Definition

Was ist Client Server Management?

| Autor / Redakteur: tutanch / Andreas Donner

(© aga7ta - Fotolia)

Das Client Server Management kümmert sich darum, dass netzwerkbasierte Client- und Server-Systeme online sind und über konstante Zeiträume hinweg funktionieren. Hierfür sind zahlreiche Aufgaben auszuführen wie Betriebssysteminstallationen, die Softwareverteilung oder die Inventarisierung von Hard- und Software.

Netzwerkbasierte Client-Server-Architekturen dominieren heute die Arbeitsumgebungen in Unternehmen. Neben klassischen PC-Netzen mit Servern und Workstations kommen zahlreiche weitere Komponenten und Systeme mit unterschiedlichen Betriebssystemen und Hardwarekonfigurationen zum Einsatz.

Um diese Umgebungen zuverlässig zu betreiben sowie die einzelnen Systeme konstant online und funktionstüchtig zu erhalten, müssen Administratoren eine Vielzahl regelmäßig wiederkehrender oder einmaliger Tätigkeiten ausführen. Das Client Server Management stellt Technologien, Systeme, Tools und Managementoberflächen zur Verfügung, mit denen sich die Aufgaben des Client Server Managements effizient und zuverlässig ausführen lassen. Sie verhindern, dass für Routinetätigkeiten wie die Installation von Updates oder das Verteilen neuer Software hohe Zeit- und Personalaufwände entstehen. Administratoren werden entlastet und Kosten für den Betrieb der Client-Server-Umgebungen eingespart. Das zentrale Management kann zudem die Anzahl notwendiger dezentraler Technikereinsätze zur Wartung und Verwaltung von Servern und Clients reduzieren.

Grundvoraussetzung für ein effizientes Client Server Management stellt ein zentrales Management-System dar, das mit Hilfe standardisierter Schnittstellen und normierter Protokolle auf die vielen verschiedenen Systeme zugreifen kann. Im Optimalfall sind alle Komponenten der verschiedenen Hersteller über das zentrale Management erreichbar und abfragbar. Integrationsmodule für einzelne Systeme sorgen für eine möglichst nahtlose Integration in das Management.

Die typischen Aufgaben des Client Server Managements

Das Client Server Management hat zahlreiche typische Aufgaben zu erfüllen. Zu diesen Aufgaben gehören unter anderem:

  • das Remote-Server-Management
  • die Betriebssysteminstallationen und der Rollout
  • die Verteilung von Software (Applikations-Management)
  • das Konfigurations-Management
  • die Inventarisierung von Hard- und Software (Inventory-Management)
  • das Patch- und Schwachstellen-Management
  • das Mobile-Device-Management
  • die User-Verwaltung
  • das Performance-Management und Monitoring

Das Remote-Server-Management nimmt eine zentrale Rolle im Client Server Management ein. Es ermöglicht den Zugriff auf die verschiedenen Server aus der Ferne. Grundsätzlich können Zugriff und Administration mit Hilfe von In-Band- oder Out-of-Band-Verbindungen erfolgen. Mögliche Aktionen, die sich per Remote-Server-Management ausführen lassen, sind beispielsweise das Neustarten des Servers, die Systemanalyse oder die Konfiguration von Server-Parametern. Um unbefugten Zugriff zu verhindern, sind unterschiedliche Schutzmechanismen implementiert. Zu diesen zählen der Passwortschutz, individuelle Userrechte, die Verschlüsselung der übertragenen Daten oder die Protokollierung des kompletten Remoteverkehrs.

Zur Bestandsaufnahme der im Unternehmensnetzwerk installierten und verfügbaren Komponenten dient die Inventarisierung der Hard- und Software (Inventory-Management). Das Inventory-Management fragt in regelmäßigen Abständen automatisch die Konfigurations- und Systemdaten der Geräte im Netzwerk ab. Dazu zählen detaillierte Daten zur Hardware, zu angeschlossenen Peripheriegeräten, zu Betriebssystemen und zu installierter Software. Auf Basis der erhobenen Daten können Soft- und Hardwarelizenzen verwaltet werden. Zudem bilden die Informationen die Grundlage für Softwareaktualisierungen und Patches. Durch einen gezielten Soll-Ist-Abgleich ist eine Inventur von Hard- und Software möglich.

Das Applikations-Management kümmert sich unter anderem um die Verteilung von Software. Dabei sind verschiedene Systemplattformen und -konfigurationen zu berücksichtigen. Die zu installierenden Anwendungen sind an die Rechnersysteme anzupassen und in hoher Stückzahl an die einzelnen Systeme automatisiert zu verteilen. Notwendige Einzelschritte hierfür sind unter anderem:

  • das Erfassen bestehender Software-Konfigurationen
  • das Ermitteln der durch die Software-Verteilung entstehenden Veränderungen
  • das Bereitstellen von Installationsskripten für die automatisierte Installation
  • die Bereitstellung von Software-Paketen für die Verteilung
  • die Überwachung und Verifizierung des Verteilungsprozesses
  • die Durchführung von Analysen bei Problemen im Verteilungsprozess
  • die Dokumentation der Software-Updates und -Veränderungen

Das Performance-Management und -Monitoring dient zur Analyse und Überwachung der System-Performance. Es kontrolliert den Betrieb der Client- und Server-Systeme und liefert Meldungen bei Auffälligkeiten oder bei Überschreitung von zuvor definierten Grenzwerten. Da das Netzwerk für die Kommunikation zwischen Client und Server eine zentrale Rolle einnimmt, bildet das Netzwerk-Monitoring eine grundlegende Komponente des Performance-Managements. Ebenfalls überwacht werden die wichtigsten Prozesse, die Kapazität der Massenspeicher, die CPU-Auslastung, die Auslastung des Arbeitsspeichers und das Antwortzeitverhalten von wichtigen Anwendungen. Durch Trendanalysen können notwendige Erweiterungen der Hard- und Software im Vorfeld erkannt und vorbereitet werden.

SNMP als ein offener Standard für das Client Server Management

Ein offener Standard, der im Client Server Management häufig zum Einsatz kommt, ist SNMP (Simple Network Management Protocol). Es existiert eine Vielzahl an Implementierungen für Management-Systeme auf Basis von SNMP.

Neben den verschiedenen Komponenten des Netzwerks wie Router, Switches oder Hubs lassen sich systemrelevante Informationen von Client- oder Server-Systemen per SNMP abfragen. Ein großer Vorteil von SNMP ist die hard-, soft- und betriebssystemunabhängige Nutzbarkeit des Protokolls. Darüber hinaus ist SNMP leicht erweiterbar und benötigt nur geringe Systemressourcen auf den Endsystemen.

Auf den abzufragenden Systemen sind Agenten installiert, die die Kommunikation per SNMP zwischen Management-System und Endsystem sicherstellen. Die Management-Station besitzt eine Management-Information-Base (MIB), mit deren Hilfe sie die Informationen anfordern kann, die von den einzelnen Systemen tatsächlich geliefert werden können. Die Hersteller der verschiedenen Komponenten stellen in der Regel eine auf die spezifische Hard- und Software zugeschnittene Management-Information-Base zur Verfügung.

Problem des Client Server Managements in heterogenen Umgebungen

Das Client Server Management in heterogenen Umgebungen, in denen Systeme unterschiedlicher Hersteller zum Einsatz kommen, kann recht aufwendig werden. Viele verschiedene Komponenten sind zu integrieren und müssen mit dem zentralen Management kommunizieren. Unter Umständen sind diverser herstellerspezifische Protokolle im Einsatz, die proprietäre Daten liefern und individuell anzupassen sind.

Viele Hersteller bieten deshalb so genannten Integrationsmodule für gängige Client Server Management-Systeme an. Dank dieser Module ist ein herstellerübergreifendes Kommunizieren möglich. Allerdings steigt der Aufwand für die Pflege und Installation der Integrationsmodule. Zudem werden nicht alle spezifische Funktionen der Komponenten unterstützt und können vom Management-System angesprochen werden. Da die verschiedenen Anbieter ihre Produkte mit Alleinstellungsmerkmalen vermarkten möchten, sind integrierende offenen Konzepte eher selten.

Normierungsbestrebungen existieren beispielsweise von der Open Software Foundation (OSF), der Object Management Group (OMG) oder der Desktop Management Task Force (DMTF). Da in vielen Unternehmen keine homogenen Client-Server-Umgebungen vorhanden sind, kommen teilweise mehrere Management-Systeme parallel zum Einsatz und diverse private Management Information Bases (MIBs) müssen integriert werden.

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