Definition

Was ist ein Beacon?

| Autor / Redakteur: tutanch / Andreas Donner

(© aga7ta - Fotolia)

Beacon bedeutet wörtlich übersetzt Funkbake und meint ein Funkfeuer, ähnlich dem Licht eines Leuchtturms. Im IT-Umfeld kommen Beacons in verschiedenen Bereichen zum Einsatz. Beacons können kleine Bluetooth-Sender, Statusnachrichten in einem WLAN oder Zählpixel in einer Nachricht oder auf einer Webseite und vieles mehr sein.

Der englische Begriff Beacon bedeutet im Deutschen Funkbake. Im ursprünglichen Sinn handelt es sich um eine mobile oder ortsfeste Funkstelle, die bei der Navigation beispielsweise in der Luftfahrt oder der Schifffahrt Verwendung findet. Die Funkbake sendet Funkwellen aus, anhand derer sich Positionen bestimmen lassen.

Doch Beacons können auch andere Funktionen haben. Im IT-Umfeld werden in verschiedenen Bereichen ebenfalls oft Beacons verwendet. Es kann sich um kurze, regelmäßig versandte Datenpakete in einem WLAN, um kleine, auf Bluetooth basierende Sender oder um Zählpixel in einer Nachricht oder auf einer Webseite und vieles weitere handeln. Apple hat zudem eine herstellerspezifische Technik mit dem Namen iBeacon entwickelt.

Die Funktion eines Beacons im WLAN

In einem WLAN sendet ein Router oder ein Accesspoint in regelmäßigen Abständen ein kleines Datenpaket mit der Bezeichnung Beacon. Es handelt sich bei diesem Paket um eine Art Statusmeldung, die Informationen über den Netzwerknamen (Service Set Identifier; SSID), mögliche Übertragungsraten und die Art der verwendeten Verschlüsselung enthält. Clients ermöglicht das Beacon den einfachen Verbindungsaufbau mit dem WLAN-Accesspoint. Sie benötigen lediglich noch einige Zusatzinformationen wie das Passwort. Auch die Empfangsqualität eines WLANs lässt sich mit Hilfe des Beacons überwachen.

Beacons als kleine Bluetooth-Sender

Ein Beacon kann ein kleiner Sender sein, der auf der Bluetooth-Technik basiert. Er nutzt Bluetooth Low Energy (BLE) oder die Bluetooth Smart Technologie. Die Reichweite des Senders beträgt circa zehn bis dreißig Meter. Geräte wie Smartphones sind in der Lage, die Nachrichten der Beacons zu empfangen. Hierfür müssen sie die Technik unterstützen oder eine geeignete App besitzen.

Sobald sich das Smartphone im Sendebereich des Beacons befindet, sind Daten empfangbar. Sind mehrere Beacons im Umfeld des empfangenden Geräts installiert, lässt sich die Technologie zur Positionsbestimmung verwenden. Häufig kommen Beacons zu Marketingzwecken zum Einsatz. So können Kunden eines Geschäfts beispielsweise innerhalb des Ladens lokalisiert werden. Auch ortsabhängige Angebote lassen sich so auf dem Smartphone des Kunden einblenden. Darüber hinaus ist das gezielte Navigieren und Lenken von Besuchern möglich.

Einige Bezahldienste verwenden Beacons, um automatisches Bezahlen ohne Berührung mit der Kasse zu realisieren. Eine wichtige Rolle spielen Beacons im Internet of Things (IoT). Mit Hilfe der Funktechnologie können vernetzte Gegenstände untereinander Informationen austauschen. Insbesondere im Bereich der industriellen Produktion und Industrie 4.0 haben Beacons ein großes Potenzial. Es lassen sich mit der Technik Werkstücke, Maschinen oder Personen identifizieren und Produktionsprozesse intelligent miteinander vernetzen. Mobile Anwendungen und Tablets oder Smartphones können zur Steuerung und Überwachung der Prozesse verwendet werden.

Der iBeacon von Apple und andere Lösungen

Eine bekannte Implementierung der Bluetooth-Beacons ist iBeacon von Apple. Es handelt sich um ein 2013 eingeführtes herstellerspezifisches Protokoll basierend auf Bluetooth Low Energy. Ab dem Betriebssystem iOS 7 unterstützen Apple Geräte wie das iPhone oder das iPad iBeacon.

iBeacons senden in der Regel keine Push-Benachrichtigungen auf Empfangsgeräte. Sie sammeln oder speichern keine Daten, sondern versenden Informationen über die eigene Identität oder den eigenen Status. Dank der Verwendung von Bluetooth Low Energy (BLE) arbeiten die Geräte extrem energiesparend. iBeacon-Module erzielen Reichweiten von bis zu 30 Meter und kommen zum Beispiel in Smartwatches oder Gaming-Pads zum Einsatz.

Eine weitere Beacon-Implementierung ist Eddystone von Google. Eddystone unterstützt sowohl Android- als auch iOS-Geräte. Radius Networks bietet einen alternativen offenen Standard unter dem Namen AltBeacons.

Der Web Beacon als Zählpixel für Webseiten oder E-Mails

Außerhalb von drahtlosen Funktechnologien kommen ebenfalls Beacons zum Einsatz. Das Web Beacon ist ein alternativer Begriff für ein Zählpixel. Es handelt sich dabei um eine kleine unsichtbare Grafik auf einer Webseite oder in einer E-Mail.

Oft hat das Web Beacon nur die Minimalgröße von 1 x 1 Pixel. Mit Hilfe diese Pixels ist es möglich, zu kontrollieren, ob eine E-Mail geöffnet oder eine Webseite abgerufen wurde. Sobald der Zählpixel aufgerufen und von einem Server geladen wird, registriert ein Service dieses Ereignis. Für den Anwender selbst ist es nicht ersichtlich, dass das Pixel angefordert wurde. Der Vorgang erfolgt für ihn unsichtbar im Hintergrund. Der Betreiber des Servers kann jedoch sehen, wie oft und wie viele Nutzer einen bestimmten Web Beacon anfordern. Es lassen sich folgende Funktionen mit Hilfe des Web Beacons realisieren:

  • Erstellung eines Bewegungsprofils eines Besuchers auf einer Webseite
  • Ermitteln des Betriebssystems, der Browserversion und anderer Eigenschaften des Endgeräts eines Webseitenbesuchers oder E-Mail-Empfängers
  • Ermitteln der IP-Adresse eines Webseitenbesuchers oder E-Mail-Empfängers
  • Ermitteln des ungefähren Standorts des Webseitenbesuchers oder E-Mail-Empfängers über seine IP-Adresse
  • Ermitteln der Öffnungsrate und des Öffnungszeitpunkts von E-Mail

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