IT-Budgets werden massiv von außerhalb der IT-Abteilung gesteuert

Tauziehen um die Kontrolle des IT-Budgets

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Die Verlagerung des Gleichgewichts bei der Kontrolle über IT-Entscheidungen und -Budget hat ein Spannungsfeld zwischen IT und Unternehmensführung aufgebaut.
Die Verlagerung des Gleichgewichts bei der Kontrolle über IT-Entscheidungen und -Budget hat ein Spannungsfeld zwischen IT und Unternehmensführung aufgebaut. (Bild: Avanade)

Eine von Avanade beauftragte weltweite Umfrage hat festgestellt, dass die IT-Abteilungen in den Unternehmen immer weniger an Entscheidungsprozessen für IT-Lösungen und über IT-Budgets beteiligt sind und neue Rollen im Unternehmen übernehmen.

Der IT-Service-Dienstleister Avanade schließt aus den Ergebnissen der weltweiten Umfrage unter 1.003 Business- und IT-Führungskräften, dass sich das neue „Service Broker“-Modell durchgesetzt hat. In diesem Modell stimmt sich die IT-Belegschaft mit Abteilungen im gesamten Unternehmen ab, um deren IT-Bedürfnisse und -Ziele besser zu verstehen. Zudem werden interne oder externe IT-Dienstleistungen und Partner hinzugezogen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Heutzutage agieren bereits mehr als ein Drittel (35 Prozent) der unternehmenseigenen IT-Abteilungen in erster Linie als Service Broker. Des Weiteren zeigt die Umfrage, dass mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Unternehmen, deren IT-Abteilungen bereits nach dem Modell des Service Brokers aufgebaut sind, diese Rolle in den nächsten zwölf Monaten erweitern wollen. 68 Prozent dieser Unternehmen geben an, dass ihre IT-Abteilung einen größeren Beitrag zur Erreichung der Unternehmensziele leistet als noch vor drei Jahren.

Die Highlights der Umfrage:

  • 37 Prozent des diesjährigen IT-Budgets werden jetzt von Fachbereichen außerhalb der IT-Abteilung gesteuert. Das bedeutet, dass mehr als ein Drittel der gesamten IT-Investitionen von Geschäftsbereichen getätigt werden, die nicht an den CIO berichten.
  • Die große Mehrheit der Führungskräfte – 79 Prozent der C-Level-Führungsebene – glaubt, dass sie ohne Beteiligung der IT-Abteilung IT-Entscheidungen für ihre Abteilung besser und schneller tätigen können.
  • IT-Abteilungen nehmen zunehmend die Rolle eines Beraters ein – und das sowohl für interne Stakeholder als auch für externe Partner. 83 Prozent der Befragten sind vielmehr damit einverstanden, dass IT-Mitarbeiter die direkte Interaktion mit wichtigen Kunden und Partnern in beratender Funktion übernehmen. Zudem planen 66 Prozent der Unternehmen, die Rolle der IT als Berater im nächsten Jahr zu erweitern.
  • Um diesen Wandel zu vollziehen, wollen Business-Führungskräfte, dass sich die IT Wissen in Schlüsselbereichen aneignet. Damit soll sie innovative Technologien finden, um zur Lösung von Geschäftsproblemen für Mitarbeiter, Kunden und Partner in einer zunehmend digitalen Welt beizutragen. C-Level-Führungskräfte berichten über die Notwendigkeit von mehr Kenntnissen im Bereich Cloud-Services (44 Prozent) sowie Service-und Systemintegration (43 Prozent).
  • Unternehmen, die die Rolle der IT als Berater und Service Broker planen, erwarten positive Resultate. Sie berichten, dass die IT-Mitarbeiter die Bedürfnisse der Mitarbeiter in den Fachbereichen im Blick hat – 71 Prozent der C-Level-Führungskräfte sagen, dass die heutige IT-Abteilung „eine mitarbeiterorientierte Kultur“ hat. Zudem berichten 68 Prozent dieser Unternehmen, dass ihre IT-Abteilungen mehr zur Erfüllung der Unternehmensziele beitragen als noch vor drei Jahren.

Trotz dieser Veränderungen bleibe der Zeitaufwand für die IT-Mitarbeiter für die Verwaltung der alten bestehenden Systeme weiterhin bestehen und hindere somit die Agenda – 36 Prozent ihrer Zeit wird für die Verwaltung und die Wartung von bestehenden Systemen verwendet. Im Ergebnis führe dies zu einer Situation, die auch als „Two-Speed IT“ bekannt sei: Die IT-Mitarbeiter müssen eine Balance zwischen dem Support der bestehenden Systeme und dem laufenden Innovationsbedarf finden, um dem Wettbewerb immer einen Schritt voraus zu sein.

„Die Verlagerung des Gleichgewichts bei der Kontrolle über IT-Entscheidungen und -Budget hat ein Spannungsfeld zwischen IT und Unternehmensführung aufgebaut. Die IT muss ihren Ansatz überdenken, neue Fertigkeiten erlernen und ihren Einfluss stärken“, sagte Hermes Winands, Avanade Vice President ASG Service Lines. „Vorausschauende Unternehmen positionieren ihre IT-Mitarbeiter als Berater und ermöglichen der IT so – mehr als je zuvor – einen effektiveren Beitrag zur Erreichung der Ziele und eines positiven Geschäftsergebnisses.“

Über die Umfrage

Die Umfrage Global Survey: What’s creating tension between IT and business leaders? wurde im Februar 2014 von Wakefield Research im Auftrag von Avanade durchgeführt. Befragt wurden 1.003 C-Level-Führungskräfte, Geschäftsbereichsleiter und IT-Entscheider von führenden Unternehmen der folgenden Länder: Australien, Belgien, Brasilien, Kanada, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Malaysia, Niederlande, Norwegen, Singapur, Südafrika, Spanien, Schweden, Schweiz, Großbritannien und den Vereinigten Staaten.

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