichen bis in das Jahr 2013 zurück. Gründer von Helium waren Amir Haleem, Sean Carey und Shawn Fanning. Die Bereitstellung von Hotspots sollte anfänglich den Betreibern noch konventionell entlohnt werden. Später erfolgte der Switch zu Kryptowährungen und zu individuell von jedem zu Hause oder in Geschäftsräumen betreibbaren Hotspots. Seit 2019 ist das Netzwerk in der aktuellen Form live in Betrieb.
Technik, Komponenten und Funktionsweise des IoT-Netzwerks
Helium kombiniert die Blockchain-Technologie mit der LoRaWAN-Funktechnik zu einem weltweiten Drahtlosnetzwerk für IoT-Geräte. Es basiert auf dem Internet und baut darauf ein dezentrales, verteiltes Netzwerk auf. Prinzipiell kann jeder drahtlose Konnektivität für IoT-Geräte bereitstellen. Die Architektur des Netzwerks besteht grundsätzlich aus den drei Komponenten Endgeräte, Hotspots und Router.
Endgeräte sind IoT-Geräte wie Sensoren, die sich drahtlos per LoRaWAN-Funktechnik oder 5G mit dem Helium-Netzwerk verbinden. Sie sind häufig batteriebetrieben. Aufgrund der energieeffizienten Arbeitsweise der LoRaWAN-Funktechnik reicht die Batterielebensdauer mehrere Jahre. Hotspots sind physikalische Netzwerkgeräte, die die drahtlose Netzabdeckung bereitstellen. Sie nehmen die drahtlosen Verbindungen der IoT-Geräte auf und übertragen deren Daten über Router im Internet zu IoT-Anwendungen oder anderen IoT-Geräten. Die Hotspots sind für die Ausführung der Blockchain-Transaktionen und den Proof of Coverage zuständig. Auf der Backhaul-Seite unterstützen sie TCP/IP über Ethernet, Wi-Fi oder Mobilfunktechnik. Per GNSS beziehungsweise GPS ermitteln die Hotspots ihre Position und erhalten Datum- und Zeitinformationen. Router sind Internetapplikationen, die Daten von IoT-Geräten über Hotspots empfangen und sie an Ziele wie HTTP- oder MQTT-Endpunkte weitersenden. Für das Helium-Netzwerk übernehmen die Router Funktionen wie die Authentifizierung der Endgeräte, Routingmechanismen zu Cloudservices von Drittanbietern wie Google oder Microsoft Azure, Blockchain-Funktionen, die Übermittlung von OTA-Updates und einiges mehr.
2023 erfolgte bei der verwendeten Blockchain-Technologie ein Umstieg von der Helium-Blockchain zur Solana-Blockchain. Token, Anwendungen und Management wurden auf die Solana-Blockchain übertragen. Laut Entwickler soll die Umstellung für eine bessere Skalierung, effizientere Transaktionen und mehr Stabilität, Zuverlässigkeit und Interoperabilität sorgen. Mit der Umstellung schürfen die Hotspots keine HNT-Token mehr, sondern IOT. HNT bleiben aber exklusive Token für die Nutzung des Netzwerks. Sie lassen sich zu Data Credits (DCs) "verbrennen".
Helium setzt auf das Konsensverfahren "Proof of Coverage" (PoC) und belohnt die Betreiber von Hotspots mit Kryptogeld für die Bereitstellung der Funkabdeckung und die Übertragung von Daten im Netzwerk. Der Zugang zu Daten ist über zu Data Credits "verbrannten" HNTs möglich. Helium unterstützt Micropayment-Transaktionen, mit denen die Nutzer die Leistungen des Netzwerks bezahlen. Helium kennt verschiedene Arten von Gebühren (Fees) wie Transport Fees, Transaction Fees und Staking Fees.
LoRa und LoRaWAN – die funktechnische Basis des Helium-Netzwerks
Die funktechnische Basis für die drahtlose Netzabdeckung der Helium-Hotspots bilden LoRa beziehungsweise LoRaWAN und mittlerweile auch 5G. LoRaWAN steht für Long Range Wide Area Network und ist ein Standard für Low Power Wide Area Networks (LPWANs). Ein LoRaWAN-Hotspot erzielt mit mehreren Kilometern deutlich höhere Reichweiten als ein WiFi-Hotspot. Die Technik arbeitet energieeffizient und ist für die Übertragung von Informationen mit relativ geringen Datenraten geeignet. Während LoRa die physikalische Schicht des LoRaWANs beschreibt, definiert LoRaWAN Protokolle höherer Ebenen wie den MAC-Layer und die Systemarchitektur. Das Modulationsschema LoRa wurde ursprünglich von Semtech entwickelt. Der proprietäre, patentierte Funkstandard ist unter Einhaltung bestimmter Bedingungen von jedem kostenfrei nutzbar. LoRaWAN arbeitet in lizenzfreien Funkbändern. In Europa ist das beispielsweise ein Frequenzband bei 868 MHz (863 MHz bis 870 MHz), in Nordamerika ein Frequenzband bei 915 MHz. Weitere Eigenschaften und Merkmale von LoRaWAN sind:
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Batterielebensdauer der IoT-Geräte von mehreren Jahren
Datenraten von typischerweise 250 Bit/s bis 50 kbit/s
AES-Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (vom Sender bis zum Applikationsserver)
Für die Weiterentwicklung und das Voranbringen der Technik ist die LoRa Alliance zuständig. Zu den mit LoRaWAN vergleichbaren Technologien zählen NB-IoT, Sigfox, RPMA, Wi-Fi HaLow oder Mioty. Eine freie, von jedem kostenlos nutzbare Implementierung von LoRaWAN ist das TheThingsNetwork.
Einsatzmöglichkeiten von Helium
Helium ist speziell für die Vernetzung von IoT-Geräten und die Realisierung von IoT-Anwendungen vorgesehen. IoT-Geräte wie Sensoren oder Tracker lassen sich kostengünstig untereinander und mit IoT-Applikationen vernetzen. Über das Helium-Netzwerk werden IoT-Daten wie Messwerte, Statusinformationen und Steuerinformationen abgerufen und ausgetauscht. Typische Einsatzmöglichkeiten und Anwendungen für Helium sind die Smart City, das Smart Home, die Überwachungs- und Sicherheitstechnik, die Logistik, die Verkehrsflusskontrolle, die Umwelttechnik, das Gesundheitswesen, Predictive Maintenance oder die vernetzte Landwirtschaft (Smart Agriculture). Voraussetzung für den Einsatz ist die funktechnische Abdeckung durch Helium-Hotspots oder Helium-Roaming-Partner am jeweiligen Einsatzort.
Status des Helium-Netzwerks
Laut eigener Aussage ist Helium das weltweit größte LoRaWAN. Stand Mitte 2023 sind circa eine Million Hotspots in über 190 Ländern in Betrieb. Rund 77.000 große und kleinere Städte und Ortschaften sind netztechnisch abgedeckt. Nahezu vollständige Abdeckung wird in Städten wie Lissabon, London, Zürich, Amsterdam, Istanbul, Berlin, Los Angeles, New York, Washington oder Sydney erreicht. Zudem existieren mittlerweile mehr als 25 freigegebene Hersteller von Helium-Hotspots und vier LoRaWAN Roaming-Partner sowie eine Partnerschaft mit einem 5G-Betreiber.
Vorteile des IoT-Netzwerks Helium
Das IoT-Netzwerk Helium bietet unter anderem diese Vorteile:
kostengünstige Vernetzung von Geräten (LoRaWAN- und 5G-kompatibel)
gute Netzabdeckung in vielen Städten und Regionen
große Reichweite der Hotspots
jeder kann selbst Hotspots betreiben
Entlohnung für den Betrieb von Hotspots in Form von digitalem Kryptogeld
energieeffiziente Arbeitsweise
aktive, weltweite Community
Roaming der Endgeräte mit beliebigen Helium-Hotspots
Bezahlung der Netzwerknutzung per Micropayment
zahlreiche freigegebene Hersteller von Hotspots
Verschlüsselung der übertragenen Daten
Einsatz moderner, sicherer und performanter Blockchain-Technologie
hoch skalierbares Netzwerk
dezentraler, verteilter Netzwerkansatz mit hoher Resistenz