Der Microsoft Patchday im Februar 2026 steht unter hohem Angreiferinteresse. Fünf Schwachstellen gelten als kritisch, der überwiegende Teil als wichtig. Sechs Sicherheitslücken stehen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unter aktiver Ausnutzung, drei sind öffentlich bekannt. Diese Konstellation markiert eine deutliche Eskalation gegenüber dem Vormonat.
Beim Microsoft Patchday im Februar 2026 schloss der Hersteller 59 Sicherheitslücken.
(Bild: Dall-E / Vogel IT-Medien / KI-generiert)
Beim Microsoft Patchday im Februar 2026 schließt der Hersteller 59 dokumentierte CVEs in Windows, Office, Azure, Exchange Server, Hyper-V, GitHub Copilot, Edge, .NET, Visual Studio, Power BI und dem Windows Subsystem for Linux. Mehrere der aktiv angegriffenen Schwachstellen umgehen explizit vorhandene Schutzmechanismen. Die Windows-Shell-Schwachstelle CVE-2026-21510 hat einen CVSS-Score von 8.8 und erlaubt die Umgehung von SmartScreen- und Shell-Sicherheitsabfragen. Ein einzelner Klick auf eine manipulierte Verknüpfung oder einen Link reicht für Codeausführung aus. Ein ähnliches Muster zeigt CVE-2026-21513 (CVSS-Score 8.8), die trotz offiziell abgelöster Architektur weiterhin vorhandene Internet-Explorer-Komponenten missbraucht. Auch hier führt Benutzerinteraktion direkt in eine potenzielle Codeausführung.
Microsoft Word ist mit CVE-2026-21514 betroffen. Die Schwachstelle hat einen CVSS-Score von 7.8 und erlaubt das Umgehen von Schutzmechanismen für COM- und OLE-Controls beim Öffnen eines Dokuments. Die Vorschauansicht gilt nicht als Angriffsvektor, das Risiko verlagert sich damit vollständig auf alltägliche Dokumentenflüsse per E-Mail.
Wiederkehrende Privilegieneskalationen in Windows-Kernkomponenten
Mit CVE-2026-21519 (CVSS-Score 7.8) taucht erneut eine aktiv ausgenutzte Schwachstelle im Desktop Window Manager auf. Die Sicherheitslücke ermöglicht lokale Rechteausweitung bis SYSTEM-Ebene. Dass bereits im Januar-Patchday eine ähnliche Schwachstelle betroffen war, deutet auf unvollständige Absicherung früherer Korrekturen hin. Ebenfalls sehr risikoreich ist CVE-2026-21533 (CVSS-Score 7.8) in den Windows Remote Desktop Services. Trotz des Begriffs Remote handelt es sich um eine lokale Schwachstelle, die bei aktivierten RDS-Diensten SYSTEM-Rechte freigibt und sich gut für laterale Bewegungen innerhalb kompromittierter Umgebungen eignet.
Ungewöhnlich ist die aktive Ausnutzung von CVE-2026-21525 (CVSS-Score 6.2). Die Schwachstelle im Windows Remote Access Connection Manager basiert auf einer Nullzeiger-Dereferenz und führt zu lokalen Denial-of-Service-Zuständen. Der tatsächliche Wiederanlauf betroffener Dienste bleibt unklar, was die operative Auswirkung erhöht.
Kritische Azure-Schwachstellen mit hoher Tragweite
Die kritisch bewerteten Schwachstellen betreffen Azure-Dienste. CVE-2026-24300 in Azure Front Door hat einen CVSS-Score von 9.8 und wird von Microsoft als bereits serverseitig behoben beschrieben. Gleiches gilt für kritische Lücken in Azure Arc und Azure Functions. Zwei weitere kritische Schwachstellen betreffen Azure ACI Confidential Containers. Eine erlaubt Container-Escapes, die andere legt Geheimnisse wie Token und Schlüssel offen.
Auffällig ist CVE-2026-21531 im Azure SDK für Python mit einem CVSS-Score von 9.8. Über manipulierte Continuation Tokens lässt sich nicht authentifizierte Codeausführung erreichen. Trotz der formalen Einstufung als wichtig erreicht das Risiko faktisch kritisches Niveau.
Breite Angriffsfläche bei Entwicklungs- und Virtualisierungskomponenten
Weitere Remote-Code-Execution-Sicherheitslücken betreffen Hyper-V, Notepad, Power BI, Azure Local, Microsoft Defender for Endpoint unter Linux sowie mehrere GitHub-Copilot-Komponenten. Die Hyper-V-Schwachstellen setzen das Öffnen manipulierter Dateien voraus, bleiben aber für Workstation- und Testumgebungen relevant. GitHub Copilot ist gleich mehrfach betroffen, darunter Command-Injection-Schwachstellen und eine TOCTOU-Race-Condition, die zu Codeausführung oder Rechteausweitung führen.
Rund die Hälfte aller CVEs dieses Patchdays entfällt auf lokale Rechteausweitungen. Die Mehrzahl erlaubt den Übergang von Benutzerrechten zu SYSTEM oder administrativen Kontexten. Ergänzt wird dies durch eine hohe Anzahl an Spoofing-Lücken. Besonders problematisch sind mehrere Outlook-Schwachstellen, da das Vorschaufenster als Angriffsvektor dient und NTLM-Anmeldeinformationen weitergeleitet werden können. Mehrere Patches sind erforderlich, um diese Angriffswege vollständig zu schließen.
Der Microsoft Patchday im Februar 2026 zeigt eine deutliche Verdichtung aktiv ausgenutzter Schwachstellen. CVE-2026-21510 mit einem CVSS-Score von 8.8, CVE-2026-21519 mit SYSTEM-Rechteausweitung und die ungewöhnlich aktive DoS-Sicherheitslücke CVE-2026-21525 prägen das Risikoprofil. Wiederholte Angriffe auf Desktop Window Manager und die Häufung von Sicherheitsumgehungen deuten auf strukturelle Schwächen in zentralen Windows-Komponenten hin. Parallel verschiebt sich der Fokus zunehmend auf Cloud- und Entwicklungsumgebungen, wobei Azure- und GitHub-Copilot-Komponenten eine wachsende Rolle einnehmen.
Stand: 08.12.2025
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