Inoffizielles Service Pack 4 und ausgetrickste Update-Funktion

So verwenden Sie Windows XP mit größtmöglichem Schutz weiter

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Zwar bietet Microsoft keine Updates für Windows XP mehr an, es gibt aber dennoch (inoffizielle) Wege, das System zu aktualisieren.
Zwar bietet Microsoft keine Updates für Windows XP mehr an, es gibt aber dennoch (inoffizielle) Wege, das System zu aktualisieren. (Bild: Microsoft)

Auch wenn Microsoft die Unterstützung von Windows XP eingestellt hat und es zukünftig keine weiteren Aktualisierungen für das Betriebssystem gibt, setzen viele Unternehmen das System nach wie vor ein. Wir zeigen, wie Windows XP über ein inoffizielles SP4 und ein paar Update-Tricks auch weiterhin aktuell und sicher gehalten werden kann.

Wer weiterhin auf Windows XP setzen will oder muss, kann keine offiziellen Updates mehr von Microsoft erwarten. Microsoft weist in Windows XP durch eine Meldung darauf hin (siehe Abbildung 2). Sobald alle vorhandenen Updates installiert sind, zeigt die Windows-Update-Suche keine Ergebnisse mehr an (siehe Abbildung 3).

Es gibt aber zwei Möglichkeiten das betagte System noch eine Zeitlang aktuell zu halten, bis ein Wechsel zu einem neueren System erfolgt. Beide Möglichkeiten können die Sicherheit von Windows erhöhen, bergen aber auch einige Risiken. Wir zeigen Wege, wie Administratoren Windows XP weiter mit Updates versorgen können. Natürlich kann es keine Empfehlung sein, weiterhin auf Windows XP zu setzen. Wer aber keine andere Wahl hat, erhält mit zusätzlichen Aktualisierungen etwas mehr Sicherheit.

Durch Registry-Änderung weiterhin Updates erhalten

Microsoft bietet für Unternehmen, neben Windows XP, noch das System Microsoft Embedded POSReady 2009. Dieses System basiert im Grunde auf Windows XP. Und für dieses System bietet Microsoft weiterhin Updates an, und zwar bis 2019! Durch eine kleine Registry-Änderung auf einem Windows XP-Rechner können Administratoren dem lokalen Windows XP, und damit auch Windows-Update vorgaukeln, es handelt sich um Microsoft Embedded POSReady 2009.

Aber Achtung: Die Updates von Microsoft Embedded POSReady 2009 sind nicht immer kompatibel für Windows XP. Im Internet finden sich einige Quellen, bei denen Windows XP nach der Installation von Updates nicht mehr funktioniert hat. Die nachfolgende Vorgehensweise sollte also erst nach einer Sicherung und nur von Profis durchgeführt werden. Außerdem sollte eine imagebasierte Sicherung des Rechners erfolgen, mit der sich dieser schnell wieder herstellen lässt.

Sollen „Embedded POSReady 2009“-Updates auch für Windows XP zur Verfügung stehen, wird folgendermaßen vorgegangen:

  • Öffnen Sie durch Eingabe von "regedit" im Ausführen-Feld den Registry-Editor.
  • Navigieren Sie zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\WPA\PosReady. Ist der Schlüssel PosReady nicht angelegt, erstellen Sie ihn.
  • Erstellen Sie in diesem Schlüssel einen neuen DWORD-Wert mit der Bezeichnung "Installed"
  • Weisen Sie diesem Wert den hexadezimalen Wert 1 zu (siehe Abbildung 4).
  • Lassen Sie nach Updates suchen. Es werden einige Updates angezeigt, die Sie auch installieren können (siehe Abbildung 5).
  • Starten Sie den Rechner neu um sicherzustellen, dass dieser keine Probleme mit den Updates hat.
  • Sie können jetzt zukünftig weiterhin Updates auf Basis von Microsoft Embedded POSReady 2009 in Windows XP installieren, entweder über das Internet oder mit Windows Server Update Services.
  • Auf manchen Rechnern führt das Erstellen des Wertes zu Problemen. In diesem Fall startet Windows XP nicht mehr. Administratoren können den Registry-Wert aber mit der Kaspersky-Rettungs-CD [hier geht es zum ISO-File der Kaspersky-Rettungs-CD, das heruntergeladen auf eine CD gebrannt werden muss] wieder rückgängig machen. Dazu wird der Rechner mit dieser CD gebootet und der interne Registry-Editor aufgerufen. Nach dem Löschen des Wertes sollte der Rechner wieder starten.

Inoffizielles Windows XP Service Pack 4

Neben der erwähnten Möglichkeit, Updates von Microsoft über Windows-Update zu erhalten, finden Administratoren auf der Webseite des RyanVM-Forums einen Download-Link für ein inoffizielles SP4 für Windows XP.

Dieses sorgt derzeit für etwas Furore in Windows XP-Kreisen. Das SP4 gibt es nur in englischer Sprache für englische Installationen von Windows XP und es stammt nicht von Microsoft. Dieses inoffizielle, von Microsoft nicht autorisierte Service Pack 4 (Versionsstand: 01.11.2014) enthält alle Aktualisierungen seit dem Erscheinen von Windows XP und einige Updates, die Microsoft für Microsoft Embedded POSReady 2009 zur Verfügung stellt sowie Updates für Geldautomaten auf Basis von Windows XP, die immer noch von vielen Banken eingesetzt werden.

Vorteil des SP4 ist die Installation aller aktuell zur Verfügung stehenden Patches für Windows XP. Der Entwickler verbessert das Service Pack ständig und integriert weitere Updates für .NET Framework und mehr.

Vorsicht ist dennoch geboten da die Seite nicht offiziell überprüft wird; es ist also durchaus möglich, dass sich hier auch Viren einschleichen. Allerdings setzen das SP4 auf dieser Seite derzeit schon sehr viele Windows XP-Anwender ein, sodass die Patches im Pack durchaus als seriös und sicher einzustufen sind. Das SP4 berücksichtigt auch die Aktualisierungen aus dem bereits erwähnten Registrywert für PosReady. Die Installation ist recht einfach (siehe Abbildung 6):

  • Laden Sie sich die beiden ISO-Dateien herunter [XPSP4 -> ISO for SP4 Installer].
  • Entpacken Sie die Dateien auf einem Rechner, oder stellen Sie diese in Windows 7/8.1 als virtuelles Laufwerk bereit.
  • Führen Sie die Datei sp4.part1.exe aus.
  • Verlangt der Assistent nach dem Inhalt der 2. CD, geben Sie das Verzeichnis der CD an.
  • Kopieren Sie den ganzen so erzeugten SP4-Ordner auf den Windows XP-Rechner.
  • Führen Sie die Datei sp4\i386\update\update.exe aus.
  • Im "Ordner XPSP4 -> Post-SP4 Update Repository" der Downloadseite finden sich weitere Updates, das SP4 aktuell ergänzen.
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