Definition Was ist 802.11r?

Der IEEE-Standard 802.11r ermöglicht WLAN-Clients schnelles Roaming zwischen WLAN-Accesspoints. Er beschleunigt beim Wechsel des Accesspoints den Authentifizierungsvorgang, indem vor der Authentifizierung Anmeldeinformationen auf den Accesspoints gespeichert werden. Zusammen mit dem Standard kommen häufig 802.11v und k zum Einsatz, die die Netzwerksicht der Clients für das Roaming verbessern.

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Die wichtigsten IT-Fachbegriffe verständlich erklärt.
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(Bild: © aga7ta - stock.adobe.com)

802.11r ist ein Standard des Institutes of Electrical and Electronics Engineers (IEEE), der WLAN-Clients ein schnelles, nahtloses WLAN-Roaming ermöglicht. Mit Hilfe des Standards wird der Anmeldevorgang beim Wechsel des Accesspoints beschleunigt. Hierfür werden auf den Accesspoints Anmeldedaten wie Schlüsselinformationen gespeichert, bevor der Client eine neue Authentifizierung anstößt.

Der Standard unterstützt Verschlüsselungs- und Authentifizierungsverfahren wie WPA2-PSK und WPA2-Enterprise. Zusammen mit 802.11r kommen meist die Standards 802.11v und 802.11k zum Einsatz. Sie sorgen für den Austausch von Informationen über verfügbare Accesspoints, zu ihren Funkeigenschaften und ihrer Auslastung. Dadurch verkürzt sich die Scan-Zeit der Clients und ein schnellerer Wechsel zum gerade am besten geeigneten WLAN-Accesspoint wird möglich.

Schnelles WLAN-Roaming mit 802.11v,k und r verhindert beispielsweise, dass sich bei einer bestehenden VoIP-Verbindung der Wechsel des Accesspoints störend bemerkbar macht. 802.11r wurde im Jahr 2008 veröffentlicht und 2012 in den 802.11-2012-Standard überführt.

Details zum Standard

802.11r nutzt den so genannten FT-Mechanismus (Fast Basic Service Set Transition oder Fast BSS Transition). Mit Hilfe des FT-Mechanismus werden Authentifizierungsinformationen und Dienstgüten bereits vor dem Roaming-Prozess auf den Accesspoints eingerichtet. Dies erlaubt beim späteren Roaming Handover-Zeiten von unter 50 Millisekunden, die bei einer bestehenden VoIP-Verbindung vom menschlichen Ohr nicht wahrnehmbar sind. Fast BSS Transition ist kompatibel mit WPA2-PSK und WPA2-Enterprise (Preshared Key und 802.1X). Auch QoS-Mechanismen wie in 802.11e definiert werden unterstützt.

Vorteile durch den Einsatz der Fast-Roaming-Standards 802.11v, k und r

Kurz zusammengefasst bieten die Fast-Roaming-Standards 802.11v, k und r folgende Vorteile:

  • schnelleres und intelligenteres WLAN-Roaming
  • keine hörbaren Unterbrechungen von VoIP-Verbindungen beim Roaming
  • bessere Lastverteilung im WLAN-Netz durch Berücksichtigung der Accesspoint-Auslastung für die Roaming-Entscheidungen
  • verbesserte Energieeffizienz der WLAN-Clients

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