Deutsche sind mehrheitlich pro Digitalisierung

Studie: 60 Prozent schalten bewusst ab

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Die meisten Teilnehmer einer BVDW-Studie gönnen sich Zeiten, in denen sie online nicht erreichbar sind.
Die meisten Teilnehmer einer BVDW-Studie gönnen sich Zeiten, in denen sie online nicht erreichbar sind. (Bild: © – BRN-Pixel – stock.adobe.com)

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und die Forschungsagentur DCORE haben gemeinsam Deutsche zu ihren digitalen Gepflogenheiten befragt. Ein Ergebnis: Ganze 60 Prozent führen bewusst Offlinezeiten ein, in denen sie gezielt alle Geräte ausschalten.

Wie die Studie ergab, ist knapp die Hälfte der Deutschen (46 %) „always on“ und immer online erreichbar (49 % der Männer, 43 % der Frauen). Obwohl mehr als die Hälfte aussagt, auch mal bewusst offline zu gehen, geben 38 Prozent der Befragten (n=1.000) zu, dass es ihnen schwerfällt, offline zu sein. 73 Prozent der Deutschen stimmen der Aussage zu, dass sich Kommunikation immer mehr auf digitale Kanäle verlagert und dass diejenigen, die diese nicht nutzen, „nichts mehr mitbekommen.“

Die Deutschen sind im Zwiespalt: 42 Prozent können sich vorstellen, künftig den Großteil oder alle Einkäufe über das Netz zu erledigen, 38 Prozent sagen sogar, dass sie Produktbewertungen im Web mehr trauen als der Beratung in der Filiale. Dem stehen aber auch 71 Prozent gegenüber, die bestimmte digitale Anwendungen nicht nutzen wollen, da sie diese aus Datenschutzgründen für bedenklich halten. BVDW-Vizepräsident Achim Himmelreich sagt: „Beim Thema Digitalisierung sind die Deutschen offenbar schon sehr reflektiert. Viele sehen die Vorteile und wollen darauf nicht mehr verzichten. Gleichzeitig ist den meisten bewusst, dass gewisse digitale Dienstleistungen auch mit Vorsicht zu genießen sind.“

Trotz vorhandener Bedenken gegenüber einzelner Aspekte befürworten die Deutschen mehrheitlich die Digitalisierung (63 %). „Dabei bedeutet für die Befragten Digitalisierung in erster Linie die Veränderung von Handlungsabläufen und Prozessen, die durch Connected Devices vereinfacht und beschleunigt werden. Digitale Dienste etablieren sich im Alltag, da mittlerweile fast alles online funktioniert, vom Einkaufen über Bankgeschäfte bis hin zur Unterhaltung, z.B. Video on Demand“, sagt Andrea Eckes, Geschäftsführerin bei DCORE.

Den größten Nutzen für die Erleichterung des Alltags durch die Digitalisierung sehen die Deutschen neben dem Onlineshopping (66 %) auch in den Smart-Home-Anwendungen (51 %). Die Smart-Home-Produkte sind größtenteils bekannt, werden allerdings bisher kaum genutzt. Das wird sich laut den Befragten aber zukünftig ändern: Knapp ein Viertel plant die Nutzung.

Die Studie „Digitale Nutzung in Deutschland 2018“ fragt, was Onliner tatsächlich unter Digitalisierung verstehen, welche der neuen digitalen Angebote wie z.B. Streaming oder Smart Home sie nutzen, wo sie in der Zukunft Potenzial sehen und welche Trends sich daraus ableiten lassen.

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